Bergtour bergab

Am Wank Trotz der Aufstiegshilfe durch die Gondel ist die Tour konditionell anspruchsvoll. Aber für das leibliche Wohl ist ausreichend gesorgt, es gibt viele Einkehrmöglichkeiten – gerade deshalb sollte man unbedingt etwas mehr Zeit einkalkulieren. Technisch ist die Tour einfach, festes Schuhwerk aber ein unbedingtes Muss. Der Großteil der Strecke geht bergab. Es ist sinnvoll, Stöcke mitzunehmen. (Autor: Lisa Bahnmüller)
15 km
300 m
4.00 h
Es muss ja nicht immer Schweiß treibend und anstrengend sein, um eine Nachmittag-füllende Bergtour zu erleben. Gleich zu Beginn schweben wir in 20 min. mit der Wankbahn über 1000 Höhenmeter fast zum Gipfel. Dann erleben wir erst einmal einen Schock - Auf dem Gipfelplateau tritt man sich gegenseitig auf die Füße, ein Gefühl wie im Hochsommer an der Adria. Kein Wunder – hier herauf werden ganze Busladungen an Touristen befördert. Die Aussicht ist einmalig: Die Zugspitze mit dem Wetterstein und das Karwendel sind zum Greifen nahe, außerdem ist das Wankhaus mit großer Sonnenterrasse in drei Minuten erreichbar. Das meiste spielt sich jedoch nur rund um die Bergstation ab, schon ein paar Schritte weiter wird es viel ruhiger. Stundenlang könnte man am Startplatz den Gleitschirmfliegern zusehen, wie sie sich in die Lüfte heben. An manchen Tagen ist der Himmel ganz bunt und die Luft surrt von den vielen Schirmen. Leider drängt die Zeit, denn auch wenn es auf der Tour fast nur bergab geht, müssen wir für den Abstieg doch ein strammes Wanderpensum absolvieren. Aber versprochen: Unser Weg bietet noch viel, viel mehr ... Wegverlauf: An der Bergstation der Bahn wählen wir den Wanderweg »W4 Esterberg/Gschwandtnerbauer« rechts Richtung Skilifte. Wir passieren den Startplatz der Gleitschirmflieger und wandern an der Südflanke des Wanks entlang. Am Weg liegen einige überdachte Picknickplätze und bald schon sehen wir vor uns im Tal den Wagenbruchsee bei Krün. Nun geht es bergab (Schild »Esterbergalm«). Rasch tauchen wir in die Latschen ein, die aber immer wieder schöne Ausblicke freigeben. In dieser Höhe schaffen es Bäume kaum, hoch aufzuwachsen. Schnell haben wir jedoch die Baumgrenze erreicht und wandern im lichten Mischwald. An der Wegkreuzung wenden wir uns rechts und folgen dem Schild »Gschwandtnerbauer«. Auf dem schmalen Pfad geht es im Zickzack den Berg hinunter. Wir erreichen die Abzweigung zum Gschwandtnerbauer. Wer Lust auf eine Brotzeit hat, geht in fünf Minuten zum Gasthaus und kommt anschließend hierher zurück. Ansonsten wandern wir an dieser Stelle rechts weiter dem Schild »Gamshütte« nach. Jetzt steigt der Weg an. Zum Glück gibt es viel Schatten und wir haben es bald geschafft. Wir passieren ein Drehkreuz, dann geht es flach über eine kleine Hochebene. Neben dem Weg findet man viele große Ameisenhaufen und der feuchte Boden verschafft seltenen Pflanzen einen eigenen Lebensraum. Noch einmal geht es durch ein Drehkreuz und dann gibt der Wald endlich die Sicht auf die Berge wieder frei. Entlang einer großen abgeholzten Fläche mit zahlreichen Baumstümpfen wandern wir mit Blick auf die Zugspitze, Alpspitze und den markanten Waxenstein weiter. An der breiten Forststraße halten wir uns nun rechts und erreichen wenige Minuten später die Gamshütte. Früher gab es von hier einen direkten