Bodenschneidhaus

Das im Jahre 1916 erbaute und mittlerweile ganzjährig bewirtschaftete Bodenschneidhaus – das Wirtsehepaar hat es zu seinem ständigen Wohnsitz erkoren – liegt etwas abseits der üblichen und viel begangenen Routen rund um den Spitzingsee. Das hängt damit zusammen, dass vor dem Ausbau der Zufahrtsstraße zum Spitzingsee das Haus noch an der Hauptroute lag. Diese Abgeschiedenheit wird heute keineswegs bedauert. Etwas oberhalb des Bodenschneidhauses ereignete sich im Übrigen jener Jagdunfall, der dazu beitrug, die berühmte Moritat vom Wildschütz Jennerwein in die Welt zu setzen. (Autor: Heinrich Bauregger)
2 km
600 m
1.00 h

1. Von Fischhausen

Vom Bahnhof bzw. von der Ortsmitte Fischhausen wandern wir bis zum südlichen Ortsrand, dann geht es unfehlbar auf ausgeschildertem Wirtschaftsweg – ein größerer Schlenker kann abgekürzt werden – zunächst am Dürnbach entlang, dann weiter durch Wald. Zuletzt wandern wir über Bergwiesen, um schließlich zum Bodenschneidhaus zu gelangen.

2. Vom Spitzingsattel

Vom Parkplatz am Spitzingsattel aus überqueren wir die Straße und wandern auf dem ausgeschilderten Trautweinweg zur Oberen Firstalm. Von dort geht es hinauf zum Freudenreichsattel (Wegweiser). Wir folgen nun – uns links haltend – dem etwas steinigen Bergwanderweg durch die teilweise bewaldete Flanke der Krettenburg und erreichen so schließlich das Bodenschneidhaus.

3. Von der Jagdhütt'n

Wir fahren mit der Suttenbahn oder auch mit der Stümpflingbahn zur Jagdhütt'n an der Bergstation und wandern links bzw. rechts auf dem breiten Kamm (Skipiste) in eine Einsenkung. Dann folgen wir jenseits dem Bergwanderweg hinauf zur Bodenschneid. Jenseits geht es auf einem Bergpfad hinab. Die letzten Meter wandern wir auf gutem Wirtschaftsweg und gelangen so zum Bodenschneidhaus.

4. Von Kühzagl

Vom Parkplatz aus wandern wir auf Fahrweg durch Wald – immer am Kühzaglbach entlang – zur Kühzaglalm, dann weiter bis zu einer Wegverzweigung. Dort halten wir uns rechts und bald wieder rechts zum Hüttenzubringerweg. Auf diesem Weg wandern wir über die Raineralm und Rettenböckalm zum Bodenschneidhaus.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied600 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
Hinweise
Dauer: Von Fischhausen: 1 1/2 Std.; vom Spitzingsattel 1 1/2 Std.; vom Stümpflinghaus: 1 1/2 Std.; von Kühzagl: 1 1/2 Std. Schwierigkeit Von Fischhausen, vom Spitzingsattel bis zur Oberen Firstalm sowie von Kühzagl gesperrte Wirtschaftswege; ansonsten gute Bergwanderwege, die jedoch gelegentlich Trittsicherheit erfordern. Gipfel Zeit Vom Bodenschneidhaus: 1 Std.; Abstieg zur Hütte: 3/4 Std.; insgesamt: 1 3/4 Std. Schwierigkeit Steiler, aber ungefährlicher Bergpfad. 
KartentippTopogr. Karte 1 : 50 000 Mangfallgebirge (LVG).
GastronomieWeitere Hütten Obere Firstalm, 1375 m (privat, ganzjährig bewirtschaftet, 30 Betten, 30 Lager; Tel. 08026/7302). Untere Firstalm, 1317 m (privat, ganzjährig bewirtschaftet, Fr. Ruhetag). Jagdhütt'n, siehe Tour 52. Bäckeralm und Monialm, (jeweils ganzjährig bewirtschaftet, nur Einkehr).
Tipps
Der Friedhof von Rottach-Egern ist ein Platz zum Aufspüren bekannter Namen. Der Opernsänger Leo Slezak und Maidi von Liebermann ruhen hier, aber auch internationale Aristokratie liegt hier begraben. Man kann das Grab von Ludwig Thoma, dem Verfasser der »Lausbubengeschichten«, sowie das von Ludwig Ganghofer, dem vor hundert Jahren populären Heimatschriftsteller, ausfindig machen, der in seinem Jagdhaus im Gaistal in der Leutasch mehrere seiner Romane verfasste. Auch der Wildschütz Jennerwein, der an der Bodenschneid von einem Jäger erschossen wurde, hat auf diesem Friedhof seine letzte Ruhestätte gefunden. Vor Jahren hat ein sympatisierender Wilderer einen Gämsbock auf sein Grab niedergelegt, was damals beträchtliches Aufsehen erregte.
Informationen
Der Hüttengipfel Bodenschneid, 1669 m: Vom Bodenschneidhaus folgt man zunächst dem Wirtschaftsweg in südlicher Richtung einige Minuten eben zum Bergfuß, dort zweigt rechts ein steiler, serpentinenreicher Bergwanderweg ab, der über freies Gelände hinauf zum großen Gipfelkreuz leitet. Vom Gipfel führt rechts ein direkter Weg hinab zum Parkplatz Hufnagelstube in der Sutten. Der Gipfel kann von hier aber auch in südöstlicher Richtung überschritten werden. Man wandert dann aussichtsreich auf Pfadspuren auf der anderen Seite des Gipfels hinab, erreicht bald ein Waldstück und zweigt beim Suttenstein, dem tiefsten Punkt der Einsenkung zwischen Bodenschneid und Stümpfling, links ab und folgt den Pfadspuren hinab zur Unteren Firstalm. Von dort gelangt man über einen gestuften Weg hinauf zur Oberen Firstalm und hat damit wieder Anschluss zum Hüttenweg 2. Oder man folgt vom Suttenstein dem wieder ansteigenden Pfad zur Bergstation der Suttenbahn auf dem Stümpfling.
Höchster Punkt
Bodenschneidhaus, 1365 m; Bodenschneid, 1669 m.
Unterkunft
Bodenschneidhaus, 1365 m (AV-Haus, Kat. II, 17 Betten, 31 Lager, Tel. 08026/ 4692, Gastronomie: Montag Ruhetag, außer an Feiertagen, aktuelle Öffnungszeiten und Betriebsferien siehe Hüttenhomepage: www.bodenschneidhaus-schliersee.de)

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