Dalfazalm und Köglalm

Der Anstieg zur Buchauer Alm erfolgt auf Almfahrweg, dann Bergwanderweg zur Erfurter Hütte. Von der Bergstation zur Dalfazalm führt ein Wanderweg. Der Übergang zur Köglalm erfolgt auf Bergsteig, der Abstieg ins Tal auf Bergsteig oder Almfahrweg. Die Hochiss setzt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
17 km
1395 m
7.00 h

Von Maurach zur Erfurter Hütte

Am schnellsten geht es mit der Seilbahn auf den Berg, doch das ist nicht nach jedem Geschmack. Beginnen wir also die Wanderung zu Fuß - Vom Parkplatz an der Rofanbergbahn-Talstation führt ein ausgeschilderter Fahrweg hinauf zur Jausenstation Buchauer Alm (1385 m). Von dort führt ein markierter und ausgeschilderter Bergwanderweg durch lichten Wald und Bergwiesen, das gesprenkelt ist mit weidendem Jungvieh, über den inzwischen verfallenen Mauritzalm-Niederleger – zuletzt in steilen Kehren – hinauf zum kleinen Plateau bei der Bergstation der Seilbahn.

Hier gibt es neben der Erfurter Hütte, gleich neben der Bahn, noch den Alpengasthof Rofan sowie, etwas oberhalb gelegen, den Mauritzalm-Hochleger. Sie alle bieten Übernachtungsmöglichkeiten an, und vielleicht ist das auch gar nicht schlecht, so haben wir den ganzen nächsten Tag für den langen Höhenweg.

Übergang zur Dalfazalm

Von der Bergstation der Rofanseilbahn (1840 m) bzw. von der Erfurter Hütte wandern wir zuerst nordöstlich wenige Meter hinab zu einer Wegverzweigung mit großer Infotafel (nur wenige Meter oberhalb liegt die reizvolle kleine Mauritzalm). Dort links haltend auf dem schönen und aussichtsreichen Wanderweg (Markierungs-Nummer 413) über Bergwiesen hinab in das Tal, das sich zwischen Gschöllkopf und der Rotspitze hinauf zu den Dalfazer Wänden zieht. Dann wieder leicht ansteigend zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Durrawand mit herrlichem Tiefblick auf den Achensee und hinüber zum Karwendelgebirge. Der Weiterweg verläuft wieder leicht fallend hinab zur Dalfazalm, die in einer schönen Wiesenmulde liegt.

Weiterweg zur Köglalm

Von der Dalfazalm folgen wir dem Steig (Markierungs-Nummer 413) in einem Rechtsbogen durch eine Hochtalmulde über karge Bergmatten hinauf zum schmalen Kotalmsattel (1976 m). Den Durchlass durch den hier gespaltenen felsigen Klobenjochkamm vermittelt das so genannte Steinerne Tor. (Hier mündet von rechts der Steig von der Hochiss ein.)

Jenseits geht es auf gutem Wanderweg hinab ins weite Kar und vorbei am verfallenen Kotalm-Hochleger weiter hinab zum Mittelleger (1608 m). (Hier führt links ein Almfahrweg hinab zum Achenseehof, falls wir die Tour abkürzen wollen!). Wir gehen rechts haltend weiter, queren den weiten Labschlaggraben und treffen auf eine Weggabelung. Hier führt links der kürzere, neu angelegte schmale Steig direkt über die Köglgräben hinab zur Köglalm. Halten wir uns rechts, überqueren wir leicht ansteigend das Zirbenjoch (1627 m) und gehen bei der nächsten Wegverzweigung links hinab zur Köglalm.

Abstieg zum Achensee und Rückkehr

Von der Köglalm führt ein Wirtschaftsweg zum Ort Achensee. Interessanter ist jedoch der Steig hinab zum Achenseehof, den auch das Almvieh bei Saisonende nimmt. Der Steig führt mäßig steil durch Wald hinab, quert einen Bachgraben und trifft auf den Almfahrweg, der zum Kotalm-Niederleger führt. Auf diesem rechts hinab zum Achenseehof mit Schiffsanlegestelle bzw. Busverbindung.

