Brocken

Höchster Gipfel des Harzes Waldwanderung auf bequemen Wegen und zum Teil wurzeligen Pfaden, die festes Schuhwerk erforderlich machen. (Autor: Bernhard Pollmann)
Der steile, gut ausgebaute Eckerlochsteig ist einer der naturschönsten und traditionsreichsten Zustiege von Schierke zum Brocken. Von der Bushaltestelle an der Kurverwaltung in Schierke – im selben Gebäude ist auf der Seite des Kurparks die Nationalpark-Informationsstelle untergebracht – führt die Brockenstraße mit schönem Wurmberg-Blick in sachtem Anstieg durch den Kurort und tritt am Ende des für den öffentlichen Verkehr zugelassenen Bereichs (hier befinden sich Jugendherberge, Großparkplatz und Wanderwegweiser) in den autofreien Nationalpark Harz ein (Richtung »Eckerloch«). Zwischen den Bäumen fällt der Blick hinaus auf die Schluftwiesen im Tal der Kalten Bode; das Wort »Schluft« bedeutet »Schlucht« und verweist auf den Schluchtcharakter des vom Schwarzen Schluftwasser durchflossenen Eckerlochs. Das in einem Quellmoor am Südhang des Brockens entspringende Schluftwasser mündet hier in die Kalte Bode. Kurz oberhalb der Mündung verlässt der Wanderweg die Brockenstraße und wechselt bei einem alten Wasserwerk rechts hinauf in das Tal des Schluftwassers. Recht steil führt der schmale Weg im blockreichen Wald aufwärts, begleitet vom Plätschern des Bachs. Nach Queren der Brockenstraße steigt der Wurzelweg noch ein wenig mehr an und erreicht nach Queren der Brockenbahntrasse den Rastplatz im Eckerloch. Ab hier ist der steile Steig an feuchten Stellen mit Bohlen ausgelegt. Schließlich mündet er auf die autofreie Brockenstraße - Auf ihr geht es links aufwärts zur Einmündung des Neuen Goethewegs, wo erneut die Trasse der Brockenbahn überquert wird, und dann am Brockenbahnhof vorbei zum Brockengipfel. Brocken-Rundweg Das Gipfelmal (1142m) auf dem Brocken ist ein stattlicher Felsblock, um den herum in den gepflasterten Boden eingelassene Metallplaketten die Entfernung zu den Punkten anzeigen, die bei klarer Sicht im Blickfeld sind. In der Nachbarschaft dieses aussichtsreichen Platzes befinden sich Brockenherberge, Hexenklause, Brockenmuseum und Fernmeldeturm sowie das Wolkenhäuschen mit Goetheplakette und das Heinrich-Heine-Denkmal. Die Goetheplakette erinnert an den winterlichen Aufstieg des 28-Jährigen am 10. Dezember 1777, das Heine-Denkmal erinnert daran, dass der Dichter auf seiner »Harzreise« im Jahr 1824 auf dem Brocken übernachtete und dann durch das naturschöne Ilsetal zu Tal wanderte. Vom Gipfelmal auf dem Brocken führt ein aussichtsreicher Weg neben dem Fernmeldeturm hinab zur Kreuzung mit dem Brocken-Rundwanderweg. Diesem folgen wir links durch den Hang der Gipfelkuppe, immer wieder laden Sitzbänke dazu ein, die grandiose Aussicht zu genießen. Ein besonders schöner Aussichtspunkt ist an den Klippen Teufelskanzel und Hexenaltar erreicht, zwei markanten Beispielen für die in den Granitgebieten des Harzes weit verbreitete Wollsackverwitterung. Im Hintergrund zeigt sich jenseits des Tals der Kalten Bode der sprungschanzenüberhöhte Wurmberg, weiter rechts rundet sich die nackte Hornfelskappe des Achtermanns. Eine Hinweistafel bemerkt, dass Teufelskanzel und Hexenaltar Goethe zur »Walpurgisnacht«-Szene in »Faust I« angeregt hätten; Goethe lokalisiert die Szene im »Harzgebirg, Gegend von Schierke und Elend«. Bei Teufelskanzel und Hexenaltar fällt der Blick auch hinab zum Goethemoor (daneben die Trasse der Brockenbahn) und zum Brockenfeld. Nach den Moorgebieten in den Senken am Westabfall soll der Brocken benannt sein: »Moorberg« (zu Mittelhochdeutsch bruoch = Sumpf). Wenig später sehen wir links des Rundwegs den 1890 durch die Georg-August-Universität Göttingen begründeten