Bergbaupark San Silvestro

Bergwanderung auf breiten Wegen; kaum Schatten. Nicht zu nahe an Abgründe bzw. Schächte treten! Die Route besteht aus einer Kombination von vier bezeichneten Wegen. Die sieben Tage gültige Eintrittskarte verbilligt den Eintritt im Archäologischen Park Populonia. (Autor: Helmut Dumler)
8 km
400 m
2.00 h
In Temperino steigen wir vom Besucherzentrum auf breitem Weg an, geleitet von der Tafel »Via del Temperino« und vorbei am Pozzo Gowet. Bei La Gran Cava hält man sich rechts, nun mit der Via delle Ferruzze als Führungslinie. Sie zeigt uns den Förderturm am Pozzo Earle. Taleinwärts, streckenweise auf der Pflasterung des Knappenweges, wandern wir in 10Min. empor zum Pozzo Le Marchand. Nächste Stationen sind: Cava dell' Ortaccio, Polveriera und Buca della Daina. Nach insgesamt 40Min. geht es bei der Gabelung erneut bergan, die Cava Bianca berührend und die Buca dell'Aquila. Anschließend gewährt der Panoramaweg Blicke hinaus zum Meer. Nach einer Weile folgt ein leichtes Gefälle. Wir sehen bereits die Rocca di San Silvestro. In der Valle dei Lanzi kreuzt man ein Sträßchen und macht sich an den neuerlichen Aufstieg, konform der blauen Tafeln (»Rocca San Silvestro«) der Via dei Lanzi. Sie unterquert die Pfeilerrampe der Erzstraße und streift die Casa Caprareccia. Als Fixpunkt dient die Burgruine. Eine Brücke bringt uns über die Werkstraße. Der Weg endet vor den imposanten Ruinen der Rocca di San Silvestro (11/2Std.).
Beim Rückweg nehmen wir kurz nach der Straßenbrücke die links Spur, hin zur Villa Lanzi. Von dort steigt man auf der Straße ab, unterhalb des Palazzo Gowet, wieder in die Valle dei Lanzi. Wir gehen links wie beim Hinweg. An der offenen überdachten Lagerhalle weiter auf der Schotterstraße beziehungsweise der Trasse des schienenlosen Museumsbähnchens (trenino). Der jüngste Steinbruch (Cava di Calcare) des Bergbauparkes bleibt zurück.
Problemlos erreicht man die vertraute Talfurche beim Pozzo Earle. Nun gehen wir abwärts auf dem zementierten Sträßchen und links nach Temperino.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied400 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBesucherzentrum Temperino (119m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterIm Hinterland der Costa degli Etruschi, nördlich von Campiglia Marittima, haben Menschen von der Antike bis 1978 nach Erz, Kupfer, Blei und Silber geschürft und dabei das Gestein mancherorts wie einen Schweizer Käse durchlöchert. Dort eröffnete man 1996 den Parco Archeologico Minerario di San Silvestro (450ha), erschlossen durch überaus reizvolle und lehrreiche Wanderwege.
Beste Jahreszeit
KartentippDeutsches Faltblatt des Besucherzentrums.
MarkierungenWegweiser.
VerkehrsanbindungAn der Staatsstraße 1, von der Ausfahrt »San Vincenzo Sud« zunächst 4km in Richtung Campiglia Marittima. Vor dem Kirchlein Madonna di Fucinaia links ab. Auf dem Asphaltsträßchen 550m zum Parkplatz: rechts unten, steile Abfahrt. Zu Fuß 5Min. nach Temperino.
GastronomieRistorante Santa Barbara (Temperino).