Abstiegsvariante

Wer nicht den ganzen Höhenweg zur Köglalm laufen will, kann die Tour auch abkürzen: Von der Dalfazalm führt ein schöner Wanderweg (Markierungs-Nummer 13) über Bergweiden und durch Wald über die Durraalm direkt hinab zum Ausgangspunkt bei der Talstation der Rofanseilbahn. Der Gipfelabstecher Falls wir unseren Höhen-„Spaziergang“ mit einem Gipfelziel abrunden wollen, bietet sich nicht nur irgendein Gipfel, sondern sogar die höchste Erhebung des Rofangebirges an.

Von der Erfurter Hütte bzw. der Bergstation der Rofanbergbahn wandern wir zunächst auf breitem Weg in Richtung Gschöllkopf – links an der Mauritzalm vorbei – und folgen dabei durchgehend der Markierungs-Nummer 413. Nach dessen Ostflanke halten wir uns links und steigen hinauf in die Einsenkung zwischen Gschöllkopf und Spieljoch. Zunächst eben weiter, dann links durch die Südflanke der Hochiss, das Rote Klamml (Seilsicherungen) und hinauf zur Kammhöhe westlich des Gipfels; dort rechts hinauf zur Hochiss, 2399 m. Anschließend steigen wir über den Streichkopf zum Kotalmsattel ab, wo wir wieder auf unsere Höhenroute stoßen.


(Maurach - Buchauer Alm) - Erfurter Hütte - Dalfazalm - Kotalmsattel - Kotalm-Mittelleger - Zirbenjoch - Köglalm - Achensee

