Die Gamshütte am Berliner Höhenweg

Die Gamshütte liegt am Berliner Höhenweg und war schon immer beliebt. Allerdings ist der Alpenvereinssektion Berlin der Hüttenbetrieb zu teuer geworden und deshalb war das Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben. Die damals junge Sektion Otterfing, die sowieso eine Hütte haben wollte, konnte sie günstig erwerben und hat sie vorbildlich ausgebaut. So ist aus der Gamshütte wieder eine schmucke und beliebte Unterkunft geworden und ein Stützpunkt für einige spannende Bergtouren. (Autor: Siegfried Garnweidner)
12 km
870 m
4.00 h

Der Hüttenzustieg

Auf der Südseite der Rosengartenbrücke gibt es einen kleinen Parkplatz. Von ihm folgt man dem Sträßchen gering ansteigend gegen Osten, bis der beschilderte Bergweg Richtung Gamshütte abzweigt. Auf ihm geht es über stark ansteigende Wiesenhänge mühsam hinauf, über einen Fahrweg und durch einen kurzen Waldgürtel. Weiter oben kommt man nochmal zu einem Sträßchen und auf ihm geht man nach links zum Grinbergbach hinunter. Dabei wieder in den Wald hinein und zur Materialseilbahn. Bei der Seilbahnstation rechts schwenken und im Grinbergtal nach Süden weiter. Im stark ansteigenden Tal zu dem Fahrweg, der zur kleinen Grinbergalm und einer Jagdhütte führt. An gut markierter Stelle das Sträßchen verlassen und am Wanderweg durch Buschwerk hinauf, bis neben der Materialseilbahn eine Jagdhütte erreicht ist. Von dort ist es nicht mehr weit bis zur Gamshütte.

Auf die Grinbergspitzen

Außer dem Lachtalspitzl bietet sich von der Gamshütte nur noch eine Tour an, die aber gleich zwei Gipfel im Programm hat. Zuerst wird die Vordere Grinbergspsitze erreicht, die mit ihren 2765 Metern Höhe in 2 1/2 Stunden ab der Hütte relativ leicht zu erreichen ist und doch eine schöne Rundschau gewährt. Wer sich einen anspruchsvollen Aufstieg in weitgehend weglosem Berggelände in etwas schwierigerem Terrain (I+) zutraut, kann von dort noch der Mittleren Grinbergspitze seine Aufwartung machen. Sie ist mit 2867 Metern Höhe ab der Vorderen Grinbergspitze in einer halben Stunde zu erreichen. Dabei kommt man nahe an den kleinen Grinberggletscher heran und muss deshalb (vor allem zu Saisonbeginn) durch die Mitnahme von Leichtsteigeisen Vorsorge treffen. Der Höhenunterschied beträgt ab der Hütte zur Vorderen Grinbergspitze 850 Metern und zur Mittleren Grinbergspitze (950 m).

Ein von der Alpenvereinssektion Otterfing hergerichteter und markierter Bergpfad steigt von der Hütte über eine steile Rippe nach Südwesten an, bis er sich nach etwa 20 Minuten teilt. Dort rechts abzweigen und über den Höhenrücken weiter steil hinauf. Die Route führt durch Alpenrosenbuschwerk forsch hinauf und der Berg gibt sich allmählich recht schroff. Schließlich kommt man zu einer quer zur Anstiegsrichtung verlaufenden Felsenrippe. Dort zeigt sich erstmals der Gipfel. Die Anstiegsroute dreht etwas nach rechts und führt im Blockwerk mehrmals geringfügig auf und ab. Dort genau auf die roten Markierungspunkte aufpassen, denn in diesem Irrgarten kann man sich schnell versteigen. Hin und wieder muss man sogar etwas kräftiger zupacken, doch richtig aufregend wird es nicht. Die Route führt auf die linke Gratseite, wo sich eine deutliche Trittspur findet. Sie steigt im Geröll an und wieder in grobes Blockwerk hinein. In mäßiger Steigung geht es auf die Vordere Grinbergspitze zu. Direkt unter dem ersten Gipfel muss man noch einmal kräftig hinlangen, um den letzten Meter zum Kreuz hinaufzukraxeln. Wer dort schon genug Nervenkitzel erlebt hat, beendet die Tour.

Besonders schneidige Alpinisten aber nehmen sich noch die Mittlere Grinbergspitze vor. Allerdings gibt es keine offiziell ausgewiesene Markierung mehr, deshalb ist etwas Gespür für die richtige Routenfindung notwendig. Bei schlechter Sicht sollte man das keinesfalls riskieren.

Munter geht man von der Vorderen Grinbergspitze am Blockgrat nach Südwesten mehrmals leicht auf und ab, am oberen Rand der markanten Südostabstürze etwas ausgesetzt dahin und an den dahinschmelzenden, kleinen Grinberggletscher heran. Am oberen Firnrand weiter, bis nach rechts arg steile Felsen ansteigen. Nach der Querung eines schmalen, steilen Firnbandes rechts abdrehen und einen Durchschlupf durch die steile Felsenrinne suchen, die sich dort hinaufzieht. Am Besten ist es, zunächst links, weiter oben dann rechts der Rinne vorsichtig hinaufzukraxeln, bis sich die Felsen etwas flacher geben. Bald darauf ist der höchste Punkt der Mittleren Grinbergspitze erreicht.

Die Abstiegsroute verläuft am Aufstiegsweg entlang.

Dauer: Auf: 2 1/2 Std. Ab: 1 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied870 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktInnerberg-Freithof im Tuxer Tal, Parkplatz bei der Rosengartenbrücke (1054 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterTechnisch nicht schwieriger, aber langer und steiler Hüttenanstieg, der entsprechende Kondition verlangt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 37 (Zillertaler Alpen–Tuxer Alpen)
VerkehrsanbindungDurch das Zillertal bis Mayrhofen und dann durch das Tuxer Tal zum Ausgangspunkt (Linienbusverbindung)
Informationen
Hüttensteckbrief
Höhe: 1921 m
Erbaut: 1927
DAV-Sektion Otterfing
Bewirtschaftet: von Anfang Juni bis Ende September
38 Lager
kein Winterraum
Telefon +43(0)6642/403134
 

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