Berg ohne Gipfel

Auf den Stolzenberg Ruhige Wanderung auf Bergpfaden, oben am Grat etwas Trittsicherheit erforderlich, für Kinder geeignet. (Autor: Lisa Bahnmüller)
8 km
200 m
3.00 h
Unentdeckt und einsam sind die Berge rund um den Schliersee wirklich nicht. Trotzdem gehört der Stolzenberg zu den unbekannteren Zielen. Die meisten Bergwanderer steigen über die Firstalmen auf und marschieren dann nur noch bis zum Roßkopf. Teilen wir dort noch die Aussicht mit vielen Ausflüglern, so wandern wir anschließend viel ruhiger über den Stolzenberggrat, der weder einen ausgeprägten Gipfel noch ein Gipfelkreuz besitzt. Wegverlauf - Mit Hilfe der generalüberholten und erneuerten Stümpflingseilbahn überwinden wir in knappen sechs Minuten die ersten Höhenmeter und steigen in 1500 m Höhe aus. Am Stümpflinghaus wenden wir uns links und wandern zum ersten, niedrigsten Gipfel unserer heutigen Tour, dem Roßkopf. Hier wachsen keine Bäume und so haben wir freien Blick auf den rundum von Bergen umgebenen Spitzingseekessel. Südlich von uns baut sich der Wall des Stolzenberges auf. Das ist unser Ziel. Dafür wandern wir vom Gipfel des Roßkopfes auf dem flachen Bergrücken genau auf ihn zu. Wir kommen auf einem kleinen Pfad in einen lichten und moosbewachsenen Wald und wandern unterhalb des Rotkopfgipfels zur Abzweigung zu den Haushamer Almen (wer schon aufgeben möchte, kann hier abkürzen und den Stolzenberg auslassen). Der Weg steigt noch einmal kräftig an und dann haben wir den Stolzenberg, den höchsten Punkt der Wanderung erreicht. Wir wandern oben auf seinem flachen Grat entlang, wo wir vergeblich nach einem Gipfelkreuz suchen. Viele kleine Wiesenflecken eignen sich zum Rasten oder Sonnenbaden. Zwischen vereinzelten abgeholzten, manchmal auch abgestorbenen, knorrigen Bäumen öffnet sich der Blick auf das Tal der Weißen Valepp. Dahinter stehen die beiden Schindergipfel, die durch die deutsch-österreichische Grenze getrennt werden. Rechts davon liegen die Blauberge, das Gebiet südlich des Tegernsees. Am Ende des Höhenweges steigen wir nicht rechts ins Tal der Valepp ab, sondern halten uns schräg links. Jetzt müssen unsere Beine gut abfedern, denn es geht steil abwärts. Bald schon dürfen wir uns an saftigen, im Frühjahr vor Blumen überquellenden Almwiesen erfreuen, durch die wir nun wieder flacher wandern. An der verfallenen Oberen Haushamer Alm vorbei kommen wir auf dem steilen alten Almweg tiefer. Kurz danach stehen wir an den drei etwas düster wirkenden Unteren Haushamer Almen. Nun wandern wir auf der bequemeren Almstraße bergab zum feuchten Talboden südlich des Spitzingsees. An den ersten Wegweisern halten wir uns links, nicht zum Albert-Link-Haus, sondern unter den Skiliften hindurch zum Berggasthof am Roßkopf. Ein Blick über die Schulter zeigt hinter uns eindrucksvoll den Stolzenberg. Nach der Einkehr geht es weiter, am Stolzenberghaus vorbei und wir sind wenige Minuten später wieder an der Talstation der Stümpflingseilbahn. Wissenswertes: Das gesamte Spitzinggebiet ist ein Eldorado für Ausflügler und Bergwanderer und im Winter eines der Lieblingsskigebiete der Münchener. Die Erklärung dafür ist sehr einfach. Die Landschaft ist wunderschön und die perfekte Partnerschaft „See und Berge“ vereinigen sich hier. Außerdem ist dieses kleine Naturparadies auch noch einfach über den Spitzingsattel mit dem Auto zu erreichen. Dabei liegt die Seehöhe bereits auf über 1000 Meter. So sind direkt vom See aus einfache Wanderungen mit viel Berggefühl leicht machbar. So versteht sich der ganze Rummel an den ersten warmen Frühjahrstagen oder an den letzten sonnigen Herbsttagen von selbst. Außer ein paar Häusern Hotels und Gaststätten sucht man am Spitzingsee vergebens nach einem Ortskern. Wer nach seiner Wanderung noch idyllisch durch ein bayerisches Dorf spazieren möchte sollte das im tiefer liegenden Schliersee machen. Hier ist auch die Auswahl an Gaststätten am größten.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied200 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStümpflingbahn am Ende des Spitzingsees
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee/Schliersee 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Salzburger Autobahn A 8, Ausfahrt Weyarn, auf der B 307 über Miesbach, Hausham zum Schliersee. Nach Neuhaus rechts über den Spitzingsattel zum Spitzingsee, Parkplatz an der Stümpflingseilbahn. Bahn/Bus Von München über Holzkirchen/Miesbach bis Schliersee. Weiter mit dem Bus zum Spitzingsee.
GastronomieBergstation der Stümpflingbahn, n Berggasthaus Roßkopf am Ende der Tour, Mittwoch Ruhetag.
Tipps
Wer mehr Zeit mitbringt, kann natürlich auch zu Fuß zum Stümpflinghaus aufsteigen. Der Weg dafür zieht sich im Zickzack unter der Bahn aufwärts. Etwas über eine Stunde muss man einkalkulieren. Wer sich nach dem sportliche Einsatz dieser Tour so richtig verwöhnen lassen möchte, kann dies in der wunderschönen Wellnesslandschaft des Arabella-Sheraton-Hotels tun. Die Sauna- und Badelandschaft liegt direkt am See und wurde luxuriös ausgestattet. Das Vergnügen ist nicht unerschwinglich, aber Hausgäste haben natürlich Vorrang. Besser, man erkundet sich im Vorfeld unter Tel. 08026/7980, ob noch genug Platz ist.
Tourismusbüro
Gästeinformation Schliersee, Tel. 08026/60650

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