Brockengarten; er wurde 1990 neu angelegt und beherbergt 1500 Pflanzenarten aus Hochgebirgsregionen. Die hohe Arten-, Wuchsform- und Blütenmannigfaltigkeit hat den Brockengarten zu einer der meistbesuchten Naturbildungsstätten des Harzes werden lassen. Aussichtsreich führt der Rundweg weiter an der Wetterwarte vorbei zum Brockenbahnhof (1125m). Hier besteht bis Drei-Annen-Hohne letztmals die Möglichkeit, Mineralwasser zu kaufen. Ahrensklint und Trudenstein Vom Brockenbahnhof führt die asphaltierte, auch von Radwanderern und Mountainbikern rege frequentierte Brockenstraße aussichtsreich abwärts, wobei anfangs vor allem die Heinrichshöhe und der Kurort Ilsenburg in den Blick fallen. Dann rückt die Sprungschanze auf dem Wurmberg ins Blickfeld, in der ersten Linkskurve bietet eine kleine Schutzhütte Unterschlupf bei Regen. An der Abzweigung des Neuen Goethewegs kreuzt die Trasse der Brockenbahn, gleich darauf zweigt rechts der Steig durch das Eckerloch ab. In den vermoorten Wollgras-Bergfichtenwäldern im Hang der Heinrichshöhe, des Quellbergs der Ilse, führt die Brockenstraße weiter abwärts zu einer Stelle mit schönem Blick auf Wurmberg und Ravensberg, passiert wenig später eine Stelle mit hohem Borkenkäferbefall (Infotafel, Sitzbänke, Toilette) und erneut gutem Blick zum Wurmberg. Gleich darauf zweigt ein die Brockenstraße etwas abkürzender Waldweg nach Schierke ab, dann zeigt sich die Kapellenklippe am Renneckenberg, und wir erreichen den Rastplatz am Brockenbett auf der Wasserscheide zwischen Elbe und Weser. Am Brockenbett wechseln wir bei der Schutzhütte auf den ungeteerten Glashüttenweg Richtung Drei-Annen-Hohne/ Bahnhof Schierke. Er ist markiert mit einem »Hexen«-Zeichen. Gleich darauf ist bei einer Sitzbank links der mit einem Rotstrich markierte Weg über den Renneckenberg und zur Großen Zeterklippe ausgeschildert. Steinig und wurzelig führt dieser Pfad hinauf zu den Brockenkinder-Felsen und zur Kapellenklippe. Wer diesen lohnenden Abstecher unternimmt, muss sich dann rechts halten und gelangt wieder auf den Glashüttenweg. Dieser führt bequem und fast eben durch die von Granitblockwerk durchsetzten Fichtenwälder. An der Schneise hinter dem Renneckenberg zweigt links der Wanderweg nach Wernigerode via Hanneckenbruch ab, während der Glashüttenweg geradeaus weiterführt, vorübergehend wieder mit gutem Wurmberg- und zusätzlich Brocken-Blick. Zwischendurch lädt eine Sitzbank zur Rast, dann zeigt sich links der Hohneklippenkamm, auf dem kein Baum mehr steht. Wenig später ist rechts der empfehlenswerte Abstecher zum Doppelfelsturm Arne- bzw. Ahrensklint (Adlerfelsen) ausgeschildert. Der westliche Felsturm ist auf Eisenleitern ersteigbar und bietet ein vorzügliches Panorama, das vom Wurmberg bis zum Achtermann und zum Brocken reicht und auch die Hohneklippen umfasst. Am Ahrensklint ist der Abstieg auf dem Pfarrstieg nach Schierke ausgeschildert, während der Glashüttenweg durch die Wälder des Erdbeerkopfs zur Wegespinne »Spinne« führt. Bei der Schutzhütte an der Spinne plätschert am Glashüttenweg ein erfrischender Bach, der den Weg als Wormkegraben begleitet. Auf dem Trudenstein schweift der Blick zum Wurm- und zum Ravensberg. Nun senkt sich der Weg stärker hinab, und wo er in einer Linkskurve leicht anzusteigen beginnt, wechselt die Rotstrich-Markierung geradeaus auf einen wurzelig-steinigen Waldweg. Wenn dieser auf einen Forstweg mündet, geht es rechts hinab nach Drei-Annen-Hohne.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied500 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortDer heilklimatische Kurort und Wintersportplatz Schierke liegt im Tal der Kalten Bode am Südostfuß des Brockens am letzten Bahnhof der Brockenbahn vor dem Gipfel.
