Die Amper bei Fürstenfeldbruck

Die Amper ist zumindest abschnittweise ein naturbelassener Fluss mit kiesigen Flachufern, Altwasserarmen und kleinen Inseln. Zwischen Fürstenfeld und Schöngeising wandern wir auf einem Rundweg durch das Naturschutzgebiet Amperauen, ohne die brütenden Vögel zu stören. Schon vor Jahren hat sich hier auch wieder der Biber angesiedelt. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)

Biber an der Amper

Derzeit hinterlassen rund zwölf Biberfamilien ihre Spuren im Ampertal. In gerade mal zwei Nächten schafft es der scheue Nager, einen Baum größeren Umfangs zu fällen. Wenn er ihn nicht für den Dammbau verwendet, transportiert er Rinde und Knospen in seinen Bau. Noch lieber wären ihm Äpfel, doch dafür müsste er kilometerweit über Wiesen und Äcker laufen. Im Normalfall entfernt er sich nicht weiter als 20 Meter vom Fluss und seiner Biberburg.
Am Bahnhof Fürstenfeldbruck halten wir uns auf der Bahnhofstraße links und unterqueren nach etwa 200 Meter die Gleise. Danach geht es rechts am Waldrand entlang zu einer weiteren Bahnunterführung, durch die wir zum Kloster Fürstenfeld gelangen.

Von Fürstenfeld nach Schöngeising

Vom Klosterhof wandern wir vor zur Fürstenfelder Straße und biegen links ab; nach Passieren der Amperbrücke links auf den Uferweg der Amper. Fortan zeigt die Amper unterschiedlichste Gesichter: Auf Höhe der Brücke zum Stausee mutiert, entfaltet sie flussaufwärts ihren Wildflusscharakter. Der Weg führt an Kleingärten und einer Badewiese vorbei, zunächst unmittelbar in Ufernähe Richtung Süden. Nach gut 2 km stoßen wir kurz auf die Hauptstraße, dann folgt ein reizvoller Wegabschnitt am bewaldeten Steilufer entlang.

Das Vogelparadies

Im Schutz des Hanges kann sich der artenreiche und Wärme liebende Laubwald voll entfalten. Im Frühjahr blühen hier zahlreiche Leberblümchen, Veilchen und Buschwindröschen. Seltene Singvögel wie Neuntöter und Dorngrasmücke finden in Baumgeäst und Heckengestrüpp hervorragend Unterschlupf.
Nach Passieren des Steilufers wandern wir links auf dem Wiesenpfad zur Hauptstraße und in weitem Bogen zuletzt wieder am Amperufer nach Schöngeising. Dort überqueren wir auf Holzstegen die beiden Amperarme und bewegen uns auf einem weiteren Wiesenpfad auf den Zellhof zu.

Am östlichen Amperweg zurück

Noch vor dem Hof ragen zwei imposante, über 100 Jahre alte Eichen in die Höhe. Direkt dahinter finden Grasfrösche, Erdkröten und Molche im Fischweiher ihr Zuhause. Hinter dem Zellhof, ein stattlicher Gutshof mit der angrenzenden Barockkapelle St. Vitus, geht es auf dem Ammer-Amper-Radweg durch die Amperauen über den Brucker Ortsteil Engelsberg und das Kloster Fürstenfeld zum Ausgangsort zurück. Abwechslung garantiert der kurze Umweg durch den so genannten Eisenhutwald; hier wachsen auf feuchtem Moorboden Eschen, Erlen, Ahorn und Hainbuchen.

Knapp 1 Kilometer nördlich des Zellhofs führt ein Stichweg in den Wald. An einer Weggabelung mit Gedenkkreuz vorbei wird das Amperufer erreicht. Um nicht die Streuwiesen zu kreuzen, gehen wir nach diesem Abstecher wieder zum Gedenkkreuz und von dort nach links auf einem Waldweg zur Hauptroute zurück.

Dauer: 3:30 Std.
Bahnhof Fürstenfeldbruck – Kloster Fürstenfeld 15 Min., Schöngeising 1:30 Std., Kloster Fürstenfeld 1:30 Std., Bahnhof Fürstenfeldbruck 15 Min. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahn Fürstenfeldbruck
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterGenusswanderung meist auf Kieswegen im Naturschutzgebiet Amperauen mit malerischen Flussimpressionen
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte Nr. 190: Augsburg – Dachau – Fürstenfeldbruck, 1:50 000
VerkehrsanbindungMit der S-Bahn. Den Pkw kann man wahlweise am S-Bahnhof oder am großen Parkplatz am Kloster abstellen.
GastronomieWirtshaus Klosterstüberl, Fürstenfeld, Tel.: 08141/52 68 19, Mo Ruhetag
Tipps
Klosterkirche Fürstenfeld. Der bayerische Herzog Ludwig der Strenge stiftete 1263 – nachdem er aus purer Eifersucht seine junge Frau hatte erdolchen lassen – zur Sühne das Kloster Fürstenfeld und übergab es dem Zisterzienserorden. Anstelle der Klosteranlage steht heute die Kirche Mariä Himmelfahrt, einer der prächtigsten Barockbauten Bayerns: Sie wurde zwischen 1718 und 1738 von Johann Georg Ettenhofer errichtet und weist mit dem zierfreudigen Stuck von Appiani sowie den farbigen Deckenfresken von Bernhard von Clairvaux kunsthistorische Juwelen auf.
Tourismusbüro
Verkehrsamt Fürstenfeldbruck, Hauptstr. 31, 82256 Fürstenfeldbruck, Tel.: 08141/281 08, Fax: 08141/281 03

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