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1395 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTalstation (980 m) oder Bergstation der Rofanseilbahn (1840 m)
TourencharakterAuf der Westseite des Rofangebirges – hoch über dem Achensee – führt ein aussichtsreicher Höhenweg von Maurach über die Bergstation der Rofanseilbahn nach Achenkirch. Dabei berühren wir auch einige Almen, von denen die zwei Interessantesten vorgestellt werden sollen. Erste Station nach einer kurzen Wanderung von der Rofanseilbahn-Bergstation ist die Dalfazalm, die an aussichtsreicher Stelle auf einem Wiesenrücken hoch über dem Achensee thront. Diese Eigentumsalm des Steinberger Hofs in Eben kann auf eine lange, abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken. Die alte Sennhütte, die heute noch steht, stammt aus dem Jahr 1664 (für Interessierte - die Hütte ist mit offenem Herd und einem alten Butterkessel ausgestattet und kann besichtigt werden), 1984 wurde der jetzige Gasthof erbaut und eröffnet, in ihm finden Bergwanderer Unterkunft. Meist sind es zwar Gruppen, die hier über Nacht bleiben, aber auch Einzelwanderer sind herzlich willkommen. 1988 wurde der Stall von einer Lawine mitgerissen. Auf der Alm werden im Sommer 30 Milchkühe versorgt sowie 50 bis 60 Stück Jungvieh betreut; zusätzlich gibt es Schafe und Schweindl. Zwei Drittel des Almviehs sind hier zur Pension von Bauern aus dem Inntal, von Wiesing, Reith und Münster. Die Milch wird mit der Materialseilbahn zu Tal und mit dem Tankwagen zur Molkerei gebracht. Neben den üblichen Brotzeiten gibt es Kaiserschmarrn, Eier mit Speck, Suppen und gelegentlich auch einen Schweins- oder Wildbraten. Wenn der Almsommer glücklich verlaufen ist, werden die Tiere auf dem Steig direkt hinunter zum Achensee geführt, auf der Wiese neben dem Hotel Buchau geschmückt und am See entlang nach Hause getrieben.
Die im Jahr 1956 neu erbaute Köglalm – die jahrhundertealte frühere Alm stand etwas weiter oben am Berg – ist eine Eigentumsalm ganz nach dem Gusto der Kinder: Es gibt noch etwa 15 Kühe und 70 Stück Jungvieh, Geißen, Schafe und Hängebauchschweine. Die Mutter Künig vom Tischlerhof in Achenkirch betreut seit 1980 als Sennerin die Alm und melkt noch selbst die Kühe. Die Milch wird zweimal am Tag abgeholt und zur Molkerei gebracht. Dort wird Berg-Tilsiter gemacht, der wieder den Weg zur Alm antritt. Auf der Alm wird noch kuhfrische Milch ausgeschenkt, dazu gibt es Brotzeiten aus Selbstgeräuchertem und Berg-Tilsiter, jedoch keine warmen Gerichte, denn dafür fehlt die Zeit. Spezialität sind auch selbstgebrannte Schnäpse – aus Marillen, Sauerkirschen und Preiselbeeren –, diese werden von einer befreundeten Bäuerin hergestellt. Die Alm wird von Mitte Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, das Vieh kommt aber erst Anfang Juni dazu und kehrt Ende September in den Stall zurück. Das Jungvieh wird im Hochsommer für vier Wochen auf den Hochleger, die Moosenalm, getrieben. Dieser liegt auf der anderen Talseite, im Christlumgebiet. Beim Almabtrieb gehen die Kühe den Almsteig – nicht den Fahrweg – hinunter zum Hotel Achenseehof; dort werden sie in der Wiese geschmückt und am Achensee entlang zum Tischlerhof nach Hause geführt. Es ist die einzige Alm im Bereich Achenkirch, die diesen Aufwand noch betreibt.
Beste Jahreszeit
Kartentippf&b-Wanderkarte Nr. 321 „Achensee – Rofan - Unterinntal“ (1:50 000)
VerkehrsanbindungAuto: Auf der A 8 bis zur Ausfahrt Holzkirchen, auf der Landstraße über Gmund, Bad Wiessee und die Achenseepassstraße über Achensee nach Maurach. Oder über die Inntalautobahn bis Ausfahrt Achensee/Zillertal, weiter nach Maurach. Große Parkplätze an der Talstation der Rofanbergbahn.
Bahn: über Kufstein nach Jenbach, von dort mit dem ÖBB-Bus nach Maurach. Oder mit der Oberlandbahn nach Tegernsee und von dort mit dem RVO-Bergsteigerbus bis Maurach.
GastronomieBuchauer Alm (1385 m), während der Weidesaison bewirtschaftet; Erfurter Hütte (1834 m), Alpenvereinshütte, von Pfingsten bis Mitte Oktober bewirtschaftet, 20 Betten, 50 Lager, Tel. ++43/5243/5517; Dalfazalm (1693 m), privat, von Mitte Mai bis Allerheiligen bewirtschaftet, 36 Übernachtungsplätze, Tel. ++43/5243/5224; Köglalm (1431 m), privat, von Mitte Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, Tel. ++43/5246/61114 oder 6562.
Tipps
Der Tipp für Kinder Zwischen dem Bahnhof Jenbach und dem Achensee verkehrt regelmäßig ein Nostalgiedampfzug, der nicht nur Kinder begeistert. Auf dem Achensee pendeln zudem regelmäßig Schiffe, sodass für zusätzliche Abwechslung gesorgt ist.
Informationen
Dauer - Anstieg von Maurach über die Buchauer Alm zur Erfurter Hütte 2 1/2 Std., Übergang zur Dalfazalm 1 Std., Weiterweg über den Kotalmsattel zur Köglalm 2 1/2 Std., Abstieg zum Achensee 1 Std. Gesamtgehzeit: 7 1/2 Std. Der Abstecher zur Hochiss und der Abstieg zum Kotalmsattel verlangt 2 1/2 Std. Gehzeit. Rückkehr mit Bus, evtl. Bootsfahrt.
Unterkunft
Buchauer Alm (1385 m), während der Weidesaison bewirtschaftet; Erfurter Hütte (1834 m), Alpenvereinshütte, von Pfingsten bis Mitte Oktober bewirtschaftet, 20 Betten, 50 Lager, Tel. **43/5243/5517; Dalfazalm (1693 m), privat, von Mitte Mai bis Allerheiligen bewirtschaftet, 36 Übernachtungsplätze, Tel. **43/5243/5224; Köglalm (1431 m), privat, von Mitte Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, Tel. **43/5246/61114 oder 6562.
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