schnellen Abstieg nach Partenkirchen. Der Weg wurde jedoch durch einen Murenabgang während des Hochwassers 2005 weggerissen. Seine Instandsetzung kann noch einige Zeit dauern. Deshalb wandern wir über die sonnige Aussichtsterrasse der kleinen Hütte und folgen dann dem Weg rechts (Schild »Eckenhütte«). Der letzte Anstieg ist schnell geschafft und die Mühe ist jeden Schritt Wert. Von der Wiese rund um die private Eckenhütte kann man noch einmal auf das ganze Garmischer Becken schauen. Es ist eine wahre Pracht, wenn die Sonne ihre letzten Strahlen auf die Berge wirft und der Blick weit über das Loisachtal bis nach Tirol schweift. Vor dem eingezäunten Wegkreuz wandern wir links dem Schild »Talstation« nach. Der Forstweg bringt uns über einen Bach und einen Wasserfall immer tiefer. Bald stoßen wir auf eine breite Fahrstraße, der wir kurz nach links folgen. An den ersten Liftmasten der Wankbahn können wir unter der Bahntrasse auf einem Wiesenweg zum Parkplatz zurück laufen. Wissenswertes: Beim Blick vom Wank auf die Stadt GarmischPartenkirchen kann man anhand der Straßenführung, der beiden Kirchen und der Verteilung der Häuser deutlich die einst unabhängigen Gemeinden erkennen. Garmisch und Partenkirchen wurden 1936 kurz vor den Olympischen Spielen gegen den Willen der Bewohner zwangsvereint. So betonen noch heute Einheimische, sie kämen aus Partenkirchen und nicht aus Garmisch, oder umgekehrt. Partenkirchen mit seiner freskenverzierten Ludwigstraße und den vielen Bauernhäusern hat sich durchaus noch einen dörflichen Charakter bewahrt, während Garmisch durch die internationalen Hotels und Geschäfte mondänes Flair besitzt. Die Rivalität der beiden Ortsteile ist jedoch nicht mehr so groß, wie ihnen oft nachgesagt wird. Der Tourismus, die Wirtschaft und vor allem der Skisport haben sie schließlich vereint.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied300 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz an der Talstation der Wankbahn in GarmischPartenkirchen
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 7, Werdenfelser Land 1 - 35000
VerkehrsanbindungAuto Auf der A 95 von München Richtung Garmisch bis zum Autobahnende, dann durch den Tunnel Richtung Garmisch/Mittenwald. Am Ortseingang von Garmisch ist links die Wankbahn ausgeschildert. Bahn Zugverbindung München – Garmisch, vom Bahnhof sind es ca. 1 km Fußweg zur Bahn.
GastronomieUnterwegs hat man die Qual der Wahl - Der Gschwandtnerbauer liegt romantisch inmitten grüner Wiesen, man sitzt neben einer Kapelle und blickt auf die Zugspitze. Die urige Gamshütte hat die besten Salate und man kann hervorragend mit Sicht über Garmisch hin zur Zugspitze Kaffee trinken. Eine mitgebrachte Brotzeit ist auch nicht zu verachten, denn das Gipfelplateau des Wank bietet Freiluftsitzplätze mit unbezahlbarer Aussicht.
Tipps
Die Antoniuskapelle, eine kleine Wallfahrtskirche, liegt nur wenige Gehminuten links von der Lifttrasse aus gesehen. Sie wurde 1736 von dem genialen Maler Johann Holzer mit einem großen Deckenbild ausgestattet. Das Motiv zeigt die Anbetung des hl. Antonius durch Notleidende in einer herrlichen, fast schon naiven bäuerlichen Dramatik.
Tourismusbüro
Garmisch-Partenkirchen Tourismus, Tel. 08821/180-700

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