Die Almbachklamm

Rutschbahn für Brennholz.
Aufregende Klammwanderung auf einem gut gesicherten Steig; bei Nässe Trittsicherheit erforderlich. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
8 km
300 m
2.00 h
Marmorkugeln aus der Kugelmühle.
Am Fuß der Almbachklamm mahlt Deutschlands älteste und letzte Marmorkugelmühle Marmorwürfel vom nahen Untersberg je nach Größe innerhalb von zwei bis acht Tagen mittels Wasserkraft zu edlen Kugeln. Anschließend müssen Marbeln, Klicker, Schusser und Schnellkugeln, die bereits um die Jahrhundertwende ein beliebtes Kinderspielzeug waren, noch fein geschliffen und poliert werden. Der Besucher bestaunt den fest verankerten Schleifstein und die hölzerne Drehscheibe der Minimühle, die seit über 300 Jahren in Betrieb ist. Im Anschluss können die begehrten Kugeln als Souvenir beim »Kugelmüller« gekauft werden.
Um zur Kugelmühle zu kommen, überqueren wir hinter dem Gasthaus Almbachklamm die Berchtesgadener Ache und wandern am Bach entlang zum Eingang der Schlucht. Dort muss am hölzernen Kassenhäuschen Eintritt gelöst werden (Erwachsene 2,50 Euro, Kinder 1,30 Euro, nur von Mai bis Oktober geöffnet). Doch der geringe Obolus lohnt sich, da die Urgewalt des Wassers hier hautnah zu spüren ist. In der teilweise nur wenige Meter breiten Schlucht stürzt der Bach in kühnen Wasserfällen in die Tiefe, um sich unterhalb in kleinen Gumpen zu sammeln. Zwischendurch verlocken Sand- und Kiesbänke immer wieder dazu, die Schuhe auszuziehen und barfuß durch das Wasser zu waten. Plätze zum Verweilen gibt es hier zur Genüge.
Verwinkelter Steig durch die Klamm.
Beim Aufstieg zur Talsperre Theresienklause sind auf dem mit Drahtseilen gesicherten Steig 320 Treppenstufen zu erklimmen, außerdem wird der tosende Bach auf insgesamt 29 Brücken gequert. Im engen Tunnel müssen groß Gewachsene aufpassen, sich nicht den Kopf zu stoßen. Unterwegs tauchen immer neue Wasserfälle auf, die aus den kleinen Seitentälern herabstürzen; am höchsten ist der Sulzach-Wasserfall, der 114 Meter an einer Steilwand herabprasselt.
Das Prinzip der Holztrift.
Die Klamm diente bis 1963 fast 100 Jahre lang für geschlagenes Holz. Die Überlegung war einfach: Warum sollten die Waldarbeiter die schwere Fracht mühsam nach unten schleppen, wenn ihnen die Kraft des Wassers die Arbeit zwar geräuschvoll, aber ohne großen Energieaufwand abnehmen könnte? Also staute man einfach das Wasser an der Theresienklause, bis durch plötzliches Öffnen der Schleuse der kraftvolle Schub ausreichte, um die Baumstämme talwärts zu schwemmen. Die Streckenposten mussten nur darauf achten, dass sich das Holz nicht zwischen den Felsen verkeilte und den Talfluss hemmte. Eine ähnliche Wirkung erzielen schwere Unwetter, wenn abnorme Wassermassen schweres Holz und Gesteinsbrocken zu Tal schwemmen.

Dauer: 2,25 Std.
Gasthof Almbachklamm – Kugelmühle 15 Min. – Theresienklause 1 Std., Kugelmühle 45 Min., Gasthof Almbachklamm 15 Min.;
Motto: Wandern am Wasser
Sommerwanderungen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied300 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGasthof Almbachklamm
EndpunktGasthof Almbachklamm
TourencharakterDie Erschließung der Almbachklamm hängt wie vieles im Berchtesgadener Talkessel mit dem Salz zusammen. Um die großen Mengen Brennholz für die Salinen in Marktschellenberg und Berchtesgaden herbeizuschaffen, bediente man sich der Holztrift. Der heutige Weg durch die Almbachklamm wurde 1894 durch Ingolstädter Pioniere auf der Basis des alten Triftsteigs gebaut und führt durch eine bezaubernde Klammlandschaft.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr. 14, Berchtesgadener Land und Chiemgauer Alpen, 1:50 000.
VerkehrsanbindungMit der Bahn stündlich von München nach Freilassing (Richtung Salzburg), dort Anschluss nach Berchtesgaden; weiter mit dem RVO-Bus 36 zum Gasthaus Almbachklamm. Mit dem Auto auf der A 8 Ausfahrt Piding und auf der B 20 über Bad Reichenhall nach Berchtesgaden; dort weiter auf der B 305 Richtung Marktschellenberg (Abzweig zur Kugelmühle, großer Parkplatz).
GastronomieGasthaus Almbachklamm, Tel.: 08650/292, täglich außer Mi 11.30–20 Uhr; Kugelmühle, Tel.: 08650/461, täglich 8–21 Uhr, Mo/Di nur bis 17 Uhr
Tipps
Im Salzbergwerk Berchtesgaden. Von der Kugelmühle ist es nicht weit bis zum berühmten Berchtesgadener Salzbergwerk. Vor der Besichtigung wird jeder Besucher standesgemäß in traditionelle Bergmannskluft gekleidet, um für die Expedition »unter Tage« gerüstet zu sein. Nach dem obligatorischen Schnappschuss steuert die Grubenbahn in den dunklen Bergschacht, wo es über hölzerne Rutschen in das ehemalige Sinkwerk geht. Unten angekommen, gelangt man an einer schimmernden Salzgrotte vorbei zu einem gut beleuchteten unterirdischen See, über den man auf einem lautlos dahingleitenden Floß gezogen wird. Unterwegs klärt ein Videofilm über die Hintergründe des »weißen Goldes« auf. Salzbergwerk, Bergwerkstr. 83, Tel.: 08652/600 20, Öffnungszeiten: Mai bis 15. Oktober und Ostern: täglich 9–17 Uhr, 16. Oktober bis 30. April: Mo–Sa 12.30–15.30 Uhr und nach Bedarf
Tourismusbüro
Berchtesgaden-Tourismus, Königsseer Straße 2, 83471 Berchtesgaden, Tel.: 08652/9670, Fax: 08652/967402, Internet: www.berchtesgadener-land.com

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