Cima delle Pozzette

Weitgehend unschwierige Wanderung. Etwas Trittsicherheit ist dennoch nötig wegen einiger Geröllpassagen, vor allem auch bei Nässe. Auch wenn Sie hier Leute mit Sandalen usw. sehen, empfehlen wir Wanderschuhe bzw. Wanderstiefel. Denn teilweise wandern wir auf Pfaden und Passagen im steinigen Gelände. In einigen Wanderführern kann man den Eindruck gewinnen, es handele sich um einen kleinen Spaziergang am Grat – ganz so ist es nicht. (Autor: Joachim Lutz, Sabine Malecha)
3 km
400 m
2.00 h
Der »Garten Europas«.
Wie der zwischen Etschtal und Gardasee gelegene Monte Baldo auch genannt wird, ist ein Traum für Pflanzenfreunde und zählt zu den blumenreichsten Bergen der Alpen. Da der Gebirgsstock in der letzten Eiszeit eisfrei blieb und sein unterer Teil bereits in der mediterranen Zone liegt, konnte sich hier eine überwältigende Pflanzenfülle von mehr als 2000 Arten, darunter Pfingstrose, Feuerlilie und Holunderknabenkraut, ansiedeln. Manche Pflanzen wie die Monte-Baldo-Ane - mone, die Monte-Baldo-Segge und die Monte-Baldo-Witwenblume kommen sogar nur in dieser Region vor. Weil die Spitze des Berges durch die Eiszeiten hindurch immer aus der Eisdecke herausragte, konnten auf ihm viele urtümliche Pflanzen und Tiere überleben. Die Erforschung des Monte Baldo begann mit Francesco Calzolari, einem veronesischen Apotheker. Er bestieg 1551 den Monte Baldo, um dort nach Heilpflanzen zu suchen. Sein 1566 erschienenes Büchlein »Il viaggio di Monte Baldo« enthielt bereits eine Beschreibung der Höhenstufen mit Pflanzenlisten sowie Angaben zu Klima und Gesteinen. Calzolaris Arbeit zeigt beispielhaft das sich im 16. Jh. entwickelnde Interesse der Menschen an der Natur. So wurden zu dieser Zeit in Ober- bzw. Mittelitalien zwei für die Erforschung der Pflanzenvielfalt grundlegende Instrumentarien »erfunden«, nämlich die botanischen Gärten und die Herbarien. (1914 m). Links unten sehen wir das Etschtal und Rovereto, rechts Malcesine. Unser Weg steigt stetig steinig weiter empor. Wir gewinnen nun schnell an Höhe und gelangen zu einem zerklüfteten Grat und zu einem Sattel. Ein Blick zurück lohnt. Immer wieder über Geröllkarren wandern wir aufwärts zur Cima delle Pozzette (2132 m; 1.40–2 Std. von der Seilbahn-Bergstation). Nach einer herrlichen Aussichtspause wandern wir auf gleichem Weg zurück zur Bergstation (ca. 1 Std.). In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts entwickelte sich der Monte Baldo, der »Garten Italiens«, zu einem bevorzugten Ziel für Pflanzenexkursionen.
Zur Cima delle Pozzette.
Von der Bergstation wandern wir einige Meter abwärts mit der Markierungsnummer 651 in die Bocca di Tratto Spino (1720 m). Hier, bei den vielen Wegweisern, wenden wir uns dem Gegenanstieg zu (Weg Nr. 651 Richtung Punta Telegrafo) und marschieren am Skilift vorbei zum aussichtsreichen grasbewachsenen Felsgrat, auch Baldensischer Grat genannt (ca. 50Min. von der Bergstation). Hier kann man im Mai und Juni eine herrliche Blütenpracht bewundern. Vor uns sehen wir bereits die schroffen Felsen der Cima delle Pozzette. Wiesen und Steinwege wechseln sich ab. Vorbei geht es nun an einem Meer aus Steinmännchen (1914 m). Links unten sehen wir das Etschtal und Rovereto, rechts Malcesine. Unser Weg steigt stetig steinig weiter empor. Wir gewinnen nun schnell an Höhe und gelangen zu einem zerklüfteten Grat und zu einem Sattel. Ein Blick zurück lohnt. Immer wieder über Geröllkarren wandern wir aufwärts zur Cima delle Pozzette (2132 m; 1.40–2 Std. von der Seilbahn-Bergstation).
