Bezauberndes Lucca

Stadtspaziergang, verhältnismäßig schattig. (Autor: Helmut Dumler)
4 km
25 m
1.00 h
Am westlichen Stadtrand betritt man Lucca vom Piazzale Luigi Boccherini (1) durch die Porta Sant'Anna und kommt auf den Piazzale Verdi (Busbahnhof). Am Kriegerehrenmal vorbei. Auf der Via Vittorio Emanuele zur Piazza Napoleone (2), angelegt 1806, als Napoleons Schwester Elisa Baciocchi Fürstin von Lucca war.
Die Südseite nimmt der Palazzo delle Province ein. An der Nordseite befindet sich die rühmliche Gelateria Il Pinguino. Nach Einbruch der
Dämmerung wird der Platz zum lärmenden Treffpunkt der Jugendlichen. Südöstlich schließt sich die Piazza del Giglio mit dem Stadttheater an. Von dort durch die Via del Duomo. San Giovanni (3), bis ins 8.Jh. Bischofskirche, ist die Grabstätte der Markgräfin Ma-thilda von Canossa-Toscana (1046–1115).
Die Piazza di San Martino erhielt ihr weiträumiges Erscheinungsbild 1411/12 unter dem Stadtherrn Paolo Guinigi. Er ließ Häuser abreißen, um der 1204 vollendeten Fassade des Duomo (4) und dem 69m hohen Campanile gebührende Wirkung zu verleihen. Am Dom geht man links vorbei und folgt den gelben Schildchen des Stadtrundganges.
Links in die Via dell'Arcivescovado, vor dem Antiquitätengeschäft rechts ab. Etwa 20m durch die Via della Rosa, dann biegt man rechts in die Via del Botanico ein. Sie stößt auf die Via del Fosso am alten Stadtgraben. Links gelangt man zur Porta San Gervasio (5) des ab 1206 entstandenen Mauerringes. Nun geht es durch das Tor und die Via Santa Croce. Der Name Santa Maria Forisportam verrät, dass die Kirche mit ihrer romanisch-pisanischen Marmorfassade außerhalb des antiken Gevierts erbaut wurde, und zwar um 1200. Durch die Via dell'Angelo Custode, wenig später links, in die Via San Andrea. Plötzlich sehen wir die Steineichen auf der Torre Guinigi, ursprünglich wohl einer der 130 Geschlechtertürme. Er wurde gegen 1400 gleichzeitig mit dem romanisch-gotischen Palast (6) umgebaut. Von der Turmplattform – 230 Stufen – betrachtet der Besteiger Lucca und die Umgebung aus 44m Höhe.
An der Turmecke geht es rechts, auf der Via delle Chiavi d'Oro und der Via Canulaia zur quer verlaufenden Via dell'Anfiteatro. Wiederum rechts, nach 100m gelangen wir durch ein teilweise aus römischen Quadern bestehendes Portal auf die Piazza del Mercato (Sa vormittags Markt). Ihre von vielfarbigen Häuserfronten gebildete Ellipse skizziert das römische Amphitheater (7) aus dem frühen 2.Jh.
Das Oval wird auf der gegenüberliegenden Seite durch das Portal verlassen. Von der Piazza degli Scarpellini rechts in die noble Via Fillungo. Links zur Chiesa San Frediano (8) mit ihrer charakteristischen Fassade.
In Höhe des Campanile, dessen Fensterzahl nach oben hin von Geschoss zu Geschoss zunimmt, vertrauen wir uns links der Via Cesare Battisti an. Vorüber an San Salvatore und einem markanten Turmhaus durch die Via Calderia auf die Piazza San Michele (römisches Forum). Das Denkmal zeigt Francesco Burlamacchi, Stadtoberhaupt von 1533 bis 1546. Augenweide ist die hinreißende Fassade der Chiesa San Michele (9).
Am nahen Corte San Lorenzo (Nr.9, Museum) erblickte Giacomo Puccini (1885–1924) das Licht der Welt: Casa natale Puccini (10). Der Maestro »sitzt« lässig, in Bronze gegossen, seit 1994 nebenan auf der Piazza Cittadella.
Unser Rundgang führt von der Piazza San Michele rechts vorbei an der Loggia des Palazzo Pretorio (11) aus dem 16.Jh., Sitz des Podestà (Bürgermeister) und des Gerichts, und durch die Via Vittorio Veneto auf die Piazza Napoleone.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied25 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPorta Sant'Anna.
EndpunktWie Ausgangspunkt
Tourencharakter»Luk« bedeutet im Ligurisch-Etruskischen soviel wie Sumpf. Und daraus stampfte Rom an einem Übergang das Flusses Serchio die Kolonie Lucca. Sie wuchs im Laufe von mehr als 2000 Jahren zu einem liebenswerten Gemeinwesen. Eine Provinzhauptstadt voller Charme.
Beste Jahreszeit
MarkierungenGelbe Schildchen des Stadtrundganges.
VerkehrsanbindungAutobahn Florenz (74km)–La Spezia, Autobahn von Pisa (22km). Bahnhof. Busbahnhof auf dem Piazzale Verdi. Parkplatz außerhalb der Altstadt beschildert. Parkprobleme in der Altstadt.
GastronomieU.a. Pizzeria-Self-Service Piccolo Mondo (Piazza dei Coco-meri 5). Nahebei feines Ristorante Buca di Sant'Antonio (Via delle Cervia 3). Außerhalb der nördlichen Porta Santa Maria: Locanda Buatino als Hüterin lucchesischer Küchenphilosophie, im Vorraum etliche Tische für den kleinen Hunger, im Hintergrund das Restaurant, auch 4 Doppelzimmer, Tel. 0583 34 32 07.
Informationen
Wer kennt »Pollo al mattone«? Im Erd- und Obergeschoss der Trattoria da Giulio sind rund 300 Plätze vorhanden. Oftmals brodelt es vor Menschen und Stimmen. Es wird eine authentische Volksküche gepflegt, beispielsweise 13 »Primi« und genauso viele »Secondi«. Darunter entdeckten wir »Pollo al mattone« – typisch lucchesisch, sagte man uns: Hühnchen gegart und gepresst zwischen zwei heißen Ziegelsteinen (Trattoria geschlossen So/Mo sowie im August). Als »Verdauungsspaziergang« empfiehlt sich ein Gang über die 4,2km langen, mit elf herzförmigen Bastionen bewehrten Verteidigungsbollwerke, dem besterhaltenen derartigen Festungsring Italiens (Beginn gegenüber der Trattoria).
Unterkunft
Außerhalb z.B. Hotel Celide*** (Via Giusto 25, Bahnhofsnähe), eigener Parkpatz, Tel. 0583 95 41 06 ; Grand Hotel Guinigi**** (Via Romana 1247), Parkplätze, Tel. 0583 49 91; in derselben Straße (Nr.95): Hotel Stipino**, Parkplätze, Tel. 0583 49 50 77.
Tourismusbüro
Ufficio Informazioni, Piazza Santa Maria 35, I-55100 Lucca, Tel. 0583 91 99 31, E-Mail: info@luccaturismo.it
Region:
Italien
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