AusgangspunktBushaltestelle Rathaus (613m) an der Kurverwaltung in Schierke an der Brockenstraße (Buslinie Wernigerode – Drei-Annen-Hohne – Elend – Schierke bzw. Braunlage – Schierke). Zielpunkt der Wanderung ist Drei-Annen-Hohne (540m). Wer mit dem Auto anreist, findet in Drei-Annen-Hohne einen Großparkplatz. Es ist am besten, den Wagen am Zielpunkt in Drei-Annen-Hohne zu parken, da man dann unabhängig von Fahrplänen wandern kann. Von Drei-Annen-Hohne fährt die Brockenbahn via Schierke (687m) zum Brockenbahnhof (1125m). Für Brockenbahnfahrer macht es finanziell keinen Unterschied, ob sie in Drei-Annen-Hohne oder in Schierke parken - Die Fahrt mit der Brockenbahn kostet von allen Bahnhöfen aus gleich viel (derzeit 14 Euro pro Kopf einfache Fahrt, also knapp zehnmal so viel wie mit dem Bus).
TourencharakterDer aussichtsreiche Brocken im Nationalpark Harz ist mit 1142m der höchste Berg des deutschen Nordens und mit mehr als 2 Mio. Besuchern jährlich einer der meisterwanderten Berge der Republik. Der Andrang auf dem Gipfel beginnt, wenn am späten Vormittag die erste Brockenbahn ihren schwarzen Qualm auf dem ökologisch sensiblen Gipfelbereich entlässt - Wer diesen wunderschönen Berg in Ruhe erleben will, muss früh auf den Beinen sein. Die abgerundete, waldfreie, von Felsen, Granitblockwerk, subalpinen Zwergstrauchheiden und Borstgrasmatten bedeckte Kuppe eröffnet ein Panorama, das bei klarer Sicht bis zu den Höhen des Rothaargebirges, zur Wartburg im Thüringer Wald und zu den Kuppen der Rhön reicht. Seiner naturgegebenen Ausnahmestellung, die ihn zum Wanderziel par excellence macht, entspricht eine ebenso herausragende Position in der deutschen Mythologie. Volkssagen stilisieren ihn als »Blocksberg« zum berüchtigsten deutschen Hexenversammlungsplatz. Dementsprechend ist die Walpurgisnacht der Veranstaltungshöhepunkt im Harz: Zehntausende von Menschen strömen in die Talorte und auf den Brocken, um als Hexen und Teufel verkleidet in den Mai zu tanzen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 50 000 mit Wanderwegen, Blatt Wandern im Mittleren Harz (Landesvermessungsamt Sachsen-Anhalt).
VerkehrsanbindungB 27 Bad Lauterberg – Braunlage, dort abzweigen nach Elend/Schierke und kurz vor Schierke weiter Richtung Wernigerode.
GastronomieDrei-Annen-Hohne, Schierke, Brocken.
Tipps
Brockenbahn 1898 wurde der Eisenbahnverkehr auf den Brocken eröffnet, bis zu zwölfmal täglich fährt heute die Brockenbahn auf den höchsten Harzgipel. Eisenbahnnostalgiker beschreiben die Fahrt mit dieser Schmalspurbahn, die von 700 PS starken Dampfrössern gezogen wird, als unvergessliches Erlebnis. Die Brockenbahn, Bestandteil der Harzer Schmalspurbahnen (HSB), zweigt in Drei-Annen-Hohne (543m) von der Harzquerbahn ab und fährt via Schierke (687m) zum Brockenbahnhof (1125m).
Tourismusbüro
Kurverwaltung Schierke, Brockenstraße 10, 38879 Schierke, www.schierke-am-brocken.de

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