Bichleralm und Reiteralm

Leichte Bergwanderrunde auf überwiegend breiten Alm- und Forstwegen. Der Anstieg auf den Streicher erfolgt jedoch auf Bergpfad. Die Almen wie auch der Gipfel sind ideal für einen Ausflug mit Kindern oder Senioren. Weißbach a. d. Alpenstraße - Waldbahnweg - Haarbacheralm/Bichleralm - Kaitelalm - Reiteralm - Weißbach a. d. Alpenstraße. Abstecher - Kaitelalm - Kienbergalm - Streicher und zurück. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
Von Weißbach zur Bichleralm Vom Parkplatz wandern wir über das kleine Brückerl und halten uns sofort rechts. Angenehm schattig geht es zunächst am Weißbach entlang, dann steigen wir langsam an und gehen in die Klamm der Vorderen Schwarzachen hinein. Hier wandern wir auf der Trasse der ehemaligen Waldbahn; deren Gleise wurden jedoch nach Einstellung der Holztransporte nach 1958 abgetragen. Informative Wegtafeln mit Abbildungen geben uns hier einen Einblick in ihre Geschichte. Bald durchschreiten wir einen ausgesprengten Felstunnel, dann geht es in angenehmer Steigung langsam höher. An den steilen Bergflanken kommt es im Winter zu häufigen Lawinenabgängen, sodass wir selbst im Sommer manchmal sogar noch Lawinenkegel überwinden müssen. Allmählich wird die Klamm weiter, wir wechseln nun auf die andere Bachseite und gelangen so zur Bäckinger Klause (753 m), ein ehemaliges Stauwehr mit Holzlagerplatz, das auf das Jahr 1804 verweist. Bei der Wegverzweigung nach der Bäckinger Klause rechts den steilen Almfahrweg hoch, bis wir nach 10 Minuten die Haarbacher Alm erreichen. Wenige Meter oberhalb führt links der Weg in wenigen Minuten zur Bichleralm. Anstieg zur Kaitelalm Von der Haarbacheralm führt rechts der Forstweg in stetiger Steigung weiter zur Kaitelalm, die auf einem Scheitelpunkt liegt (jenseits geht es hinab in die Laubau). Die Kaitelalm weist eine Besonderheit auf - Hier gibt es wohl eine der letzten offenen Feuerstellen in einer Almhütte zu besichtigen. Übergang zur Reiteralm Von der Kaitelalm wieder 10 Minuten auf dem Anstiegsweg zurück, bis rechts ein Forstweg abbiegt. Diesem folgen wir leicht abfallend, wobei wir zwei Bachgräben ausgehen, hinüber zur Kiental-Diensthütte und weiter in einigen Kehren zum Sulzenstübl. Bei der Weggabelung dort halten wir uns rechts und wandern auf einem Forstweg durch einen Bachgraben aufwärts, bei den folgenden zwei Abzweigungen halten wir uns links, überschreiten einen kleinen bewaldeten Kamm und steigen jenseits zur Almwiese der Reiteralm ab. Rückkehr zum Ausgangspunkt Von der Alm gehen wir links haltend in Richtung Hiental; nach etwa 300 Metern erreichen wir eine neue Forststraße (links geht es zur Hientalklause), wir halten uns rechts und wandern auf dem breiten Forstweg in einigen Kehren durch Wald hinab zu unserem Ausgangspunkt in Weißbach an der Alpenstraße. Der Gipfelabstecher Falls wir auf unserer Almrunde noch einen Gipfel mit viel Aussicht ersteigen wollen, bietet sich der Streicher (1594 m), ein Nebengipfel des Inzeller Kienbergs, an. Von der Kaitelalm folgen wir rechts dem steilen, ausgeschilderten Bergpfad hinauf über Bergwiesen und durch Wald zur Kienbergalm, wo wir auf einen Almfahrweg treffen. Dort, wo dieser beginnt, zweigt rechts ein Pfad ab, der uns über steile Bergwiesen hinauf zum Gipfelkamm leitet, dann links auf diesem zum felsigen Gipfelaufbau mit Kreuz. Anschließend kehren wir auf dem Anstiegsweg zurück.

