Chilchhorn

Kurze, nur wenig schwierige Gipfeltour; Trittsicherheit erforderlich. (Autor: Eugen E. Hüsler)
3 km
410 m
2.00 h
Von der Passhöhe des Nufenen (Passo Novena, 2478 m) folgt man der deutlichen, aber nicht markierten Wegspur, die über den grasig-breiten Rücken gegen das Chilchhorn und dann in die schrofige Westflanke des Berges führt. Im Zickzack geht's hinauf zu einer verfallenden Militärbaracke, die sich an die Felsen des Südgipfels (2784 m) lehnt, und links gelangt man über den Blockgrat zum höchsten Punkt (2789 m; 1:15 Std.). Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied410 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNufenenpass (2478 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterFür richtige Gipfelstürmer ist der Abstecher zum Chilchhorn nicht viel mehr als ein Katzensprung: eine Stunde oder weniger bis zum Hoch- und Wendepunkt, wo man für die kurze Anstrengung mit einer tollen Umschau belohnt wird. Im weiten Panorama stehen dann die wirklich großen Tourenziele, allen voran die Viertausender der Berner Alpen. Der »kleine« Berg über dem Nufenenpass vermittelt aber nicht bloß Postkartenbilder, sondern auch interessante Einsichten zum Thema »Tessin«. Da ist einmal der Blick durch die Val Bedretto. Das Tal gehört zu den schneereichsten der Schweizer Alpen, und immer wieder bedrohten Lawinen die Dörfer im Tal. Aufwändige Verbauungen haben es sicherer gemacht, und die Straße über den Nufenenpass hat einen bescheidenen Tourismus gebracht. Doch die allmähliche Entvölkerung – eines der drängendsten Probleme des Sopra Ceneri – ließ sich damit nicht aufhalten. Im letzten Jahrhundert hat das Bedrettotal vier Fünftel seiner Bewohner durch Abwanderung verloren. Dafür hat das Tessin Energie gewonnen: Wasserkraft. Vor allem die Maggia und ihre Zuflüsse müssen herhalten, damit die Zürcher ihr Brot toasten und ihre Straßen beleuchten können; die Kraftwerksanlagen produzieren jährlich über eine Milliarde Kilowattstunden Strom. Sogar »gewildert« wird dabei: Der Gries-Stausee (2386 m), der auf Walliser Boden liegt (und vom Chilchhorn aus gut zu sehen ist), liefert sein Gletscherwasser durch einen Stollen ins Tessin. Auch in der italienischen Nachbarschaft, in der Val Formazza, wird Wasser gestaut und dadurch Energie gewonnen. Eine abschnittsweise schmale Straße führt von Domodóssola an der Simplonroute hinauf bis zum Grenzpass San Giacomo (2313 m), doch konnten sich die Schweizer bislang nicht entschließen, einen Anschluss an die Nufenenpassstraße zu bauen. Die Militärs, die eine Bedrohung ihrer (inzwischen abgewrackten) Gotthardfestung witterten, waren stets dagegen. Dabei leben in dem Piemonteser Bergtal »Verwandte« der Oberwalliser, im Spätmittelalter ausgewandert: Walser. Die trifft man übrigens auch im Tessiner Flecken Bosco/Gurin.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 265T »Nufenenpass« mit Wanderwegeaufdruck. Landeskarte der Schweiz 1:25 000, Blatt 1251 »Val Bedretto«.
MarkierungenKeine Markierungen, aber deutliche Wegspur.
VerkehrsanbindungDer Nufenenpass verbindet die Val Bedretto mit dem Obergoms, 22 km von Airolo, 14 km von Ulrichen. Postbuslinie, großer Parkplatz auf der Passhöhe.
GastronomieRestaurant am Nufenenpass.
Tourismusbüro
Leventina Turismo, CH-6780 Airolo; Tel. 091/8 69 15 33, info@leventinaturismo.ch, www.leventinaturismo.ch.

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