Nach einer herrlichen Aussichtspause wandern wir auf gleichem Weg zurück zur Bergstation (ca. 1 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied400 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortMalcesine
AusgangspunktBergstation der Seilbahn Malcesine – Monte Baldo bei der Baita dei Forti
EndpunktBergstation der Seilbahn Malcesine – Monte Baldo bei der Baita dei Forti
TourencharakterDer Monte Baldo ist ein beliebter Freizeitberg und fest in der Hand von Wanderern, Radfahrern und Gleitschirmfliegern. Die schönste Terrasse des Gardasees, wie der Monte Baldo auch genannt wird, verspricht Aussicht auf die lombardischen und venezianischen Alpen sowie die Dolomiten und die Poebene. Das Monte-Baldo-Gebirge umfasst die Gipfel des Monte Baldo, Altissimo di Nago, Cima del Longino, Cima delle Pozzette, Cima Valdritta und Punta Telegrafo. Unsere Tour führt uns heute von der Seilbahn- Bergstation Richtung Süden zum Gipfel der Cima delle Pozzette auf 2132 m Höhe, während sich die Masse in Richtung Norden zum Monte Altissimo aufmacht.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50 000, Blatt 071 Alpi di Ledro, Valli Giudicarie; freytag & berndt 1:50 000, Blatt Gardasee
MarkierungenWeg Nr. 651
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Rovereto Sud, und weiter der Beschilderung Richtung Riva del Garda folgen; in Torbole auf der SS 249 nach Malcesine. Parkmöglichkeiten im Ort oder im Parkhaus der Seilbahn.
Gastronomie Seilbahn-Bergstation - Baita di Forti; in Malcesine
Informationen
DIE SCALIGERBURG IN MALCESINE. Malcesine, »die Perle des Gardasees«, liegt am Ostufer und hat etwa 3500 Einwohner. Ein plötzlich auftretender starker Wind auf dem Gardasee zwang Johann Wolfgang von Goethe auf seiner berühmten Italienreise am 13.9.1786 zu einem Kurzaufenthalt in Malcesine. Fasziniert von der Schönheit der Scaligerburg, sucht der Dichter einen ruhigen Platz und zeichnet das Schloss. Einheimische halten ihn für einen österreichischen Spion, der die Festung ausspionieren will, und Goethe entgeht nur knapp einer Verhaftung. In seiner Italienischen Reise erwähnt der Dichter diese Begebenheit und trägt damit zum Ruhm des kleinen Ortes bei, der heute zu den beliebtesten Reisezielen am Gardasee zählt. Das Castello di Malcesine wurde wahrscheinlich Mitte des 1. Jh. n. Chr. von den Langobarden erbaut. Neben der Burg laden zwei Naturkundemuseen zu einem Besuch ein. Die Scaligerburg von Malcesine, das »Castello Scaligero«, betritt man – von der Stadt aus kommend – durch das sogenannte »Sarazenentor«. Ein ausgeklügeltes System von Treppen und Brüstungen sorgte in früheren Zeiten dafür, dass die Anlage gut zu verteidigen war. Der Palazzo Inferiore stammt aus dem Jahr 1620. In ihm befinden sich das Museo del Baldo und das Museo del Garda, in denen man Näheres über die Flora und Fauna des Gardasees erfährt. In der ehemaligen Pulverkammer ist das Goethe-Museum untergebracht; eine Büste des Dichters steht vor dem Eingang. Der fünfeckige Turm der Burg ist 70m hoch und war ursprünglich mit einer Zugbrücke begehbar. Heute betritt man ihn über eine hölzerne Innentreppe im hinteren Innenhof. Stattlich und imposant überragt er Malcesine. Vom Dach des Turms aus – auf dem eine eiserne Glocke hängt – hat man einen herrlichen Blick über den Gardasee und die Dächer von Malcesine sowie in den Innenhof der Burg. Die verschiedenen, verschachtelten Ebenen, das solide Mauerwerk, ja die ganze Architektur, versetzen einen wirklich ins Mittelalter zurück. Alles ist in einem hervorragenden Zustand und man sieht, dass sich die Kommune sehr viel Mühe mit dem Erhalt der Anlage gibt. Scaligerburg, Via Castello – Via Capitanato, 37018 Malcesine, Tel. 0039/045/657 09 63, Fax 0039/045/740 08 37
Tourismusbüro
TOURIST-INFO Istituzione Malcesine Più, Via Castello – Via Capitanato, 37018 Malcesine – Verona, Tel./Fax 0039/045/740 08 37, E-Mail - info@malcesinepiu.it, www.malcesinepiu.it

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