Cima della Nara, 1376 m, und Cima al Bal, 1260 m

Aussichtsreiche Kammüberschreitung südlich des Val di Ledro; Trittsicherheit auf den teilweise recht schmalen Wegen notwendig. Im Kammbereich alte Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg. Fantastische Tiefblicke auf den Garda- und den Ledrosee. Kurze gesicherte Passagen (Autor: Eugen E. Hüsler)
10 km
960 m
6.00 h
Ein Ausguck.
Die Wanderrunde beginnt bei der Kirche von Pregàsina (532 m), führt zunächst flach zur Mündung des Tälchens von Palaer, vorbei am Abzweig eines steilen, zementierten Weges. Im Wald beginnt die Fahrspur stärker anzusteigen; nach ein paar Schleifen läuft sie links hinaus gegen die Bocca Larici mit zwei Almhütten. Hier sollte man unbedingt noch die paar Schritte hinüberspazieren zur Punta dei Larici (908 m), wo sich ein fantastischer Tiefblick auf den Gardasee auftut. Das Schottersträßchen setzt sich sanft ansteigend zur Malga Palaer (947 m) fort, aus der Piste wird ein Wanderweg, der im Wald zum Passo Rocchetta (1159 m; 2 Std.) ansteigt.
Die Kammwanderung.
Der Weiterweg führt, noch etwas steigend, durch die Südhänge des Monte Guil hinüber zu einer Wiesenblöße, wo sich ein schöner Blick auf den massigen Monte Carone (1621 m) auftut. Hier zweigt der Kammweg spitzwinklig rechts ab (Tafel). Erster Hochpunkt an ihm ist der Monte Guil (1322 m), nach kurzem Zwischenabstieg geht’s in leichtem Auf und Ab an dem teilweise bewaldeten Grat entlang. Am Passo Chiz (1276 m) beginnt der kurze Anstieg zur Cima della Nara (1376 m). Der felsige Gipfel kann wahlweise überstiegen (»per esperti«) oder umgangen werden; oben drüber ist schöner und – trotz des Hinweises – auch nicht schwierig. Mit viel Aussicht aufs Wasser links (Ledro) und rechts (Garda) überschreitet man die Cima al Bal (1260 m). Dahinter leitet die Spur zunehmend steiler bergab, teilweise in felsigem Gelände (Drahtseil) und vorbei an ehemaligen Kriegsstellungen.
Cima Nodice.
An der Bocca de Lè (805 m) gabelt sich der Weg - Rechts geht’s direkt hinunter nach Pregàsina, geradeaus kommt man nach einem nur kurzen Anstieg zum Gipfel des Nodice (859 m; 5.15 Std.). Dank seiner weit gegen die Mündung des Ledrotals vorgeschobenen Lage ist die felsige Kuppe ein fantastischer Ausguck direkt über den Surferwellen des Lago. Nach den schwindelnden Aus- und Tiefblicken tut man gut daran, sein Augenmerk auf den Weg zu richten. Der ist steil und recht ausgesetzt (Drahtseile), führt über eine lange, aus dem Fels geschlagene Stiege (Scala Santa) hinunter zum Felsfuß, dann hinter einem abgespalteten Turm hindurch, bevor er in den von der Bocca de Lè herabkommenden Pfad mündet. Mit ihm, zuletzt auf zementierter Unterlage, zurück zum Bergnest Pregàsina (6 Std.).

Wandern Gardasee

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied960 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortPregàsina (532 m)
AusgangspunktParkplatz bei der Kirche
EndpunktParkplatz bei der Kirche
TourencharakterAuf den ersten Blick wirkt er recht unscheinbar, der lang gestreckte, größtenteils bewaldete Grat im Rücken des Bergdörfchens Pregàsina. Andere Gipfel hier sind höher, schroffer auch, etwa der Monte Carone (1621 m) oder die Rocchetta jenseits des untersten Ledrotals. Umso größer ist dann die Überraschung - Was eher dezent beginnt, wird zu einem Steigerungslauf, immer schöner präsentieren sich die beiden Seen der Region, der (kleine) von Ledro und der große Benacus. Sozusagen als Tüpfelchen aufs »i« genießen die Wanderer dann vom Gipfelchen des Nodice – nicht einmal tausend Meter hoch – eine faszinierende Schau auf das oberste Seebecken mit den Städtchen Riva und Torbole, zwischen denen der schräge Plattenberg des Brione aufragt. Über der wilden Ponaleschlucht (mit den Serpentinen der alten Talstraße) baut sich der Rocchetta-Stock mit steilen Felsmauern auf.
Krieg.
Die Runde bietet aber nicht nur Aus-, sondern auch Rückblicke. Allenthalben stößt man am Kamm auf verwachsene Schützengräben, Stollenlöcher und Unterstände: Vor bald einem Jahrhundert standen sich hier an der Südgrenze der k. u. k. Monarchie Kaiserjäger und Alpini gegenüber. Es war eine Front ohne Bewegung, Stellungskrieg im Gebirge. Hüben wie drüben grub man sich immer tiefer in den Berg hinein, die Cima Nodice wurde zu einer richtigen Felsenfestung ausgebaut. Wer eine Stirnlampe dabei hat, kann (mit entsprechender Vorsicht!) den einen oder anderen Stollen erkunden. Der Zustieg zu der Gipfelstellung erfolgte über die »Scala Santa«, eine steile Felsentreppe.
Beste Jahreszeit
KartentippLagirAlpina 1 - 25 000, Blatt 12 »Alto Garda«
MarkierungenWegzeiger, rot-weiße Markierungen, Wegnummern 422b, 430, 429, 422
VerkehrsanbindungVon Riva auf der Tunnelstraße ins Val di Ledro, dann links Richtung Pregàsina
GastronomieEinkehrmöglichkeit nur in Pregàsina
Tourismusbüro
APT Garda Trentino, I-38066 Riva del Garda; Tel. +39/0464/55 44 44, info@gardatrentino. it, www.gardatrentino.it

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