Brienzergrat

Die schönste Gratund Graswanderung des Oberlandes! Durchgehende Spur vom Brienzer Rothorn bis in die Ällgäulücke, allerdings nur teilweise markiert. Vielfach abschüssige Grashänge, bei Regen oder Nässe ist deshalb von der Tour dringend abzuraten. Die Schwierigkeiten halten sich in Grenzen (überwiegend T 3/T 4), eine Ausnahme macht der Ostgrat des Tannhorns - zuerst kurze Kletterei (dünnes Drahtseil als Sicherung), dann eine extrem scharfe Gratschneide. Hier hat jeder Fehltritt fatale Folgen! Grandios die Aussicht mit der Parade der Berner Hochalpen im Süden und dem Brienzersee. Am Grat begegnet man mit etwas Glück Gämsen und (wenig scheuen) Steinböcken. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
Harmloser Auftakt zum Chruterepass Gleich oberhalb der Bahnstation Rothorn Kulm (2244 m) geben Wegzeiger die Richtung an - links. Der deutliche Weg schneidet – nur kurz ansteigend – die grasigen, von ein paar Felsen durchsetzte Südflanke des Schongütsch (2320 m) tangiert dahinter ein erstes Mal den Grat, bevor er auf die Nordseite wechselt. Im Rücken der fünf Lanzizähne steigt man über zementierte Treppen durch das Lättgässli, eine steile Rinne, ab und quert dann hinüber zum Chrutere - pass (2053 m). Gras und Abgründe An der Scharte beginnt die Gratwanderung. Die schmale Spur steigt an zu einer namenlosen Kuppe, folgt dann, meistens knapp links der Schneide verlaufend, dem Briefengrat und gewinnt schließlich die Höhe des Briefenhorns (2165 m). Der Zwischenabstieg führt in den Wannepass (2071 m). Im Vorblick hat man die markante Graspyramide des Tannhorns, davor den Rücken des Balmi (2141 m). Seine felsigen Aufschwünge umgeht die unmarkierte, aber deutliche Spur nordseitig. Der Ostgrat des Tannhorns rückt nun näher; nicht zu übersehen sind die Felsen über seinem Ansatzpunkt – und die gerade zwei Fuß breite Schneide darüber. Ein dünnes Seil bietet etwas (moralischen) Halt bei der kurzen Kraxelei in dem brüchigen Gestein, beim Gang über den anschließenden Grat hilft dann nur noch Konzentration auf den nächs - ten Schritt. Nach etwa zwanzig Metern darf man aufatmen und gut zehn Minuten später ist der Gipfel des Tannhorns (2221 m) gewonnen. Der Abstieg in die nächste Gratsenke ist vergleichsweise harmlos, die Spur läuft über eine namenlose Kuppe (2089 m) und peilt nach erneutem Zwischenabstieg das schroffe Ällgäuhorn (2047 m) an. Dahinter geht’s teilweise sehr steil hinunter in die Ällgäulücke (1918 m). Abstieg Aus der Scharte führt ein weiß-rot-weißer Weg, den felsdurchsetzten Hang schneidend, schräg hinunter zur längst aufgegebenen Alp Bitschi (1690 m). Gut zweihundert Meter tiefer betritt man den Wald (Beeren!); dann geht’s in Schleifen, bald einmal als komfortabel breite Trasse, weiter recht steil, aber angenehm schattig bergab zur Mündung des Hirscherrenbachgrabens. Man quert ihn und spaziert – zuletzt auf Asphalt – hinunter zum Bahnhof von Oberried (589 m).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied2150 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation (2244 m) der Brienz-Rothorn-Bahn.
EndpunktOberried am Brienzersee (589 m).
TourencharakterDas Rothorn (2350 m) ist ganz klar ein Highlight des Brienzersees, seine Bahn (schnauf, schnauf!) bei Besuchern aus aller Welt eine Attraktion und das Panorama vom Gipfel schlicht umwerfend. Da verwundert es nicht, dass auf dem (kurzen) Weg zum höch sten Punkt oft ein ziemliches Gedränge herrscht und auch die beiden Beizen bei Schönwetter bestens besucht sind. Ganz anders am Brienzergrat - Da sind die Bergwanderer meistens allein; Gesellschaft bekommen sie höchstens von dem Steinwild, das am schroffen Grat spazieren geht.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1189 Sörenberg, 1209 Brienz.
MarkierungenBis in den Chruterepass weiß-rot-weiß bezeichnet, dann weiter zum Wannepass alte, sehr verblasste Markierungen. Abstieg aus der Ällgäulücke weiß-rot-weiß markiert, gelbe Wegweiser.
VerkehrsanbindungBrienz (566 m) und Oberried liegen am Nordufer des Brienzersees. Gute Straßen- und Bahnverbindungen mit Interlaken, Meiringen und dem Brünigpass. Infos über Verkehrszeiten der Brienz-Rothorn-Bahn im Internet unter www.brienz-rothorn-bahn.ch; im Hochsommer erste Fahrt an Sonntagen um 7.30 Uhr, sonst 8.30 Uhr.
GastronomieBerghotel Rothorn Kulm (2266 m), Juni bis Oktober; Tel. +41/33/951 12 51.
Unterkunft
Berghotel Rothorn Kulm (2266 m), Juni bis Oktober; Tel. +41/33/951 12 51.
Tourismusbüro
Brienz Tourismus, Hauptstraße 148, Postfach 801, CH-3855 Brienz; Tel. +41/33/952 80 80, www.brienz-tourismus.ch