In den Balinger Bergen

Rundwanderung zwischen 750 m und knapp 1000 m Höhe, streckenweise durch ein Naturschutzgebiet und entlang des Albtraufs; weite Ausblicke. (Autor: Ute und Peter Freier)
In Tieringen gehen Sie vom Parkplatz unterhalb der Kirche in der Neue Straße leicht bergab, wenden sich an der nächsten Straßenkreuzung nach rechts und folgen der Hohlgasse (Orientierungstafel) zur Straße in Richtung Hossingen. Sie halten sich sofort wieder links und steigen in den Straßen Hohlweg (Markierung: rote Raute, Hörnle), Hinter Burg und Am Hasenbrunnen durch eine Wohnsiedlung weiter an.
Vom Ortsrand führt ein Fahrweg, der Wilhelm-Stahlecker-Weg, am bewaldeten Talhang der Schlichem – dieses Flüsschen entspringt 1 km weiter nördlich – stetig bergauf. In einer scharfen Linkskurve des Fahrwegs biegen Sie rechts ab in ein Seitental, steigen nun auf der Talsohle steiler an zur Albhochfläche (30 Min.) und folgen auf der Hochfläche einem asphaltierten Fahrweg nach links – in nordwestlicher Richtung ist der Plettenberg-Sendeturm zu sehen – zu einem Wanderparkplatz mit einer Grillstelle unter Bäumen.
Ein Schotterweg führt weiter zu einer Weggabelung am Rand des Naturschutzgebiets Hülenbuchwiesen. Es handelt sich um eine ausgedehnte Bergwiese, die aufgrund ihrer Lage nur mühsam zu erreichen war, folglich nie gedüngt und nur einmal im Jahr gemäht wurde. Auf diese Weise blieben typische Gehölzgruppen, Solitärbäume und eine artenreiche Flora erhalten.
An der Weggabelung am Rand des Naturschutzgebiets halten Sie sich rechts und gelangen über die Hülenbuchwiesen zum Hörnle (956 m; 1 Std.). Der Blick von diesem steil abfallenden Aussichtsfelsen umfasst das Eyachtal, den felsigen Lochenstein (963 m) und die zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald sich erstreckende Region Kleiner Heuberg.
Sie kehren um, halten sich aber leicht rechts und passieren auf einem Wiesenweg ein Ehrenmal für einige Gebirgsjägereinheiten des Zweiten Weltkriegs. Geradeaus führt der nun undeutliche Wiesenweg durch eine Senke und schwenkt kurz darauf nach rechts zum Waldrand (rotes Dreieck, Lochen). Entlang des Albtraufs führt der nun wieder ausgeprägte Weg kurzzeitig durch Wald, anschließend am Rand der Hochwiese Bühlen in Richtung Plettenberg und einige Meter hinab, vorbei an der Jugendherberge Lochen, zur Lochenpass-Straße (1:45 Std.).
Dieser Geländeeinschnitt zwischen dem Hörnle und dem Lochenstein wurde schon in vorchristlicher Zeit als vergleichsweise bequemer Übergang zwischen demEyachtal und dem in südliche Richtung zur Donau verlaufenden Bäratal benutzt.
Am Lochenpass steht eine besondere geologische Schicht an, die so genannte Lochen-Fazies. Hier setzte das Wachstum von Kieselschwämmen zu Riffen, die heute als freigewitterte Schwammriffe (Massenkalke) am Albtrauf, wie z. B. der Lochenstein, oder als Kuppen die Schwäbische Alb prägen, bereits früher ein als an anderen Stellen der Alb, nämlich in der untersten Weißjura-Schicht (Alpha). In dem mergeligen Massenkalk blieben Fossilien sehr gut erhalten, weshalb das so genannte Lochengründle bei Fossiliensammlern bestens bekannt ist.
Ein Pfad und Stufen führen am steilen Hang zur nahezu baumlosen Gipfelhochfläche des Lochensteins (963 m; 2 Std.) hinauf, einem hervorragenden Aussichtspunkt. An der Nordwestkante – Ausblick auf die Region Kleiner Heuberg, den Schwarzwald und den Nordrand der Alb mit der im 19. Jh. erbauten Burg Hohenzollern – befindet sich ein Gipfelkreuz, mitten auf der Hochfläche das höchstgelegene Wanderheim des Albvereins. Da der Lochenstein nach allen Seiten steil abfällt, bot er sich als natürliche Festung an und war vermutlich seit der Jungsteinzeit immer wieder besiedelt.
Entlang der westlichen Steilkante steigen Sie zu einem Fahrweg ab, der sich nach wenigen Metern an einem Grillplatz auf einer Wacholderheide gabelt. Sie gehen nach rechts, oberhalb der Wacholderheide, in einen Sattel.
Von hier aus können Sie nach links einen Abstecher zur Burgruine Wenzelstein machen (hin und zurück 15 Min.). Wahrscheinlich war die um das Jahr 1100 erbaute Burg nur etwa ein Jahrhundert lang bewohnt. Heute sind lediglich noch ein verfüllter Graben und überwachsene Mauerschutthügel von der auf einem mächtigen Schwammstotzen sitzenden Ruine zu sehen. Im Sattel verlassen Sie den Fahrweg nach rechts und folgen einem Wiesenweg (Ausschilderung: Gespaltener Fels), der auf der Scheitelhöhe eines Schafberg-Ausläufers über eine ausgedehnte Wacholderheide recht steil zum Gespaltenen Fels (1000 m; 2:30 Std.) ansteigt.
Hier ist gut zu sehen, wie der Albrand allmählich zurückweicht: Die Albkante bricht aufgrund von Verwitterungsprozessen ab, so dass breite und tiefe Spalten entstehen. Die hier vom Albkörper losgelösten, schon leicht gekippt am Hang stehenden Felsen werden irgendwann in der Zukunft den Hang hinunterstürzen.
Entlang der nordwestlichen Hangkante des Vorderen Schafbergs gelangen Sie einige Minuten später zum Hohen Fels (996 m), von dem aus Sie den riesigen Steinbruch am Plettenberg sehen. Bergab erreichen Sie den Sattel zwischen dem Vorderen und Hinteren Schafberg (2:45 Std.), in dem Sie einen zum Plettenberg führenden Weg kreuzen. Sie halten sich geradeaus (rote Raute) und steigen zu einem Aussichtsfelsen (987 m) an, von dem Sie in das Tal der Schlichem mit dem Dörfchen Hausen am Tann blicken.
Über Wacholderheide gehen Sie in südlicher Richtung weiter und steigen am steilen Hang in zahlreichen Kehren zum Fuß des Schafbergs ab, erreichen das stattliche Gehöft Oberhausen, ein ehemaliges Rittergut, und folgen einem leicht fallenden Sträßchen zwischen Wiesen nach Hausen am Tann (3:45 Std.).
Im Dorf folgen Sie der Ortsdurchfahrt nach links in Richtung Tie-ringen (rote Raute, Tieringen) 100 m weit, überqueren die Schlichem und steigen in der Brühlstraße am Nordhang des Rappensteins zwischen Wiesen etwa 2,5 km weit an. Erst auf Höhe von Tieringen senkt sich das Sträßchen.
Am Ortsrand von Tieringen überqueren Sie die Straße Hausen am Tann – Oberdigisheim und gelangen in der Hausener Straße in die Ortsmitte und zurück zu Ihrem Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied520 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTieringen, Ortsteil von Meßstetten (Zollernalbkreis).
EndpunktTieringen.
TourencharakterAlpin muten die schroffen Balinger Berge an: Plettenberg, Schafberg, Lochenstein, Hörnle und einige weitere. Steil steigen sie aus dem Albvorland bzw. aus dem Tal der Eyach 300–400 m an bis auf Höhen um 1000 m. Botanisch interessant sind die Hülenbuchwiesen und eine ausgedehnte Wacholderheide am Schafberg.
Beste Jahreszeit
KartentippLVA B-W-Freizeitkarte 526 (Sigmaringen), 1 : 50 000.
MarkierungenRote Raute, rotes Dreieck, rote Raute.
VerkehrsanbindungPKW: A 81 Stuttgart–Singen, Ausfahrt Oberndorf; über Rosenfeld nach Balingen; B 463 nach Laufen a. d. Eyach, im Ort rechts abbiegen nach Tieringen; kleiner Parkplatz in der Neue Straße unterhalb der Kirche. Bus: Linie Balingen–Ebingen, mehrmals täglich; in Tieringen Haltestelle Balinger Straße.
GastronomieGaststätten in Tieringen; Gaststätte in Hausen.
Tipps
In Dotternhausen zeigt das Fossilienmuseum im Werkforum (Zementwerk) Funde aus dem hier anstehenden Ölschiefer: Würmer, Muscheln, Krebse, Ammoniten, Seelilien, Krokodile und Saurier; außerhalb des Gebäudes ein kleiner Klopfplatz (Di, Mi, Do 13–17 Uhr, So/Feiertage 11–17Uhr; 1. Dez.–6. Jan.geschlossen; Tel. 0 74 27/7 92 11; www.rohrbach-zement.de)
Unterkunft
In Tieringen Motel am Tor (Tel. 07436/3 11); am Lochenstein die JH Lochen (Tel. 07433/3 73 83) und das kleine Albvereins-Wanderheim Lochenhütte (Tel. 07433/159 64).
Tourismusbüro
Stadtverwaltung, 72469 Meßstetten, Tel. 07431/63 49-0, Fax 07431/6 20 43, Internet www.messstetten.de

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