kindgerecht
Frühlingstour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied742 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz am nördlichen Ortsende von Weißbach a. d. Alpenstraße (623 m); Zufahrt direkt von der B 305.
TourencharakterAuf dieser ausgedehnten Almrunde begegnen wir fünf Almen, die jede auf ihre Art eine Besonderheit darstellt. Eines haben sie allerdings gemeinsam - Es sind alles Einkehralmen. Die Bichleralm besitzt kulturhistorischen Wert. Diese Alm ist die einzige verbliebene Zwie-Alm im gesamten Landkreis Traunstein. Bei der Zwie-Alm (Zwie = Zwei) – und das ist das Ungewöhnliche – sind der Wohnraum der Senner oder Sennerinnen und der Stall in zwei Gebäude getrennt. Die jahrhundertealte Kaserl der Bichleralm, das ursprüngliche Wohngebäude direkt daneben, wurde kürzlich restauriert und steht nun unter Denkmalschutz. Das heutige Hauptgebäude brannte im Jahre 1949 ab und wurde wieder aufgebaut. Erstmals Erwähnung fand die Bichleralm bereits im Jahre 1345. Die Haarbacheralm gleich daneben stammt in ihrer jetzigen Gestalt aus dem Jahr 1882. Auf der Haarbacheralm (der Milchbetrieb wurde 1975 eingestellt), der Bichleralm, der Kaitelalm und der Kienbergalm wird nurmehr Jungvieh gehalten, lediglich auf der Reiteralm gibt es richtige Kühe, die auch Milch geben. Es wird gebuttert und frische Milch ausgeschenkt, der große Rest der Milch wird jedoch an die Molkerei geliefert. Falls wir eine ausgedehnte Tour unternehmen wollen, steigen wir hinauf zur Kaitelalm und zur Kienbergalm, wo der Gipfelweg zum so genannten Streicher abzweigt, von dem wir einen herrlichen Tiefblick auf Inzell und hinaus aufs Alpenvorland genießen können.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte BLVA, 1 - 50 000, Blatt „Berchtesgadener Alpen“.
VerkehrsanbindungAuf der Salzburger Autobahn bis zur Ausfahrt Siegsdorf, Anfahrt auf der B 306/B 305 über Inzell nach Weißbach a. d. Alpenstraße, der Parkplatz befindet sich am nördlichen Ortsende (Ausschilderung Forsthaus). Mit der Bahn bis Traunstein oder bis nach Bad Reichenhall; von dort mit dem RVO-Bus nach Weißbach a. d. Alpenstraße.
GastronomieHaarbacheralm (840 m), Bichleralm (860 m), Kaitelalm (969 m), Reiteralm (960 m), Kienbergalm (1425 m); alle vier Almen sind während der Weidesaison (also von 1. Juni bis Ende September) bewirtschaftet, die Kaitelalm sogar – bei schönem Wetter und vorwiegend am Wochenende – das ganze Jahr über.
Tipps
Der Tipp für Kinder Besonders für Kinder interessant ist ein Abstecher zur Hientalklause. Hier steht ein künstlicher Wasserspeicher, mit dessen Hilfe das geschlagene Holz talaus transportiert wurde. Erstmalige Erwähnung fand dieses nun wiederhergestellte Industriedenkmal bereits im Jahre 1624, damals allerdings noch als Holzbauwerk. Der Steinbau entstand im Jahre 1798 unter Kurfürst Carl Theodor. Die Holztrift musste an dieser Stelle wegen Wassermangels im Jahre 1912 jedoch eingestellt werden. An der Klause gibt es einen schönen Picknickplatz mit Tischen und Bänken und viel Gelegenheit zum Spielen.
Informationen
Dauer - Von Weißbach an der Alpenstraße zur Haarbacheralm 1 Std., Weiterweg zur Kaitelalm 20 Minuten; Übergang zur Reiteralm 1 Std., Abstieg nach Weißbach 40 Min. Gesamtgehzeit: 3 Std.