Bocchetta di Fornasel

Anspruchsvolle, sehr alpine Runde über dem Bavonatal. Gute Kondition und ein sicherer Tritt sind unerlässlich, dazu sicheres Wetter! (Autor: Eugen E. Hüsler)
Ausgangspunkt der Tour ist die Straßenbrücke (741 m) beim Weiler Rosèd (Hinweisschilder). Der Zickzack-Pfad gewinnt im Wald rasch an Höhe und führt dann ins Steilgelände. Kunstvoll angelegte Treppen helfen über felsige Aufschwünge; zwischen den senkrechten Abstürzen findet der Steig immer wieder einen Durchschlupf. Nach etwa anderthalb Stunden kommen die Steinhütten von Costa (1295 m; Brunnen), ein malerisches Ensemble hoch über der Val Bavona, ins Blickfeld. Oberhalb der Rustici wendet sich der Weg taleinwärts. Man quert den Ri di Croazzöö an einer Bachverbauung; anschließend geht's über Kehren weiter bergan zum Corte Nuovo (1517 m). Der Wald lichtet sich allmählich, über der weiten Mulde der Alpe di Solögna wird der dunkle Schartengrat des Pizzo Solögna (2698 m) sichtbar. Bei den Hütten von Corte Grande (1860 m; 3:30 Std.) biegt die nun undeutlichere Spur nach rechts ab. Weiß-rot-weiße Markierungen leiten an einem steinigen Hang hinauf zur einsamen Hütte von Sedone (2018 m). Weiter bergan gegen den lang gestreckten Nordostgrat des Pizzo Solögna, dann etwas heikel um ein felsiges Eck herum (Vorsicht bei Nässe!) und zuletzt schräg über einen Steilhang hinauf zur Bocchetta di Fornasel (2300 m; 5 Std.). Hier bietet sich eine herrliche Sicht über die Val Bavona und ihren Gipfelkranz; im Nordwesten ragt der Basòdino (3272 m) in den blauen Tessiner Himmel.
Der Weiterweg führt über Blockwerk zunächst hinab zu einem Seeauge (2245 m), dann an der rechten Flanke der Val d'Antabia (mit Blick auf den Talweg!) ohne nennenswerten Höhenverlust taleinwärts. Gut auf die Markierungen achten! Die leiten schließlich hinab zum Rifugio Piano delle Creste (2108 m; 6 Std.). Links abseits liegt der rund sechs Hektar große Lago d'Antabia (2189 m).
Der Abstieg führt zunächst über den flachen Boden des Piano delle Creste hinaus zum Corte Grande (1914 m). Dann geht's auf dem alten Alpweg zunehmend steiler (und steiniger) bergab. Zuletzt wird aus dem Pfad eine Zickzack-Treppe, die über zahllose Stufen (und eine hässliche Eisenstiege) an der bewaldeten Talmündung hinableitet nach San Carlo (938 m; 8:15 Std.). Gleich jenseits der Straßenbrücke steht das Ristorante »Basòdino«, da kann dann jede/r seinen Durst löschen – und die müden Hax'n unterm Tisch ausstrecken.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1560 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHäusergruppe Rosèd (741 m) in der Val Bavona.
EndpunktStraßenbrücke (938 m) und Bushalt unterhalb von San Carlo, beim Albergo Basòdino, 14 km von Cevio.
TourencharakterGräben, verlassene Almen und stille Seen, schartige Grate und Blockmulden, dazu steile Wege. Das erwartet den Wanderer auf der langen, anstrengenden Runde unter dem Pizzo Solögna (2697 m) nebst herrlichen Ausblicken auf die Berge rundum, auch zum Basòdino (3272 m). Der zeigt allerdings nicht seine Schokoladenseite, sondern den steil-brüchigen Südostabsturz. Doch bis die braune Felsfront ins Blickfeld kommt, muss man hinauf, und da gibt's weder eine Straße noch eine Seilbahn, nur einen alten, einst kunstvoll angelegten Weg, der den Zugang zu dem weiten Almgelände von Solögna vermittelte. Vieh weidet allerdings schon lange nicht mehr auf den saftigen Wiesen, dafür wird die eine oder andere Alphütte von Jägern genutzt. So kann es einem schon passieren, dass man beim Anstieg nach Solögna einem bärtigen Tessiner mit einer toten Gams auf dem Rücken begegnet...
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 265T »Nufenenpass« mit Wanderwegeaufdruck.
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungIn die Val Bavona führt von Bignasco eine ordentliche Straße, 11 km bis San Carlo. Postbus ab Bignasco mit Anschluss bis Locarno.
GastronomieRistorante Basòdino in San Carlo.
Unterkunft
Rifugio Piano delle Creste (2108 m), Mitte Juni bis Mitte September durchgehend, bis Mitte Oktober an den Wochenenden, Tel. 091/7 55 14 14.
Tourismusbüro
Vallemaggia Turismo, CH-6673 Maggia; Tel. 091/7 53 18 85, info@vallemaggia.ch, www.vallemaggia.ch.

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