Der Balfrin-Höhenweg

typischer Höhenweg; Ausdauer und an einigen Stellen Schwindelfreiheit erforderlich. Zeitiger Aufbruch ratsam, da die Sonne den ganzen Tag auf diese Talseite brennt (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
Aufstieg und Höhenweg -  Vom Parkplatz vor dem Ortseingang des autofreien Saas Fee zur Dorfstraße hinab und dem Hinweis »Wildi-Bärenfalle« folgen. Hinter den letzten Häusern von Wildi zeigt ein Wegweiser den Abzweig »Höhenweg Grächen« an. Zunächst über Wiesengelände, dann durch lichten Wald zur Bärenfalle und weiter zum sagenumwobenen Senggboden (2041 m). Darüber die Felsen der Senggflüe, durch die der Steinwildpfad (Tour 12) zieht. Angenehm wandert es sich durch den freundlichen Biderwald. Tief ist der Taleinschnitt auszugehen, um den Biderbach bei Punkt 2167 zu überqueren. Drohend hängt der wild zerklüftete Bidergletscher über der Route. Zauberhaft ist die Wegstrecke durch das blumenreiche Stafelälpji – die Alpenflora prangt in den Farben blau, gold, gelb und rot. Im Gebiet von Schiltbode geht es durch ein urwaldähnliches Gewirr von dürren Baumstämmen und wild durcheinander gewürfelten Steinblöcken. Nach dem felsigen Durchgang der Lammugrabe erreichen wir Punkt 2329. Im Tal zeigt sich die leuchtend weiße Rundkirche von Saas Balen. Unser Weg verliert bald kräftig an Höhe, um sich danach zum Bockwang (2259 m) wieder emporzuziehen. Der nicht Trainierte wird diesen ständigen Wechsel von Auf und Ab in den Beinen spüren, jedoch fühlen sich Aug‘ und Sinne ständig reich belohnt. Oft weiß man nicht, wohin zuerst schauen: auf die kleinen Dinge am Boden, ins Tal oder zu den Berghängen im Osten, über denen sich Fletschhorn, Lagginhorn und Weissmies jetzt mächtig aufbauen. Nach Queren des Schweibbaches (2043 m) gelangen wir ins Gebiet der einsamen Balfrinalp; dort sömmern die Grächener, Eistner und Staldner gemeinsam ihre Schafe. Bei Punkt 2227 zweigt ein Weg ins Tal nach Huteggen ab (1 Std.), von wo Postbusverbindung nach Stalden und Saas Fee besteht. Auf dem Roten Biel (2280 m) ist eine vom Bildhauer August Paris gehauene Tafel in den Fels ein-gelassen. Sie trägt folgende Inschrift: Als Weg in die Stille eröffnete die Werkgemeinschaft Balfrin diesen Höhenweg allen wanderfrohen Menschen. Vom Roten Biel über Hannigalp nach Grächen: Uns zieht es weiter über Hangschultern und schmale, aber gut ausgetretene Bänder. Hoch oben im Kar blöken Schafe. Zum Stock nochmals etwas Höhengewinn, dann geht es über den Dirren Berg. Wir blicken tief hinab ins Rhonetal. Darüber erhebt sich die Kette der Berner Alpen – als formenschöner Gipfel im Vordergrund das Bietschhorn mit seinen markanten Graten und Wänden. Der Höhenweg wendet sich schließlich nach Westen zur Hannigalp hin (2121 m). Von hier kann man (evtl. nach vorheriger Einkehr) mit der Gondelbahn nach Grächen hinunterfahren. Wir wollen auch das letzte Wegstück zu Fuß zurücklegen und wandern einen Wiesenhang abwärts; dann nimmt uns schattiger Hochwald auf. Bald grüßt schon der Kirchturm von Grächen herauf (1619 m). Rückfahrt: von Grächen per Bus nach St. Niklaus, weiter per Bahn nach Stalden und von dort mit dem Bus nach Saas Fee. Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied900 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSaas Fee (1792 m) im Saastal.
