Breitenstein und Wendelstein

Schöne, wenn auch lange Bergwanderung von der Jenbachtalseite her, für die Trittsicherheit angenehm ist. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
18 km
1300 m
7.00 h
Aufstieg zum Breitenstein Vom großen Parkplatz im Jenbachtal auf dem Almsträßchen am Jenbach entlang an Maieralm und Wirtsalm vorbei zu einer Brücke über den Bach. Nach der Brücke dem nach rechts abzweigenden Sträßchen folgen. Von seinem Ende auf zunächst bequemem Weg weiter. Bald verzweigen sich die Wege. Dort nicht Richtung Wendelstein, sondern westlich im Bachgraben einwärts und teilweise steil in einen Sattel. Rechts hinauf und an den Südosthängen des Breitensteins auf schrofigem Steig zur Einmündung des von der Kesselalm heraufführenden Weges. Rasch zur Hubertushütte und von ihr in einer knappen Viertelstunde auf den Breitensteingipfel. Von diesem recht mächtigen Wendelstein-Nachbarn aus genießt man eine interessante Schau auf die vielen Buckel, Köpfe und Zacken der Bayerischen Voralpen, die von den Ketten des Karwendels und des Wettersteins überragt werden.Übergang zum Wendelstein Zurück zur Hubertushütte und auf dem zur Kesselalm führenden Weg in den Sattel (1350 m) zwischen Breitenstein und Schweinsberg. Jetzt in Südostrichtung auf Almstraße zur Durhameralm (1315 m). Vom Südende der Almfläche leitet ein schlechter Steig zur Elbachalm hinauf. Östlich weiter zur Einmündung des aus dem Jenbachtal bzw. von Brannenburg heraufführenden Weges, steil rechts hinauf auf den Kamm und südöstlich hinüber zur Seilbahn. Bald vereinigt sich unser Anstieg mit den von der Bayrischzeller Seite heraufführenden Wegen. Mit Kehren etwas mühsam empor zum Wendelsteinhaus. Von dort auf dem geländergesicherten Steig zum Wendelsteingipfel. Abstieg - Vom Gipfel auf dem bezeichneten Panorama-Gipfelweg nach Nordosten, dann der Markierung folgend ostwärts steil hinunter in die Zellerscharte. Links (nördlich) unter der Zahnradbahn durch und in Nordrichtung auf Geröllsteig hinab in den Sattel zwischen Wendelstein und Kirchelwand. Jetzt westlich hinüberqueren bis zur Wegabzweigung ins Jenbachtal. Auf schönem Bergsteig mit vielen Kehren an der Weißwand vorbei durch Mischwald hinunter zur Einmündung des von der Aiblinger Hütte kommenden Steiges und weiter, bis sich der Kreis schließt.

Dauer - Parkplatz – Hubertushütte 2.15 Std.; Hubertushütte – Breitenstein 15Min.; Breitenstein – Wendelstein 2.30 Std.; Wendelstein – Parkplatz 2 Std. Höhenunterschied: Parkplatz – Breitenstein etwa 770 m; Dur-hameralm – Wendelstein 523 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied1300 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortBad Feilnbach (530 m).
AusgangspunktParkplatz im Jenbachtal (etwa 850 m), ca. ein Kilometer nördlich der Maieralm; die Wendelsteinstraße beginnt in Bad Feilnbach westlich der Jenbachbrücke.
TourencharakterDie Eigenartigkeit seiner Gestalt und seine Unverkennbarkeit bis weit ins Alpenvorland hinaus haben dem Wendelstein frühzeitig Beachtung geschenkt. Der Mathematiker und Kosmograph Philipp Apian erstieg und beschrieb ihn um das Jahr 1560 und vermerkte, dass er trotz seiner Steilheit zu den öfter besuchten Bergen in den Bayerischen Alpen gehört. Wendelstein. Ein Name mit vielen Deutungen. Alte Bayrischzeller nannten ihn noch »Endlstoa«, was möglicherweise mit einer Talschlussbezeichnung in Zusammenhang gebracht werden könnte. Der Hof Strein am nordöstlichen Ortsrand von Bayrischzell, mit großer Wahrscheinlichkeit älter als das Dorf, hieß früher Endsberger. Gleichwohl scheint der Wendelstein für von Aurach her Kommende das Tal abzuschließen. Der Geschichtsschreiber Dachauer bringt den Namen mit den Wenden, den Vandalen, welche einst bis hierher vorgedrungen sein sollen, in Verbindung. Eine andere Deutung weist auf den Heiligen der Hirten, Almen und Rinderherden, Sankt Wendelin. Im Wendelstein-Fremdenbuch steht zu lesen - »Wendelstein, du Berg der Hirten, Nach dem deutschen Pan benannt, Auf den Höh'n, die dich umgürten, Flammt der Sonnwendfeuer Brand.« Sonnenwende – eine weitere Möglichkeit der Namengebung. Im vorigen Jahrhundert waren sich die Umwohner des Berges einig, dass, wann immer an einem Höhenpunkt der Gegend ein Sonnwendfeuer entzündet wurde, es auf dem Wendelstein geschah. Vielleicht könnte aus einem Sonnwendstein ein Wendelstein geworden sein. Die kleine Gipfelkapelle wurde angeblich im Jahr 1718 durch den Sixbauern Georg Klarer aus Bayrischzell errichtet. Er habe damit ein Gelöbnis erfüllt, aufgrund dessen er seine sich zum Gipfel des Wendelsteins verirrten Pferde wiederbekommen hätte. Das Kapellchen, das sich heutzutage etwas verloren zwischen den Bauten einer neueren Zeit ausnimmt, wurde dem heiligen Wendelin geweiht. Ebensogut wäre es jedoch denkbar, dass die Stelle, an der heute die Kapelle steht, eine Opferstätte für den altheidnischen Hirtengott Wendel gewesen ist. Erklärt sich damit am logischsten der Name Wendelstein? Nicht zu verwechseln mit der kleinen St.-Wendelin-Kapelle ist das Wendelstein-Kirchlein auf der Schwaigerwand, unmittelbar östlich des Wendelsteinhauses. Dieses malerische Gotteshaus wurde 1889 von Professor Max Kleiber erbaut und dient, neben den allsonntäglichen Berggottesdiensten, als beliebtes Ziel für Hochzeiten. Wir wollen hier einmal ganz bewusst ignorieren, dass der Wendelstein durch zwei Bergbahnen – die traditionsreiche Degerndorf/Brannenburger Zahnrad-Schmalspurbahn und die Großkabinenbahn von Bayrischzell-Osterhofen – erschlossen wurde. Wir möchten den »Bayerischen Berg« per pedes erreichen. Warum ihn nicht gleich zusammen mit dem Breitenstein ersteigen?
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte Mangfallgebirge, 1 - 50 000, BLVA
VerkehrsanbindungVon der Autobahn München – Salzburg ab Ausfahrt Bad Aibling, von Süden über Brannenburg und Großholzhausen nach Bad Feilnbach.
GastronomieWirtsalm (890 m), von Mai bis Oktober geöffnet (Dienstag Ruhetag). n Hubertushütte (1542 m) unterhalb des Breitensteingipfels, privat, Sommerwirtschaft.

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