Der »Rigi der Südschweiz«

Große, auch recht anstrengende Überschreitung mit faszinierenden See- und Bergblicken, am Nordgrat des Generoso überraschend alpin. Die Tour lässt sich »halbieren«, wenn man für Auf- oder Abstieg die Monte-Generoso-Bahn benutzt. (Autor: Eugen E. Hüsler)
12 km
1390 m
7.00 h
Von Arogno (586 m) zunächst auf der Straße in Richtung Rovio. Jenseits der Brücke über die Mara zweigt bei Sasso Grosso der Weg zum Generoso ab. Er steigt ostwärts hinauf nach Pianca (905 m) und steuert dann die Costa del Bovè an. Über den bewaldeten Rücken schnurgerade aufwärts, anschließend fast flach unter dem Kamm hinüber in die Senke der Pianca dell'Alpe (1360 m; 2:15 Std). Weiter am Grenzkamm bergan, etwas ausgesetzt über die Cima dei Torrioni (1489 m) zum Nordgrat des Monte Generoso, den man knapp unterhalb der Cima dei Piancaccia (1610 m) gewinnt. Hier mündet der italienische Gipfelweg von der Bocca d'Orimento (1275 m) herauf. Er führt um eine grasige Kuppe herum zum Fuß des Baraghetto (1694 m) und – den Felsen links ausweichend – zum Monte Generoso (4 Std.).
Von der Panoramaplattform auf dem viel begangenen, breiten Pfad hinab zur Bahnstation bzw. zum Bergrestaurant »Generoso Vetta« (1601 m). Hier scharf links und durchs ganze Sonnensystem (»Planetenweg«) flach hinaus zum Pluto und zu einer unscheinbaren Kuppe (1589 m) am Ostgrat des Generoso. Nun am Grenzkamm bergab, von Grenzstein 26 abkürzend direkt hinunter zur Alpe Piana (1412 m). Hier stößt man wieder auf den weiß-rot-weiß markierten Steig, der über die sehenswerte Alpsiedlung Nadigh (1295 m) an einem grasigen Rücken hinabläuft nach Roncapiana (957 m). Über die von Scudellate (910 m) heraufkommende Straße, dann durch einen Kastanienhain weiter abwärts zur Breggia-Brücke in der innersten Valle di Muggio und auf einem Fahrweg hinaus nach Muggio (661 m; 7 Std.).
Variante: Für den Abstieg zur Alpe Nadigh bietet sich alternativ der Weg über die Alpe Génor an: vom Albergo-Ristorante »Vetta« parallel zur Bahntrasse (Naturlehrpfad) abwärts in die flache Senke (1452 m) unter dem Motto di Cima, dann links spitzwinklig in die kahlen Südhänge des Generoso. Schräg abwärts zu einem kleinen Steinbruch und anschließend flach hinüber zur Alpe Génor (1275 m). An den Hütten und »nevere« vorbei in einen Graben und weiter ohne Höhenverlust zur Alpe Nadigh (1295 m), wo man auf die Kammroute stößt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied1390 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktArogno (586 m), Bergdorf in der unteren Val Mara
EndpunktMuggio (661 m)
TourencharakterDer Monte Generoso (1701 m) ist ein Berg für Jedermann/frau: Auf der Gipfelplattform drängeln sich vor dem großen Panorama Ausflügler, gerade der Bahn entstiegen, und Wanderer, manche noch etwas außer Atem vom langen Anstieg. An den steinigen Wiesenhängen unterhalb der Vetta machen sich (sofern die Winde richtig wehen) Paraglider startklar, und am Nordgrat turnen die Ferratisti auf den senkrechten Leitern des kleinen Klettersteigs herum. Im Frühsommer blüht es bunt und üppig am Generoso, der deshalb von der Botanikerzunft den Ehrentitel »princeps montium« erhalten hat. Über zwanzig Orchideenarten soll es hier geben, darunter sogar Endemiten wie die Stendelwurz-Orchis (Serapis vomeraca).
Und dann, oben, das Panorama! Viel weiter als jenes des Zentralschweizer Rigi, spannt es sich von den Ligurischen und Cottischen Alpen bis zur Bernina und den Bergamasker Alpen, ein Halbrund voller Zacken und Spitzen, in starkem Kontrast zur Weite der Poebene, über der im Süden die flachen Bergrücken des Apennin stehen. Einige der markantesten Gipfel kann man (bei entsprechend klarer Sicht) leicht ausmachen, im Südwesten etwa, ganz isoliert und auffallend ebenmäßig gebaut, die Pyramide des Monviso (3841 m). Ziemlich genau über dem bewaldeten Gipfel des Monte San Giorgio (1097 m) zeigt sich der Gran Paradiso (4061 m), weiter rechts dann der riesige Monte Rosa (4634 m), neben ihm – vergleichsweise klein – der berühmteste Gipfel der Alpen: das Matterhorn (4478 m).
Im Uhrzeigersinn schließen Mischabel (Dom, 4545 m) und Weißmies (4023 m) an.
Von den Viertausendern der Berner Alpen ist das Finsteraarhorn (4274 m) herausragend, ein schlanker, mächtiger Turm, wenig rechts hinter dem Antennenstachel des San Salvatore (912 m) aufragend. Und genau im Norden steht der firnbedeckte Tödi (3614 m), der höchste Berg der Glarner Alpen.
Sehenswert sind auch die Almsiedlungen an der Südabdachung des Generoso, Génor und Nadigh, mit ihren alten Häusern aus Bruchsteinen. Eine Besonderheit, einzigartig in der Schweiz, bilden die so genannten »nevere«, schlichte Rundbauten über einem Keller, der früher jeweils im Winter mit Schnee gefüllt wurde und so im Sommer als »Kühlschrank« für die Milch (vor ihrer Verarbeitung zu Formaggini) diente.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blatt 286T »Malcantone«
MarkierungenWeiß-rot-weiß bezeichnete Bergwege, Hinweistafeln an allen Verzweigungen
VerkehrsanbindungArogno erreicht man von Maroggia am Luganer See über eine gute Bergstraße; Postbus. Die Dörfer in der Valle Muggio haben Busverbindung mit Mendrisio, dem Hauptort des Mendrisiotto. Die Monte-Generoso-Bahn verkehrt das ganze Jahr außer November.
Gastronomie»Ristorante-Albergo Vetta« (1601 m), Dezember bis Oktober; Tel. 91/6481105
Tipps
Themenwege am Generoso. Am Monte Generoso gibt es zwei interessante Lehrpfade: den »Sentiero dei pianeti« (Planetenweg, am Gipfel) und zwischen Bellavista (1225 m, Bahnstation) und Generoso-Vetta einen »Sentiero della natura«. Infos und Faltblätter bei der Generoso-Bahn. Einen Besuch verdient die 1988 entdeckte »Bärenhöhle« nordöstlich unterhalb des Gipfels (Zugang markiert; Tickets im Ristorante Vetta).
Tourismusbüro
Ente Turistico del Mendrisiotto e Basso Ceresio, Via Lavizzari 2, CH-6850 Mendrisio; Tel. +41/(0)91/6413050, info@mendrisiottotourism.ch, www.mendrisiotourism.ch

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