Bergsee und Kletterspaß

Am Ettaler Manndl Konditionell eine leichte Tour, es geht fast nur bergab. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit braucht man auf dem kurzen Klettersteig zum Gipfel (den kann man aber auch auslassen), ansonsten Bergwege und Forstraßen. (Autor: Lisa Bahnmüller)
Als Kind zählt die Besteigung des felsigen Gipfelsporns Ettaler Manndl zu den unvergesslichen Höhepunkten und man wird sich ein Leben lang – so auch meine eigene Erfahrung – daran erinnern. Dabei ist der kleine Klettersteig wirklich ungefährlich, aber wie ein Schild »Ab hier nur für Geübte« verweist, eben doch anspruchsvoll. Besonders bei Kindern, die sich auf gut ausgebauten Wegen eher langweilen, sorgt allein der Hinweis und natürlich der Anblick des felsigen Steigs für den nötigen Gipfelkick. Der Bergsteigerstolz nach der geglückten Bezwingung prägt sich auf immer und ewig ins Gedächtnis ein. Zur Beruhigung der elterlichen Nerven ist eine Reepschnur (eventuell mit Karabiner) ratsam, aber nicht zwingend. Erwachsene, die sich unsicher fühlen oder nicht schwindelfrei sind – ein Gefühl, das bei Kindern eigentlich nicht existiert –, sollten auf keinen Fall einsteigen. Es gibt nur den einen Weg hinauf und hinunter und wer schon beim Aufsteigen Probleme hat, dem wird es bergab noch viel schlechter gehen. Auch ohne den Klettersteig zum Gipfel ist die restliche »Bergab-Tour« ein sehr beglückendes Bergereignis, so dass es mit Sicherheit für Jung und Alt ein wunderschöner Bergsteiger-Nachmittag wird. Wegverlauf - Mit der Kleinkabinenbahn zum Laberjoch erklimmen wir schnell die Höhenmeter des Berges. Nun folgen wir zunächst den Schildern Ettal in östlicher Richtung und wandern zum Weg, der von Ettal heraufkommt. Nur ein paar Meter weiter oberhalb beginnt der Einstieg zum Gipfel. Der Klettersteig ist mit einer soliden Kette und einbetonierten Eisenstangen gesichert. Vom Gipfelkreuz (1633 m) hat man einen prächtigen Blick über den Soilasee bis weit hinaus ins Alpenvorland. Ettal mit seiner barocken Klosterkuppel ist gut zu erkennen, dahinter liegt das Estergebirge mit dem Hohen Fricken (Tour 5) und dem Wank (Tour6). Im Süden dominiert das Wettersteinmassiv und im Westen erhebt sich das Ammergebirge. Vom Gipfel klettern wir die 60 Höhenmeter auf gleichem Weg zurück und wandern am Felsenriff nach links. Jetzt geht es in ein Waldstück bergab bis zum idyllischen Soilasee. Dann folgen wir den Wegweisern »Oberammergau« nach Osten. Wir kreuzen eine Forststraße, wandern über Wiesen und an der Soilaalm vorbei tiefer und treffen erneut auf die Forststraße, der wir nun ein Stück bergab folgen. Bald beginnt links ein Wiesenweg, der in einigem Abstand zur Straße talwärts führt und schöner zu wandern ist. Bei einer Unterstandshütte wenden wir uns nach links in den Waldweg, der wenig später erneut in die Forststraße mündet. Nach dem »Loaterer«-Wegkreuz geht es rechts auf einem schmalen Weg abwärts in das Tal der Großen Laine. Wir überqueren den Bach auf einer kleinen Holzbrücke und nun wandern wir links fast eben zum Großparkplatz der Bahn zurück. Wissenswertes: Oberammergau ist fest auf den Reiseplänen vieler ausländischen Touristen verankert. Vor allem Amerikaner und Japaner übervölkern den Ortskern und haben dabei recht guten Geschmack bewiesen. Außer den Einheimischen wissen viele Bayern nicht, dass der Ort jede Menge zu bieten hat. Neben der perfekten touristischen Infrastruktur gibt es viel Kultur, Berge, gutes Essen und Freizeitvergnügen. Etwas abseits des Zentrums lässt der Rummel schnell nach und man findet viele beschauliche Ecken. Sehenswert sind vor allem die mit Lüftlmalerei geschmückten Häuser. Einige der Schönsten sind: das Pilatushaus, das Forstamt und vor allem für Kinder die mit Märchen verzierten Häuser in der Ettaler Strasse. Auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist reich freskiert. Die Tradition und Kunst des Schnitzhandwerks kann man im Heimatmuseum live erleben. Berühmt ist Oberammergau auch für seine Passionspiele. Sie werden nur alle 10 Jahre aufgeführt und gehen auf das Jahr 1633 zurück, in dem die Pest im Ort wütete. Das einstige Gelübde ist heute ein perfekt inszeniertes Schauspiel mit gewaltigem Andrang. In der Zeit zwischen den Spielen finden im riesigen Passionsspielhaus Musikaufführungen oder Großveranstaltungen statt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied850 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOberammergau, Talstation der Laberjochbahn
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 6, Walchensee 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Auf der Garmischer Autobahn A 95 zum Autobahnende, dann weiter auf der B 23 bis Oberau, dort rechts über den Ettaler Sattel nach Oberammergau. Bahn Von München Richtung Garmisch, in Murnau umsteigen, Richtung Oberammergau, Endstation.
GastronomieUnterwegs keine, nur zu Beginn - n Laberjoch Bergstation. In Oberammergau gibt es viele Gasthäuser.
Tipps
Die Kletterei auf dem Ettaler Manndl ist hervorragend für Kinder geeignet. Genau so stellen sich Kinder Bergtouren vor. Das Loatererkreuz wurde von einer Gruppe Extremskifahrer gestiftet, die vom Laber über die Leiter (»Loater«), einer steilen schmalen Felsrinne, ins Tal fahren. Das geht nur mit viel Können, noch mehr Mut und viel Schnee. Wer es schafft, darf sich dann »Loaterer« nennen. Für einen geschützten Brotzeitplatz ist der Soilasee dem meist windigen Berggipfel vorzuziehen. Kinder können hier unbesorgt spielen.
Tourismusbüro
Oberammergau Tourismus, Tel. 08822/92310

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Lisa Bahnmüller

Die schönsten Bergtouren für Langschläfer

30 kurze, erlebnisreiche, oft kindgerechte Wanderungen zwischen den Ammergauer Alpen und den Chiemgauer Bergen mit detaillierter Beschreibung und vielen Tipps.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema