Der Malerweg von Wilhelm Leibl

Auf den Farrenpoint Einfache Bergwanderung auf bequemen Pfaden und Forststraßen. (Autor: Lisa Bahnmüller)
10 km
750 m
3.00 h
Man kann verstehen, warum der Maler Wilhelm Leibl so in diese Gegend zu Füßen des Wendelsteins vernarrt war und viele Motive für seine Bilder fand. Alte Bauernhäuser, herrliche Wälder, weite Almwiesen, blühende Obstbäume, Berge und weite Moore prägen die Landschaft. Vor allem im Frühjahr ist diese Wanderung ein eindrucksvolles Naturerlebnis. Überall blühen die Apfel-, Zwetschgen- und Birnbäume. Die Berggipfel schimmern noch weiß vom letzten Schnee, aber aus der Mangfallebene leuchtet bereits saftiges Grün. Der Weg ist stellenweise noch etwas nass, dafür genießen wir die ersten warmen Sonnenstrahlen an den hundert Jahre alten Holzbalken der Huberalm. Wegverlauf - Unsere Wanderung beginnt in Kutterling. Wir wandern auf der Wilhelm-Leibl-Straße rechts und gehen auf der markierten Almstraße bergauf. Bereits vom Waldrand aus haben wir die erste schöne Aussicht auf die Moorgebiete zwischen Bad Feilnbach, Kolbermoor und Bad Aibling. Der Weg steigt rasch an, zum Glück spendet der Wald angenehmen Schatten. Wir passieren die Abzweigung nach Bad Feilnbach, kurz darauf wird der Weg wieder flacher. An einem Viehgatter folgen wir links der Beschilderung zum Farrenpoint und kommen zunächst über die Almwiese zur Huberalm, die unmittelbar unter dem Gipfel des Farrenpoint liegt. Nun sind es nur noch wenige Meter nach links zum Gipfelkreuz. Zum Glück wurden hier einige Bäume gefällt, das bringt uns einen weiten Blick ins Alpenvorland. Das Panorama reicht vom Irschenberg bis in den Chiemgau. Der aufstrebende Kurort Bad Feilnbach liegt uns zu Füßen. Zurück geht es die wenigen Meter zur Huberalm. Der Senner hält im Sommer Brotzeiten und Getränke bereit. Hier unten schauen der Breitenstein (Tour 21), der Wendelstein, die Hochsalwand und das Kaisergebirge zu uns herüber. Weiter geht es hinter dem Almtor auf einem Wiesenweg zunächst links. Er wird zu einem schmalen, bergab führenden Steig (Schild »Ramboldplatte/Hochsalwand«). Am Almboden der Hansenalm teilen sich die Wege. Geradeaus geht es zur Schuhbräualm, wir halten uns aber links Richtung Litzldorf. Zunächst ist der Weg etwas schlechter, wird dann wieder besser und führt mehr oder weniger dicht am Litzldorfer Bach entlang. Fast schon in Litzldorf steht in einer scharfen Linkskurve die denkmalgeschützte alte Zementfabrik. Hinter ihr überqueren wir den Bach und folgen nun den Schildern »Wilhelm-Leibl-Weg« zunächst Richtung Litzldorf. Als Markierung dient ein weißer Punkt oder die »3«. Oberhalb eines Bauernhofes steigen wir noch einmal schräg ein wenig auf und wandern dann auf einem breiten Hohlweg in den Wald. An der Gabelung gehen wir rechts. Wir überqueren einen Bach und halten uns nach der Quellfassung links. Nun geht es nur noch wenige Meter aufwärts und wir stehen über unserem Ausgangsort. Wissenswertes: Im kleinen Dorf Kutterling lebte von 1892 bis 1900 der Kölner Maler Wilhelm Leibl. Dies war die letzte Schaffensperiode des Künstlers, eine glückliche Zeit, in der er gemeinsam mit seinem Freund Johann Sperl ohne finanzielle Sorgen – sein künstlerisches Talent hatte sich endlich bezahlt gemacht – arbeiten konnte. Herrliche Porträts und die berühmten Küchenbilder sind hier entstanden. Die Wohnstube Leibls wurde 1911 von seiner Heimatstadt Köln erworben, konnte aber aus Platzmangel dort nie aufgestellt werden. So wurde das wertvolle Erinnerungsstück 1937 der Stadt Bad Aibling übergeben. Dort, im Heimatmuseum, kann sie besichtigt werden. Das Haus, in dem Leibl in Kutterling wohnte, ist zwar erhalten, aber in privatem Besitz. Ein Besuch ist nicht möglich.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied750 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKutterling bei Bad Feilnbach
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee-Schliersee 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Auf der Salzburger Autobahn A8, Ausfahrt Bad Aibling. Weiter Landstraße Richtung Bad Feilnbach und Brannenburg, etwa 1,5 km nach Bad Feilnbach rechts nach Kutterling, keine Parkplätze im Ort, vor dem Ortseingang parken. Bahn/Bus Bahnverbindung München – Rosenheim, dann Linienbus nach Bad Feilnbach, Haltestelle Kutterling.
GastronomieIn den Sommermonaten auf der Huberalm unter dem Gipfel des Farrenpoint. Im nahen Bad Feilnbach ist der Gasthof Pfeiffenthaler sehr zu empfehlen - leckere, bodenständige bayerische Küche zu fairen Preisen.
Tipps
Verbinden Sie doch die Wanderung mit dem Besuch des Bad Feilnbacher Apfelmarktes. Jährlich im Oktober ist dies eines der größten Feste der Region. Hier dreht sich natürlich alles rund um Äpfel, deren Anbau in den weiten Streuobstwiesen das Landschaftsbild der Gegend stark prägt. Um 1850 entdeckten die Litzldörfler, dass sich der Kalkmergel des Litzldörfler Baches hervorragend zu Ze-ment brennen ließ. Anfänglich gab es nur einen Kleinbetrieb, der dann, trotz Protes- ten der Bevölkerung, aber mit Hilfe schwerreicher Investoren 1891 in eine für damalige Zeiten riesige Zementfabrik umgebaut wurde. Das Werk hatte von Anfang an Probleme und schrieb nur rote Zahlen. Am 16. September 1898 brach auf unerklärliche Weise Feuer aus, das zehn Tage lang wütete und sich nicht löschen ließ. Zurück blieb eine Ruine, die im Laufe der nächsten 50 Jahre von Büschen und Bäumen überwuchert wurde. 1991 wurde die noch vorhandenen Gebäude zum Industriedenkmal erklärt und teilweise restauriert. Man kann sie besichtigen, Schautafeln erklären die damalige Arbeitsweise.
Tourismusbüro
Gästeinformation Bad Feilnbach, Tel. 08066/1444

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