Der Hintere Brandkopf

Chancen und Risiken eines 10-Minuten-Hügels (Autor: Joachim Burghardt)
4 km
420 m
2.00 h
Mit diesem Tourentipp ist es so eine Sache. Da ist von vergessenen Pfaden die Rede, und ich präsentiere hier einen Waldhügel, der keine zwei Steinwürfe vom Parkplatz Hinterbrand mit seinen Blechlawinen entfernt ist. Wie passt das zusammen? Lesen Sie weiter! Die »Chancen und Risiken« des Brandkopfs habe ich bei einigen Touren anschaulich erleben dürfen. Da waren die Momente des Trubels, als sich gut dreißig Touristen wie ein Tatzelwurm den Wanderweg heraufschoben. Da waren die Gipfelmomente, die man sich ohne besondere Hektik und ohne Lärm mit vier, fünf anderen Besuchern teilt. Und dann waren da die stillen Abende, Nächte und Morgenstimmungen, die ich völlig ungestört in einer großartigen Umgebung genießen konnte. Sicherlich kann man vom hochgelegenen Parkplatz aus einfach in ein paar Minuten auf den Brandkopf wandern. Erlebnisreicher ist jedoch der hier beschriebene Aufstieg aus dem Tal.
Wanderung zum Genießen.
Im obersten Teil des Dorfes Königssee parken wir an geeigneter Stelle das Auto oder sind schon zu Fuß von der Bushaltestelle Jennerbahn heraufgekommen. Die Kreßgrabenstraße aufwärts gehend, passieren wir eine kleine Kapelle und das »Haus am Brandkopf« mit der Nr. 12 und wandern dann in den Wald hinauf. Der markierte Wanderweg schwenkt bald in südöstliche Richtung um und führt uns parallel zum Krautkasergraben aufwärts. Nach gut einem Drittel des Aufstiegs ist ein kurzer Abstecher zum Bach möglich, anschließend geht es etwas steiler an den überraschend prallen südseitigen Felswänden des Brandkopfs vorbei. Im obersten Teil des Anstiegs kommen wir entweder am Wegende bei einer asphaltierten Straße heraus – in diesem Fall halten wir uns links und biegen beim Schild mit der Aufschrift »Alpengastwirtschaft Vorderbrand« gleich wieder links in die Wiese ein, die uns zum Schlussanstieg hinaufführt – oder haben schon etwas unterhalb im Wald einen links zum Gipfel abzweigenden Pfad gefunden.
Watzmann-Aussichten.
Über das schöne letzte Wegstück steigen wir zum kleinen Gipfelplateau mit den Rastbänken hinauf. Der Blick zum Watzmannmassiv ist beeindruckend, sogar St. Bartholomä und ein Teil des Königssees sind sichtbar. Wenn wir abends oder schon sehr früh morgens unterwegs sind, stehen auch die Chancen gut, diesen so häufig besuchten Berg einmal für sich allein zu haben. Für den Abstieg gibt es verschiedene Optionen - Neben der Rückkehr auf dem Aufstiegsweg empfiehlt sich eine Einkehr im Berggasthof Vorderbrand, der in wenigen Minuten Abstieg über den nördlich vom Gipfel wegführenden Weg erreichbar ist. Verfolgt man die Vorderbrandstraße bis ganz oben, gelangt man zum Parkplatz Hinterbrand, von wo aus ein völlig kniebeschwerdefreier »Abstieg« wartet – mit dem Bus nach Berchtesgaden.

GEHZEITEN.
Abzweigung Kreßgraben – Hinterer Brandkopf 1:30 Std., Abstieg auf gleicher Route 1 Std.; insgesamt 2:30 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied420 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortDorf Königssee, 740 m
AusgangspunktDorf Königssee, 740 m
EndpunktHinterer Brandkopf, 1156 m
TourencharakterGut gangbare Wanderwege ohne besondere Schwierigkeiten. Festes Schuhwerk ist anzuraten.
Hinweise
BESTE JAHRESZEIT. Frühjahr bis Herbst, je nach Schneelage unter Umständen auch im Winter
KartentippUmgebungskarte »Nationalpark Berchtesgaden« 1 - 25 000 oder AV-Karte Bayerische Alpen BY22 »Berchtesgaden/Untersberg« 1:25 000
VerkehrsanbindungMit Bus oder Auto von Berchtesgaden in Richtung Königssee, zuletzt über den Ortsteil Schwöb oder vom unteren Dorf Königssee her kommend zu den höchstgelegenen Höfen des Dorfes Königssee (Holz, Kreßgraben). Die nächstgelegene Bushaltestelle ist die Jennerbahn, von dort 20 Minuten zu Fuß bis zum Ausgangspunkt. Alternativ kann auch mit dem Auto von Berchtesgaden über den Obersalzberg und die Dürreckstraße oder über den Ortsteil Faselsberg zum Berggasthof Vorderbrand und zum Parkplatz Hinterbrand aufgefahren werden, von wo es nur 10–15 Minuten bis zum Brandkopf sind. Der Parkplatz Hinterbrand ist auch mit dem Bus 838 ab Berchtesgaden erreichbar.
GastronomieBerggasthof Vorderbrand, 1070 m, Tel. - 08652/20 59, www.berchtesgaden.com/vorderbrand
Tipps
Da der Brandkopf außerhalb des Nationalparks liegt und ein grasbewachsenes ebenes Gipfelplateau hat, eignet er sich für eine Biwaknacht. Besonders in warmen, sternschnuppenreichen Sommernächten, die wenig zusätzliches Gepäck erfordern, kann es ein herrliches Erlebnis sein, hier oben Ruhe und Aussicht zu genießen. Feuermachen und das Hinterlassen von Müll sollte man dabei selbstverständlich unterlassen. Aber auch wer nicht die ganze Nacht zur Verfügung hat, sondern nur ein, zwei romantische Abendstunden verbringen möchte, findet am Brandkopf den passenden Ort und ist anschließend in wenigen Minuten wieder beim fahrbaren Untersatz. Stirnlampe nicht vergessen!
Informationen
Der Parkplatz Hinterbrand mit Busverbindung ist nur wenige Minuten vom Gipfel entfernt.

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