Brienzer Rothorn, 2350 m

Beliebte Höhen- und Bergabwanderung. Die Überschreitung des Arnihaaggen verlangt Trittsicherheit; schattige Stellen können im Herbst auch vereist sein! In diesem Fall nimmt man die südseitig verlaufende, markierte Wanderroute über Chäseren (1780 m); die Gesamtgehzeit verkürzt sich dabei um höchstens 1/2 Std. (Autor: Eugen E. Hüsler)
12 km
640 m
4.00 h
An der Bergstation der Zahnradbahn (2244 m) reiht man sich ein in den bunten, vielbeinigen Tatzelwurm, der auf dem breiten Weg der Aussichtsterrasse am Brienzer Rothorn (2350 m; 0:20 Std.) entgegenstrebt, wo dann die eisigen Majestäten am südlichen Horizont bewundert und fotografiert werden, vorzugsweise mit der/dem Liebsten im Vordergrund.
Genau östlich und recht nahe – zwei Kilometer in der Luftlinie – erhebt sich der zweite Hochpunkt der Tour, der Arnihaaggen (2207 m). Davor liegt allerdings der Eiseesattel (2025 m), über den ein viel begangener Weg in ein paar Serpentinen hinabzieht. In der Senke beginnt der Gegenanstieg: erst links des scharfen Kamms, dann direkt am Grat steigt der teilweise etwas ausgesetzte Pfad (Vorsicht: rechts Felsabbrüche!) mit packenden Tiefblicken zum Brienzer See hinauf zum kleinräumigen Gipfel (1:30 Std.). Dahinter leiten ein paar Serpentinen hinunter zum Zwischenegg und flach durch die felsige Südflanke des Höch Gumme (2205 m) zur Weggabelung am Gibel (2040 m), einem attraktiven Aussichtspunkt (Rastbank; links zu der Seilbahnstation Schönbüel Kleine Variante). Hier hält man sich rechts und steigt über den kurz etwas ausgesetzten Grat der Scheidegg hinab in den Tüfengrat (1858 m; 2:30 Std.). Aus dem Sattel führt der Weiterweg durch die teils felsige, teils verstrauchte Westflanke des Hörnli abwärts. Rechts mündet der untere Weg vom Eiseesattel. Weiter durch die steile, von Erosionsgräben gezeichnete Südflanke des Wilerhorns absteigend erreicht man die Alpregion von Wilervorsess (1384 m). Nun teilweise mit einer Straße zu den Häusern von Totzweg, dahinter auf schmalem Pfad im Wald bergab zu einer Forstpiste. Sie läuft hinab und hinaus zum Gasthaus »Brünig Kulm« knapp unterhalb des Brünigpasses (1008 m; 4:30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied640 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation (2244 m) der Brienzer-Rothorn-Bahn.
EndpunktBrünigpass (1008 m).
TourencharakterBerühmt ist das Brienzer Rothorn (2350 m) für zweierlei: für sein immenses Panorama und für seine Bergbahn. Die fährt nämlich auf Schienen und wird mit Dampf betrieben. Das lockt Eisenbahnfreaks aus aller Welt an, und wer das Nostalgie-Erlebnis vervollständigen will, reist gleich noch über den Brienzer See an – natürlich per Dampfschiff!
Entsprechend viel Betrieb herrscht an Schönwettertagen rund um den Gipfel, auf den Sonnenterrassen der »Beizen« (Restaurants), und bei den vielen, teils sehr exotisch wirkenden Besuchern sind neben den Fernsichten auf höchste (Berner) Alpenhorizonte und ins ewige Eis interessante Einblicke in weltweite Modetrends garantiert.
Vergleichsweise ruhig ist es dann am schönen Weg zum Brünigpass (1008 m), und nachdem man unter dem Höch Gumme, in Sichtweite der Seilbahnstation Schönbüel, rechts abgebogen ist, begegnen einem höchstens noch ein paar wenige Wanderer.
Drunten am Pass fahren dann Bahn und Postauto, doch bis dahin ist bestimmt noch Zeit für einen Imbiss, am besten gleich im Restaurant »Brünig Kulm«. Von der Terrasse genießt man Aussicht auf die Berge des Oberhasli, und da gibt es noch zahlreiche lohnende Ziele.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 254T »Interlaken«; Kompass 1:50 000, Blatt 84 »Jungfrau-Region«.
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungBrienz liegt an der Bahnlinie Interlaken – Meiringen – Brünigpass – Luzern. Die Brienzer-Rothorn-Bahn verkehrt Anfang Juni bis Ende Oktober; es gibt günstige Wandertickets, z. B. Brienz – Rothorn/Brünig – Brienz.
GastronomieHotel-Restaurant Rothorn Kulm (2266 m), Gipfelrestaurant Rothorn.
Tipps
Dass die »Hostellerie Lindenhof« etwas oberhalb von Brienz ihren Aussichtsplatz hat, ist vielleicht gar kein Zufall. Denn hier bemüht man sich um das Besondere, das Über-Durchschnittliche: schlafen in einem der dreißig individuell gestalteten Erlebniszimmer – von der »Laubhütte« über die »Murmelihöhle« bis zum »Alphüttli«; eine Küche genießen, die regional geprägt und mit Phantasie variiert ist, immer dem saisonalen Angebot angepasst. Und wenn alles so würzig-frisch schmeckt, liegt das auch an der Kräutergärtnerei Silberdistel gleich hinter dem Haus, in dem 450 verschiedene Kräuter gezogen werden. Nach der großen Tour kann man sich übrigens im Hallenbad (Erlebnisduschen inklusive) dieser Wohlfühl-Oase bestens entspannen. Hostellerie Lindenhof, CH-3855 Brienz; Tel. +41(0)33 952 20 30, Fax 952 20 40, Internet www.hotel-lindenhof.ch. Für Eisenbahn-Nostalgiker aus aller Welt ist die Fahrt zum Brienzer Rothorn ein absolutes Muss, verkehrt hier doch die letzte Dampfbahn der Schweiz. Schnaufend und zischend zuckelt das Züglein bergwärts. Etwa eine Stunde benötigt es – Zwischenhalt zum Wasser tanken inklusive – für die 7,6 km lange Strecke von Brienz bis zur Bergstation (2244 m) knapp unter dem berühmten Aussichtsgipfel. Dass es heute noch so schön raucht und dampft, hat vor allem eine (ganz banale) Ursache: Geldmangel. Pläne, die über hundert Jahre alte Anlage zu modernisieren, scheiterten deshalb immer wieder – dafür hat Brienz jetzt eine einmalige Attraktion. Die ältesten Loks der »Brienz–Rothorn-Bahn« wurden 1891 in Betrieb genommen – und sie funktionieren heute noch! Bei großem Andrang werden zusätzlich auch Diesellokomitiven eingesetzt.
Informationen
Kleine Variante: Von Bahn zu Bahn: Brienzer Rothorn – Arnihaaggen – Schönbüel (2011 m); 2 1/4 Std.
Tourismusbüro
Tourist Information Brienz–Axalp, CH-3855 Brienz; Tel. +41(0)33/952 80 80, Fax 952 80 88, E-Mail info@haslital.ch, Internet www.haslital.ch

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