TourencharakterDas Saastal wird an beiden Seiten von steilen Felsen und Hängen begrenzt. Der enge Zugang war lange der Grund für die Isoliertheit dieses herbschönen Bergtales, und so setzte die Besiedlung auch erst relativ spät ein; älteste Urkunden deuten auf das 13. Jahrhundert hin. Zu dieser Zeit wird der Name Monte Moro bereits erwähnt, jenes Passes zwischen dem Saastal und dem Anzascatal (Italien). Im Jahre 1267 werden zur Förderung des Warenverkehrs über den Monte Moro-Pass die Waren von Zollabgaben befreit. Walliser Familien siedeln sich im Tal von Macugnaga (Italien) an, italienische Bauern kommen ins Tal der Saaser Vispa. Ab Ende des 14. Jahrhunderts tauchen Familiennamen wie Burgener, Imseng, Kalbermatten und Zur-briggen auf. Ein gefährlicher Weg war es, der einst durch das ernste Saastal führte. Bäume über Schluchten dienten als Brücken. Bevor der Alpinismus er-wachte, fristeten die wenigen hier lebenden Familien ein karges Dasein. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wagten sich Besucher in das einsame Tal – Wissenschaftler, Maler und Abenteurer. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde dann endlich eine Straße zwischen Stalden und Saas Grund gebaut, die letzten vier Kilometer hoch nach Saas Fee ließen noch bis 1951 auf sich warten. Saas Grund ist der Hauptort der Talschaft Saas. Nach dem Loskauf von den Grafen Biandrate von Visp bildeten Grund, Balen, Almagell und Fee von 1388 an die vier Viertel der alten Talgemeinde Martiswald, die sich 1655 endgültig auch kirchlich von Visp lossagten. Heute hat jedes Viertel seine eigene Pfarrei. Während Saas Grund bereits 1298 eine Kapelle besitzt, die später zur Kirche erhoben wird, erwähnen alte Schriften in Saas Fee erst 1535 eine Kapelle. Ab 1836 unterstehen die vier Saasgemeinden dem Pfarrer und Gast-wirt Johann Joseph Imseng, Förderer des Tourismus. Gipfel mit klangvollen Namen – allein 13 Viertausender – beherrschen das Saastal, das für Alpinisten und Wanderer eine bunte Palette lohnender Unternehmungen bereithält. Eine der schönsten Gebirgswan-derungen, der auf durchschnittlicher Höhe von 2000 Metern ü.M. angelegte Balfrinweg – Verbindung von Saas Fee/Saastal mit Grächen/ Mattertal – sei jedem marschtüchtigen und schwindelfreien Bergwan-derer empfohlen. Dauer - gesamt 6 Std. (bei Benutzung der Gondelbahn wie oben 3/4 Std. weniger); Saas Fee – Biderbach 11/2 Std.; Biderbach – Rote Biel 21/4 Std.; Rote Biel – Hannigalp 11/2 Std.; Hannigalp – Grächen 3/4 Std. Höhenunterschied: ? 900 m, ? 1100 m (bei Talfahrt mit der Gondelbahn Hannigalp – Grächen 500 m weniger); Saas Fee – Biderbach ? 400 m; Biderbach – Rote Biel ? 410 m und ? 350 m; Rote Biel – Hannigalp ? 90 m und ? 250 m; Hannigalp – Grächen ? 500 m.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blätter 274 T und 284 T (Visp und Mischabel; beide mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV - mit der Matterhorn Gotthard Bahn nach Stalden und von dort mit dem Bus nach Saas Fee. Auto: von Visp/ Rhonetal südwärts ins Vispertal nach Stalden, hier links ab ins Saastal und über Saas Grund nach Saas Fee. Parkplatz am Ortseingang.
Gastronomieunterwegs keine; am Ende der Tour Berggasthaus Hannigalp (2121 m).
Höchster Punkt
Roten Biel (2280 m)
Unterkunft
unterwegs keine; am Ende der Tour Berggasthaus Hannigalp (2121 m).
Tourismusbüro
Grächen (1619 m), Busverbindung nach St. Niklaus (9 km). Gondelbahnen auf Hannigalp (2114 m) und Seetalhorn-Bergstation (2870 m). Grächen Tourismus: CH-3925 Grächen, Tel.: 027/9556060. Internet: www.graechen.ch. Stalden, 7 km von Visp/Rhonetal. Luftseilbahn über Staldenried nach Gspon. Verkehrsverein Büro: CH-3922 Stalden, Tel. 027/9521512; Internet: www.stalden.ch. Busverbindung ins Saastal, nach Grächen sowie über die Moosalp nach Visp. St. Niklaus (1127 m; 10 km von Stalden). Station der Matterhorn Gotthard Bahn. Luftseilbahn nach Jungen. St. Nikolaus/Region Tourismus: CH-3924 St.Niklaus, Tel.: 027/9563663, Internet: www.st-niklaus.ch. Von Kalpetran (896 m, zwischen Stalden und St. Niklaus) Luftseilbahn über Embd nach Schalb.; Saas Fee ist autofrei. Sehenswert: Saaser Museum (seit 1983 im ehemaligen Pfarrhaus). Bergsteigerschule. Zwei Luftseilbahnen, vier Gondelbahnen, zwei Sessellifte. Metro Alpin (unterirdische Standseilbahn ab Felskinn). Saas-Fee Tourismus: CH-3906 Saas Fee, Tel. 027/9581858, Internet: www.saas-fee.ch. Saas Grund (1559 m); Postbusverbindung. Bergsteigerschule. Gondelbahn: 1. Sektion Kreuzboden (2397 m), 2. Sektion Hohsaas (3101 m) am Fuße des Weissmies. Tourist Office Saas-Grund: CH-3910 Saas Grund; Tel.: 027/9581157, Internet: www.saas-grund.ch. Saas Almagell (1673 m; 8 km bis zum Mattmark-Stausee mit dem größten Erdstaudamm Europas); Postbusverbindung. Sessellift nach Furggstalden, Sessellift nach Heidbodme. Tourist Office Saas-Almagell: CH-3905 Saas Almagell; Tel.: 027/9586644, Internet: www.saas-almagell.ch.

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