Der Lechpark Pössinger Au

Gleich hinter der Stadtgrenze von Landsberg am Lech beginnt ein großes Landschaftsschutzgebiet, das sich am Ufer des Lechs hinzieht. Nach der Wanderung durch eine interessante Flora und Fauna kann man sich in einem Kneippbecken von dem Fußmarsch erholen. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
14 km
80 m
4.00 h

Der Reichtum von Landsberg

Im Mittelalter galt die Salzstraße als eine der größten Handelsstraßen Europas, auf der das wichtige Gut transportiert wurde. Und mit dem weißen Gold kam auch das große Geld nach Landsberg: Die durchreisenden Fuhrleute mussten nämlich hier ihr Salz abladen und drei Tage lagern. Für diese Prozedur wurden ihnen, zusätzlich zum Brücken- und Pflastergeld, weitere Gebühren abverlangt. So mussten die damaligen Handelsleute bis zu zehn Zölle zahlen, um die Stadt passieren zu dürfen. Ganz so schlimm ist es heute in Landsberg nicht mehr, doch die Zeit auf der Parkuhr sollte man trotzdem nicht überschreiten, sonst droht schnell eine Strafgebühr.

Von Landsberg nach Pitzling

Von der Lechbrücke in Landsberg gehen wir auf der linken Seite flussaufwärts und kommen schon nach wenigen hundert Metern in den Lechpark. Der gekieste Weg führt stets am Ufer entlang in Richtung Süden. Unterwegs finden wir immer wieder Ruhebänke. Hier kann man sich niederlassen und in Ruhe die Wasseroberfläche betrachten. Sowohl hinter der Staustufe bei Pössling als auch später in Pitzling können wir in dem breit aufgestauten Wasser baden. Südlich von Pitzling können wir ein Stück weit auf einem Trampelpfad durch die Auenlandschaft streifen und dabei Vögel in den Büschen beobachten, etwas weiter entfernt Schwäne in ihrem Brutgebiet sehen sowie Amphibien im Unterholz erspähen. Zurück in Pitzling wandern wir am Uferweg retour bis zum Gasthaus »Teufelsmühle« und steigen dann rechts den Weg am Bach entlang hinauf. Oben ankommen, sehen wir einen Aussichtspunkt, von dem aus wir etwa 60 Meter höher den Verlauf des Lechs sehen können.

Wildgehege und Kneippbecken

Wir folgen nun dem Waldweg parallel zum Lech in Richtung Landsberg und passieren das Wildgehege, in dem das Damwild frei umherläuft. Kurz darauf steigen wir auf einem schmalen Steig den Abhang hinunter und kommen direkt bei dem Kneippbecken heraus, in dem wir unsere müden Füße im Wasser erfrischen können. Es kostet zwar etwas Überwindung, barfuß in das eiskalte Wasser zu steigen, doch hinterher spürt man sofort die anregende Wirkung des flüssigen Elements. Kaum sind die Füße abgetrocknet, fühlt man sich so entspannt, als könne man gleich noch einmal die gleiche Wegstrecke zurücklegen. Das ist aber nicht notwendig, denn schon rund 500 Meter weiter gelangen wir wieder auf den Uferweg, der uns zurück nach Landsberg führt.

Dauer: 4 Std.
Landsberg – Pitzling 1:30 Std., Lechufer 30 Min., Wildpark: 1:30 Std., Landsberg 30 Min. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied80 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLechbrücke in Landsberg
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterGemütliche Wanderung auf durchgängig gut befestigten breiten Wanderwegen
Hinweise
Die Wanderung ist auch im Winter gut zu machen.
KartentippKompass-Wanderkarte Nr. 189: Landsberg am Lech/Ammersee, 1:50 000
MarkierungenPitzling
VerkehrsanbindungStündliche Bahnverbindung auf der Strecke München–Memmingen mit Umsteigen in Kaufering. Mit dem Auto fährt man auf der Autobahn A 96 München–Lindau bis zur Ausfahrt »Landsberg Ost«. In der Stadt nimmt man am besten die Tiefgarage am Schlossberg.
GastronomieTeufelsküche, auf halber Strecke zwischen Landsberg und Pitzling, kalte und warme Gerichte, Mo Ruhetag, Tel.: 08191/505 40
Tipps
Romantik am Lech. Im Mittelalter verlief die Salzstraße von Salzburg mitten durch Landsberg am Lech. Für die Durchfahrt mussten die Fuhrleute nicht unerheblichen Zoll bezahlen, der der Stadt ihre heutige Pracht bescherte. Das Fremdenverkehrsamt am Hauptplatz gibt einen kostenlosen Falt- plan heraus, in dem ganze 28 Sehenswürdigkeiten in Landsberg eingezeichnet sind, die auf einem Rundgang erkundet werden können. Sonntags und mittwochs gibt es am Nachmittag jeweils um 14.30 Uhr eine ausführliche Stadtführung. Museen in Landsberg. Die Stadt bietet ihren Besuchern zwei interessante Museen: Das Herkomer-Museum in der Von-Kühlmann-Straße 2 enthält Gemälde, Grafiken, Plastiken und Erinnerungsstücke des englischen Künstlers (Di–So 14–17 Uhr); das Neue Stadtmuseum in der Von-Helfenstein-Gasse 426 beherbergt einen Querschnitt durch die Landsberger Geschichte von frühgeschichtlichen Funden über mittelalterliche Beispiele der örtlichen Handwerkskunst bis hin zu Ausstellungen zeitgenössischer Künstler (Di–So 14–17 Uhr, Tel.: 08191/94 23 26).
Tourismusbüro
Tourismusverband Ammersee-Lech, Von-Kühlmann-Straße 15, 86899 Landsberg am Lech, Tel.: 08191/4 71 77, Fax: 08191/12 94 50, E-Mail: info@ammerseelech.de, Internet: www.ammerseelech.de; Kultur- und Fremdenverkehrsamt im Historischen Rathaus, Hauptplatz 152, 86899 Landsberg am Lech, Tel.: 08191/12 82 46, Fax: 08191/12 81 60, E-Mail: fremdenverkehrsamt@landsberg.de, Internet: www.landsberg.de

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