Der Europaweg

Landschaftlich einmaliger Höhenweg an der Ostflanke des Mattertals, bietet bei spannendem Verlauf mit viel Auf und Ab herrliche Aussicht auf zahlreiche Viertausender; besonders imposant die riesige Pyramide des Weisshorns , einmalig der Blick auf den »schönsten Berg der Alpen«, das Matterhorn, das auf dem langen Weg immer näher rückt. Die Zweitagetour setzt eine ordentliche Kondition voraus (Etappen je etwa 6Std.). Einige Wegstrecken sind recht rau, längere Passagen komfortabel gesichert. Erhöhte Steinschlaggefahr zwischen der Europahütte und der Kinschlucht. Ab Gasenried bis zur Europahütte keine Einkehr; deshalb unbedingt ausreichend Getränke mitnehmen! (Autor: Eugen E. Hüsler)
Die große Tour startet als gemütlicher Spaziergang, führt vom Terrassendorf Grächen zunächst auf Asphaltunter- lage flach nach Gasenried (1659m) und weiter in den bewaldeten Graben des Riedbachs. Dahinter beginnt der teilweise extrem steile Anstieg zum Grathorn (2320m; 2:45Std.), einem ersten herrlichen Aussichtspunkt am Weg. Noch etwas umfassender ist dann der Blick von dem abgeflachten Rücken (2474m), auf dem eine Statue des heiligen Bernhard von Menthon, dem Schutzpatron der Bergwanderer, thront. Weit hinten im Mattertal grüßt das Matterhorn; packend ist der Tiefblick auf das Vorfeld des Riedgletschers mit seinen Moränen. Der »Europaweg« steigt an der Westflanke des Mittelbergs weiter an und quert dann an einem felsigen Hang hinaus zu einem aussichtsreichen Eck. Dahinter betritt man die wilde Geröllzone des Großen Grabens. An der Westflanke des Breithorns (3178m) wird das Gelände wieder etwas »aufgeräumter«; hier gewinnt der Weg seinen höchsten Punkt (2663m; 5Std.). Blickfang über dem Mattertal ist die großartige Felspyramide des Weisshorns (markierter Zwischenabstieg nach Herbriggen). Die Route quert nun, allmählich an Höhe verlierend, weitere Gräben, aus denen am Nachmittag Schmelz- wasser herabstiebt. Auf leicht schwankender Brücke, die im Winter abgebaut wird, passiert man eine letzte Steilrinne. Wenig später ist das Etappenziel, die Europahütte (2265m; 6:30Std.) erreicht.
Am zweiten Tag geht's zunächst kurz bergab, wobei der Zustieg zur Täschhütte gekreuzt wird. Der »Europaweg« quert den Abfluss des Festigletschers, passiert anschließend die Geröllflanke des Grabengufers und den Grüngarten, ehe er gut gesichert durch wilde Felsabbrüche in den Graben der Wildikin führt. Hier zweigt der »Edelweißweg« zur Kinhütte ab. Eine solide Brücke leitet übers stiebende Wasser in abschüssige Felsen. Im Geblätt, einem gewaltigen Bergsturzgelände, verliert der »Europaweg« 200Hm, eine lange Galerie schützt die Wanderer hier vor Steinschlag. Ansteigend geht's nun hinein in das Tälchen der Täschalpe (Ottavan, 2214m; 9:30Std.), mit freier Sicht auf das »Horu« notabene. Auf dem nächsten Abschnitt des Höhenweges, der ohne größere Höhenunterschiede zur knapp über der Baumgrenze ins Almgelände von Tufteren (2215m; 11:15Std.) führt, bleibt das Matterhorn ganz klar Blickfang im Panorama des Zermatter Talkessels. Zuletzt auf Waldwegen hinab ins Tal und hinein nach Zermatt (12:30Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour33 km
Höhenunterschied2400 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGrächen (1619m) bzw. Zermatt (1616m)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterNatürlich ist es ein Zufall, dass der schönste Berg der Alpen ganz hinten im Mattertal steht, so dass man ihn vom Rhonetal aus nicht zu Gesicht bekommt. Das hat auch seinen Vorteil, ermöglicht es doch eine langsame, ganz allmähliche Annäherung an die unglaubliche Pyramide, die seit mehr als anderthalb Jahrhunderten die Menschen – und nicht bloß Bergsteiger – in ihren Bann zieht.
Solche Überlegungen muss man sich vor ein paar Jahren im Mattertal gemacht haben. Das Ergebnis: ein 36 km langer Panoramaweg an der rechten Flanke des Tals, der von Grächen bis nach Zermatt führt, dabei weit über die Waldgrenze hinaufsteigt, mit einer einladenden Hütte auf halber Strecke. Annäherung, langsam und genussvoll, ist gefragt, Schritt um Schritt – bis das Matterhorn schließlich hinter einer Wegbiegung ins Bild tritt.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blätter 274 »Visp« und 284 »Mischabel«; Wanderkarte 1:50000 »Tour Monte Rosa«; Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blätter 1308 »St. Niklaus« und 1328 »Randa«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungBahnlinie Brig–Visp–Zermatt; Straße bis Täsch, hier große Parkplätze. Pendelbahn zwischen Täsch und Zermatt. Zwischen St.Niklaus und Grächen verkehrt ein Postbus.
GastronomieOttavan (Europaweghütte; 2214m), Tufteren (2215m)
Unterkunft
Europahütte (2265m), bewirtschaftet Mitte Juni bis Mitte Oktober; Tel. 027/9678247. Unbedingt Schlafplätze reservieren!
Tourismusbüro
Tourismusbüro, 3920 Zermatt; Tel. 027/9 66 8100, Fax 9 66 8101, zermatt@wallis.ch, www.zermatt.ch

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eugen E. Hüsler

Oberwallis

Wenn es eine alpine Region der Superlative gibt, dann ist es das Oberwallis: mit 4000ern, Gletschern und Höhenwegen. On top gibt es Aprikosen und Wein!

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema