Deixlfurter Seen und Starnberger See

Acht Weiher und ein großer See.
Zunächst wandern wir von Tutzing in weitem Bogen über die Deixlfurter Seenplatte zum Starnberger See – vom wurzelreichen Steig in der Waldschmidtschlucht abgesehen stets auf breiten Teer- und Forstwegen. Der schattige und bequeme Uferweg am Starnberger See führt größtenteils durch den schönen Feldafinger Park. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
15 km
180 m
4.00 h
Von Tutzing zum Deixlfurter Weiher.
Vom Bahnhof wandern wir auf dem Schönmoosweg entlang der Gleise abwärts, biegen rechts in die Lindmannstraße (Wegweiser »Ilkahöhe«) und hinter der Unterführung in die Monatshausener Straße. Diese wenig befahrene Teerstraße führt uns aufwärts in den Wald. Am Waldparkplatz auf der Anhöhe geht es rechts auf einem schönen Waldweg (Wanderweg 8) über Traubling zur Deixlfurter Seenplatte, die insgesamt aus acht mehr oder minder großen Weihern besteht. Zwar eignet sich das trübe Wasser nicht zum Baden, doch die reizvolle Landschaft mit zahlreichen Vögeln zieht den Betrachter in seinen Bann.
Unsere Route führt links zwischen dem kleinen zentralen Weiher und dem Langer Weiher hindurch. An einer auffälligen Wegbiegung zweigen wir rechts ab und wandern am Golfplatz vorbei an das nördliche Ende des Langer Weihers. Schließlich stößt der breite Weg auf den Kreisradwanderweg, der uns rechts durch eine Bachsenke aus dem Wald herausführt. Auf der Anhöhe stößt man auf eine kleine Teerstraße, von der nach wenigen Minuten ein Pfad links zur Waldschmidtschlucht abzweigt.
Durch die Waldschmidtschlucht zum Starnberger See.
Dieser Pfad verläuft eine Zeit lang am oberen Rand der Schlucht, bevor er über Stufen in das Bachbett hinabführt. Am schönsten ist die Schlucht im Frühling, wenn der Bach in der Regel mehr Wasser führt und Blumen wie der Lerchensporn ihre bunten Blütenteppiche ausbreiten. An heißen Sommertagen ist die Schlucht schattig und kühl. Nun blühen Gelber Eisenhut und Geißbart, Haingilbweiderich, Waldlabkraut und Hasenlattich, daneben sprießen Farn, Schachtelhalm und Springkraut, in den Quellsümpfen wuchert Brunnenkresse. An besonders schattigen Stellen besiedeln Lebermoose den feuchten Fels.
Nach Überqueren mehrerer Bachbrücken gabelt sich die Schlucht, hier links halten. Wir kommen direkt am Bahngleis wieder ans Tageslicht, dort links auf der Teerstraße bergan, über die Fußgängerbrücke auf die Klenzestraße und nach Überquerung der Straße geradewegs auf dem Fußweg zum Tutzinger Nordbad. Vom Strandbad führt unsere Route stets in nördliche Richtung am Ufer des Starnberger Sees entlang, der uns bis Erreichen des Feldafinger Parks jedoch verborgen bleibt.
Durch den Feldafinger Park nach Possenhofen.
Der Feldafinger Park wurde auf Wunsch von König Max II. von Bayern vom Generaldirektor der königlich-preußischen Hofgärten, Peter Joseph Lenné, im Jahr 1853 errichtet. Heute erfreuen sich zahlreiche Ausflügler an den weitläufigen Liegewiesen und Badenischen, die anfangs mangels Parkmöglichkeiten um einiges menschenleerer und somit reizvoller sind. Hier ziehen sich in lauen Sommernächten zahlreiche Jugendliche und Junggebliebene mit Picknickkorb, Wein, Isomatte, Schlafsack und Gitarre zurück, um zu Mitternacht mit oder ohne Vollmond in den erfrischenden See zu springen. Vom See sieht man dann in allen Richtungen die Lichter der entfachten Lagerfeuer flackern.
Auf Höhe der Roseninsel führt der Parkweg am Platanenrondell des ehemaligen Glockenstegs vorbei. Wir wandern am Gemeindebad und dem Segelclub Feldafing vorbei und weiter auf dem Uferweg nach Possenhofen. Nach Passieren der »Schiffsglocke« ist der Restanstieg zum S-Bahnhof Possenhofen beschildert.
Abstecher zum Buchheim-Museum in Bernried.
Ähnlich schön angelegt wie der Feldafinger Park ist der Bernrieder Park bei Bernried und der nach Süden führende gepflegte Wanderweg nach Seeseiten. Doch bekannt geworden ist der rund 5 Kilometer südlich von Tutzing gelegene Ort durch das 2001 am Hirschgarten eröffnete, lang umstrittene Buchheim-Museum (Museum der Phantasie) an einem der schönsten Flecken des Starnberger Sees. Ein Hochsteg führt vom Museum direkt über das Seeufer, an dem Enten im Schilf nach etwas Fressbarem tauchen, während an der seeabgewandten Seite ein verrosteter BMW mit einer Riesenkrake verziert ist.
Kinder fühlen sich vor allem in der unteren Ebene wohl, denn hier spult der Riesenzirkus Buffi auf Knopfdruck sein Programm ab: Zahlreiche Zirkustiere drehen sich im Kreis und schmücken nebst bunten Utensilien die Räume. Tiere aus Blättern sind in Dittis Blätter-Menagerie zu sehen, hölzerne Menschen und Tiere eine Ebene darüber. Lustiger anzuschauen als die Kreaturen von der Rieseneule bis zu den Musikern sind die aufwändig verzierten Marionetten und gläsernen Kugeln.
Die expressionistischen Gemälde, für die Buchheims Sammlung berühmt ist, dürften hingegen für die meisten Kinder weniger interessant sein. Ganz im Gegensatz zu den Kinderbüchern »Jacky, das Rennpferd« und »Thomas«, die im Foyer verkauft werden, die Fußballmannschaft aus Beton im Außengelände und nicht zuletzt die Giraffen am Parkplatz. (Tel.: 08158/99 70 20, Öffnungszeiten: Di–So 10–18 Uhr, Eintritt Erwachsene 7,80 Euro, Kinder ab 6 Jahren 3,50 Euro)
Rückfahrt.
Vom Possenhofener Bahnhof verkehren alle 20 Min. S-Bahnen Richtung München und Tutzing.

Dauer: 4 Std.
Bahnhof Tutzing – Deixlfurter Weiher 1:30 Std., Einstieg Waldschmidtschlucht 45 Min., Strandbad Tutzing 30 Min., Park Feldafing 15 Min., Bahnhof Possenhofen 1 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied180 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Tutzing
EndpunktBahnhof Possenhofen
TourencharakterObwohl nur ein paar Katzensprünge von Tutzing entfernt, sind die malerisch gelegenen Deixlfurter Seen bei den meisten weitgehend unbekannt. Grund genug, den acht Weihern vor der erholsamen Uferwanderung am Starnberger See einen Besuch abzustatten.
Hinweise
Kinderwagengeeignet ist nur der Weg am Starnberger See.
KartentippKompass-Wanderkarte Nr. 180: Starnberger-/Ammersee, 1:50 000
VerkehrsanbindungMit der S 6 von München (alle 20 Min.) oder mit dem Auto von München auf der A 952 über Starnberg.
GastronomieRestaurant Schiffsglocke, Dampfersteg, Possenhofen, Tel.: 08157/99 72 47, täglich geöffnet mit durchgehend warmer Küche; Einkehr in den Strandbädern Tutzing und Feldafing.
Tipps
Rudern zur Roseninsel. Vom Glockensteg rudert der Fährmann von Anfang Mai bis Ende Oktober zwischen 11 und 18 Uhr Passagiere zur nahen Roseninsel hinüber, obwohl das Eiland problemlos auch erschwommen werden könnte. Aber das Vergnügen auf der historischen Plätte und den Besuch des Inselschlösschens lassen sich die meisten doch nicht entgehen.
Tourismusbüro
Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land, Wittelsbacher Str. 2 c, 82319 Starnberg, Tel.: 08151/906 00, Fax: 90 60 90, E-Mail: tourist-info@starnberger-fuenf-seen-land.de, Internet: www.starnberger-fuenf-seen-land.de

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