Informationen
Via del Temperino: 1 Pozzo Gowet (1901–1907), Erzförderschacht der britischen Gesellschaft »Etruscan Mines«; 2 Pozzo Fernet-Marchi (19.?Jh.), Erzförderschacht; 3 Präromanischer Schürfschacht; 4 Pozzo Leopoldo (18.?Jh.?), Probeschacht; 5 La Gran Cava (vorrömisch, 16./19./20.?Jh.), mehrschichtiger Abbau von der Etruskerzeit bis zu den Medici. Via delle Ferruzze: 6 Ferrovia Quota 212 (1901–1907), Reste der Bahnbrücke; 7 Sezione Coquand (19.?Jh.), Tagebau; 8 Pozzo Earle (19./20.?Jh.), Schacht, bis in die 50er Jahre in Betrieb; 9 Galleria Ortaccio/Diretta Lanzi-Temperino (19./20.?Jh.), Stollen für den Transport zu den Erzwäschereien im Lanzi-Tal; bl Pozzo Le Marchand (1901–1907), Förderschacht mit Winde; bm Cava dell'Ortaccio (vorrömisch, 16./19./20.?Jh.), Tagebau mit Abbauspuren aus der Antike; bn Polveriera (20.?Jh.), Pulverhaus; bo Buca della Faina (vorrömisch), Grube; bp Pozzo Quadrato Cava Bianca (19.?Jh.), Schacht zur Überprüfung eines antiken Erzlagers; bq Cava Bianca (16.?Jh.?), Schürfprobe in weißem Marmor aus der Medici-Zeit; br Buca dell'Aquila (vorrömisch/16.?Jh.), Schächte der Etrusker, abgeschnitten durch Tagebau der Medici-Zeit; bs Pozzo Le Ferruzze (vorrömisch/20.?Jh.), alter Schacht mit Probegrabung aus dem 20.?Jh.; bt Le Ferruzze (20.?Jh.), Steinbrüche zur Gewinnung von Eisenhydroxid; bu Galleria Collins Inteferiore (19./20.?Jh); cl Galleria Caprareccia (1901), Schürfung auf den Spuren älteren Abbaus; cm Buca della Caprareccia (vorrömisch/16.?Jh.), alter Erzabbau in natürlicher Verwerfung; cn Cava di Calcare di Valle dei Lanzi (20.?Jh.), Steingrube, jüngster Abbau auf dem Gelände; co Loccalità Calasone – Le Laverie (20.?Jh.), Erzwaschanlagen; cp Discenderia Cava Bianca (1955/56), Förderrutsche. Via dei Lanzi: cq Piano Inclinato Inglese (1901–1907), Rampe für Bahn; cr Ricerca San Silvestro (1883), Schürfung über Tag und unterirdisch, mit eingemeißeltem Baujahr; cs Galleria Rogers (19./20.?Jh.), Schürfung aus dem 19.?Jh.; ct Case Caprareccia (16./19./20.?Jh.), Häuser für deutsche Bergleute, die im 16.?Jh. alte Silbergruben ausbeuteten; cu Pozzo Re (16.?Jh.) kreisförmiger Schacht, bedeutendes Zeugnis für den Bergbau in der Renaissance; dl Gallerione (19.?Jh.), Schürfung, die mittelalterliche Minen überschneidet; dm Cava di Poggio Palazzetto (16./19.?Jh.), Tagebau aus der Medici-Zeit; dn Miniera Medievale, senkrechtes Bergwerk aus dem Mittelalter; do Villa Lanzi (1556 bis 1559/1806–1842/20.?Jh.), im 16.?Jh. als Wohnung für Bergleute, im 19.?Jh. umgebaut, jetzt Museum von Rocca San Silvestro; dp Palazzo Gowet (1901–1907), Villa für die Direktion der »Etruscan Mines«, nur Außenmauern erhalten. Via dei Manienti: dq Miniera dei Manienti (13.–16.?Jh.), mittelalterliches Bergwerk mit Stollen und Schächten. Vor dem Eingang wurde Bleiglanz sortiert und zerkleinert.
Unterkunft
In San Vincenzo siehe Tour 28. Mehrere Hotels in Venturina (7km), u.a. Terme di Caldana***, Tel. 0565 85 14 00; Hotel Rossi**, Tel. 0565 85 12 56.
Tourismusbüro
Parco Archeominerario di San Silvestro, Via di San Vincenzo 34b, I-57021 Campiglia Marittima, Tel. 0564 83 86 80.
Region:
Italien
Mehr zum Thema