Blüemlisalphorn

Tourencharakter - Hochalpine, kombinierte Tour mitzumTeilgroßen Spalten, die eine komplette Gletscherausrüstung verlangt. Der Gipfelgrat (II) kannbeiVereisung rasch sehr unangenehmwerden. GuteKondition erforderlich. Für»Nur-Wanderer« ist ein Bergführer unbedingt erforderlich! SicheresWetter istVoraussetzungfür ein gutes Gelingen der Tour. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
Zur Blüemlisalphütte Von der Bergstation (1682 m) der Oeschinenseilbahn folgt man dem Weg leicht absteigend in Richtung Restaurant „Zur Sennhütte“. Wenig später bei einer Weggabelung bieten sich zwei Alternativen an. Die linke Variante führt über einen Höhenweg ohne großen Höhenverlust zur Alp Oberbärgli (1978 m). Der rechte Weg führt am Restaurant »Zur Sennhütte« vorbei zum Oeschinensee und über die Alp Underbärgli ebenfalls zur Alp Ober - bärgli. Der weitere Weg leitet zuerst auf einen Moränenrücken und dann auf einem breitem Band bis unterhalb des Hohtürlis (2778 m). Von hier sind es nur noch wenige Minuten über steile Geröllhänge bis zur bereits seit längerer Zeit sichtbaren Blüemlisalphütte (2834 m). Gipfelaufstieg Am nächsten Morgen wird nach wenigen Minuten der Gletscher betreten. Im Schein der Stirnlampen sucht man sich den Weg durch den Gletscherbruch in den Sattel zwischen Wyssi Frau und Ufem Stock. Sollte der Gletscher im Spätsommer zu stark ausgeapert sein, sodass die Spaltenzone unterhalb von 3100 m nicht mehr passierbar ist, kann der Gletscher auch über ein Geröllband unterhalb der Wildi Frau erreicht werden. Vom Sattel gelangt man leicht absteigend in die Gletschermulde unterhalb der Nordwand des Blüemlisalphorns. Über den Firn- oder Eishang gelangt man je nachVerhältnissen mehr oder weniger einfach in den Rothornsattel (3178 m). Von hier sind bereits die ersten Sicherungsstangen im Fels des Nordwestgrates sichtbar. Diese werden über einen Firn- oder Schutthang erreicht. Zu Beginn hält man sich an den Felsen etwas rechts, um anschließend direkt zum Grat zu gelangen. Die Felsen sind ziemlich plattig und leicht abwärts geschichtet, sie werden dadurch bei Neuschnee oder Vereisung sehr schnell heikel. Nach dieser Plattenzone legt sich der Grat ein wenig zurück, über einen Rücken wird der Gipfelaufschwung erreicht. Dieser präsentiert sich inzwischen meistens nur noch im Frühjahr als Firngrat, später im Jahr treten vermehrt Felsen mit unangenehmer Geröllauflage hervor. Aber auch diese Passage lässt sich mithilfe der vorhandenen Bohrhaken gut absichern, sodass bald am Gipfel des Blüemlisalphorns (3661 m) das tolle Panorama in die Walliser Alpen genossen werden kann. Auch das Grindelwalder Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau sowie das Wetterhorn grüßen aus dem Osten herüber. In der Nähe ziehen natürlich die Gratschneiden die Blicke auf sich. Direkt nebenan der Grat zur Wyssi Frau und im Westen der Galletgrat zum Doldenhorn. Abstieg Der Abstieg folgt dem Anstiegsweg, die Felsen können auch im Abstieg das Sichern notwendig machen, ebenso bei Vereisung der Hang unter dem Rothornsattel.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied2175 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKandersteg (1176 m), Parkplätze bei derTalstation der Seilbahn zum Oeschinensee (1195 m) bzw. Bergstation der Seilbahn Oeschinen (1682 m).
EndpunktKandersteg (1176 m), Parkplätze bei derTalstation der Seilbahn zum Oeschinensee (1195 m) bzw. Bergstation der Seilbahn Oeschinen (1682 m).
TourencharakterWo sich heute die Firnmulden und Gletscher der Blüemlisalp befinden, waren früher grasige Weiden. Nach einer Sage verwandelten sich diese Weiden durch einen Fluch in Firn- und Eismassen. Das Massiv der Blüemlisalp mit den Gipfeln Blümlisalphorn (3657 m), Wyssi Frau (3650 m) und Morgenhorn (3623 m) ist bei der Annäherung an die Berner Alpen von Norden bereits von Weitem sichtbar und prägt das Bild der Berner Alpen nachhaltig. Das Hauptproblem bei der Besteigung ist der richtige Zeitpunkt. Sind die Gletscher und der Zustieg zum Rothornsattel firnbedeckt, sodass der Rothornsattel relativ problemlos erreicht werden kann, so sind die Felsen oberhalb des Sattels häufig noch mit Schnee und Eis verziert. Ist der Zustieg zum Rothornsattel spät im Jahr aber ausgeapert, so stellt sich eine kleine Eisflanke von 100 Hm in den Weg, die komplett mit Eisschrauben abgesichert werden muss (Eisgerät angenehm), was deutlich mehr Zeit beansprucht.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1247 Adelboden, 1248 Mürren
MarkierungenBis zum Gletscher weiß-rote Markierung, zum Gipfel keine Markierung.
VerkehrsanbindungBahnverbindung von Bern und Spiez bzw. Brig im Wallis; mit dem Pkw von Spiez über Frutigen.
GastronomieBlüemlisalphütte (2834 m), Juli bis Sept. Tel. +041/33/676 14 37, www.bluemlisalphuette.com
Unterkunft
Blüemlisalphütte (2834 m), Juli bis Sept. Tel. +041/33/676 14 37, www.bluemlisalphuette.com
Tourismusbüro
Kandersteg Tourismus, CH-3718 Kandersteg, Tel. +41/33/675 80 80, www.kandersteg.ch