In den Trauchgauer Bergen

Auf die Niederbleick - Technisch sehr einfache Tour, wegen der Länge ist jedoch etwas Kondition verlangt. (Autor: Lisa Bahnmüller)
16 km
850 m
4.00 h
Hingerissen von der Landschaft und der Einsamkeit liebte der Märchenkönig Ludwig II. das Ammergebirge um Schloss Linderhof. Des öfteren wanderte er von Schloss Linderhof über den Pürschling in das Tal der Halbammer zu den Trauchgauer Bergen, wo ihm eine Jagdhütte beim Wilden Jäger gehörte. Gerne kehrte er dabei im Forsthaus Unternogg ein, wo er einmal nach einem Hochwasser, das die Brücke der Halbammer mit sich riss, unfreiwillig übernachten musste. Mit Sicherheit hat es dem menschenscheuen und einsamkeitsliebenden Monarchen hier in den Trauchgauer Bergen gut gefallen, denn größere Ansiedlungen sind weit entfernt. Noch heute verirren sich selten Wanderer zu den Trauchbergen. Der Großteil der Gipfel liegt inmitten dichter Wälder ohne Aussicht. Auch wenn die Niederbleick nicht der höchste Gipfel ist, so bietet er als einziger eine freie Sicht nach Norden. Wer also Lust auf einen längeren Fußmarsch durch schattige Wälder hat, einsame Forstraßen liebt und dafür mit einer tollen Aussicht belohnt werden möchte, für denjenigen ist diese Tour das Richtige. Wegverlauf - Wir starten an der Brücke über die Halbammer und überqueren den Fluss. Nach etwa 200 m biegen wir links in den Königsweg ein und folgen dem Schild »Bleick«. Etwa 10 min. später weist uns erneut ein Schild nach links aufwärts in eine Forststraße. An den nächsten zwei Abzweigungen halten wir uns rechts und bleiben immer auf unserem Weg Richtung Bleick. So erreichen wir die Saulochhütte, an der der Weg nun schmäler und der Wald lichter wird. Zu uns stößt der Pfad, der von Wildsteig und Steingaden her kommt. Wir wenden uns ca. 5 min. später links vom Forstweg ab, die Stelle ist mit dem Schild »St-B« bezeichnet. Gleich darauf stehen wir vor der unbewirtschafteten Lähnbachhütte. Auf dem schmalen Waldweg kommen wir über eine grasbewachsene Lichtung zur Anwurfhütte und nun ist es nicht mehr weit zum Gipfel des Niederbleick. Dafür steigt der Weg noch einmal an und schon dürfen wir die weite Sicht über den Pfaffenwinkel genießen. Wir sehen das berühmteste Bauwerk des Pfaffenwinkels – die Wieskirche –, links davon die Doppeltürme der Steingadener Klosterkirche und am Horizont über den Stauseen des Lechs die Georgskirche auf dem Auerberg, der bereits im Allgäu liegt. Rechts erhebt sich der Wall des Hohen Peißenbergs, davor sehen wir noch den Turm der Rottenbucher Klosterkirche. Man kann den Staffelsee hinter Bad Kohlgrub erkennen, im Dunst liegen Ammersee und Starnberger See. Ganz im Osten erheben sich die Berge um Oberammergau, das Hörnle (Tour 2), der Laber und die Notkarspitze. Im Süden stehen die Ammergauer Berge, die uns leider die Sicht auf die König-Ludwig-Residenz Schloss Linderhof verdecken. Dafür ragen im Hintergrund die ersten grauen Felszacken von Karwendel und Wetterstein in den Himmel. Sogar die Zugspitze können wir mit etwas Mühe ausmachen. Wer noch Zeit hat und Gipfelziele sammeln möchte, kann von hier aus zum höchsten Berg der Trauchgauer, dem Hohen Bleick, weiterwandern. Die Aussicht von dort ist aber nicht besonders berauschend. Zurück geht es zunächst zur Anwurfhütte und dem Gatter, durch das wir die Lichtung betreten haben. Dort geht es nun rechts am Waldrand entlang zu einem zweiten Gatter, an dem ein schöner Waldweg beginnt. Zunächst wandern wir eben dahin, halten uns an einer Gabelung links und steigen stetig leicht bergauf durch den Wald. Wir stoßen auf eine Forststraße, die uns immer noch bergauf zum Kleinwildfeuerberg bringt. Hier haben wir den höchsten Punkt erreicht, von jetzt an geht es nur noch abwärts. Wir umwandern im großen Bogen die Dürreckwände und bleiben zunächst stets auf der Hauptstraße. Erst an einer größeren Kreuzung biegen wir links ab (Schild »R1«). Hoch über der Halbammer wandern wir durch das einstige königliche Jagdrevier und erreichen wieder unseren Anstiegsweg, von dem es nicht mehr weit bis zur Brücke und dem Parkplatz ist. Wissenwertes: Wir befinden uns auf dieser Tour im Pfaffenwinkel, zu dem es geografisch keine ganz genaue Grenze gibt. »Der Winkel des Pfaffen« zwischen Lech und Loisach und zwischen dem Südende des Ammersee und dem Alpennordrand war über viele Jahrhunderte im Besitz der Bischöfe von Augsburg, die hier ihre Rechte geltend machten. Im Pfaffenwinkel steht aber auch eine Vielzahl großer wichtiger Klöster wie Andechs oder Polling. Außerdem ist der Pfaffenwinkel Heimat einiger barocker Kirchenbauten (Wies, Rottenbuch, Peißenberg, Ettal), für die das bayerische Voralpenland so berühmt ist.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied850 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBrücke über die Halbammer in Unternogg
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterAuf die Niederbleick - Technisch sehr einfache Tour, wegen der Länge ist jedoch etwas Kondition verlangt.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 179, Pfaffenwinkel-Schongauer Land 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Auf der A 95 von München nach Garmisch, Ausfahrt Kochel/Murnau, über Murnau und Bad Kohlgrub nach Saulgrub, dort links auf die B 23, ca. 300 m nach dem Bahnübergang rechts in die Altenauer Straße, über Altenau und Mayersäge nach Unternogg, dort Parkplatz an der Halbammerbrücke. Bahn Bahnlinie München – Oberammergau, Haltestelle Altenau, zusätzlich 45 min. Marsch bis zum Startplatz in Unternogg.
GastronomieUnterwegs keine. n Forsthaus Unternogg, täglich geöffnet.
Tourismusbüro
Oberammergau Tourismus, Tel. 08822/92310

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