Benediktenwand, 1800 m

Großzügige Kammwanderung mit langem Abstieg, ein paar Wasserspielen und einem gemütlichen Auslauf nach Jachenau. Trittsicherheit am Kamm unerlässlich. Teilweise raue Wege, gelegentlich unangenehm glatt polierte Felsen, gesicherte Passagen an den Achselköpfen und oberhalb des Rotohrsattels. Viel Aussicht am Kamm, großes Panorama vom »Rigi Oberbayerns« (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
1530 m
6.00 h
Am Kamm entlang Die große Tour beginnt an der Bergstation der Brauneck-Seilbahn (1510 m); die erste Rundumschau gibt’s bereits nach wenigen Minuten: am Brauneck (1555 m). Ein komfortabler Weg führt dahinter sanft bergab gegen den Schrödelstein (1548 m), dann links um den felsigen Kopf herum. Am schmalen, teilweise licht bewaldeten Grat steigt man an zum Stangeneck (1646 m). Nach kurzem Zwischenabstieg läuft die Spur direkt auf den Vorderen Kirchstein zu, biegt dann aber links ab zum Latschenkopf (1712 m; 1.15 Std.). Über die Achselköpfe Hier kommt die »Benewand« ins Blickfeld, rechts hinter den Achselköpfen (1709 m) stehend. Die müssen vor dem finalen Anstieg überschritten werden. Bei der Wegkreuzung am Feichtecksattel (1628 m) warnt eine Tafel Ungeübte. Wer einigermaßen trittsicher ist, wird allerdings kaum in »Absturzgefahr« geraten. Ein gut sichtbarer Steig leitet aus der Senke in die Latschen, nach nur kurzem Anstieg nördlich unter dem ersten Buckel (1649 m) hindurch. Am Grat entlang nähert man sich dem zweiten, höchsten Achselkopf (1709 m), wo ein harmloser Aufschwung durch eine Eisenleiter entschärft wird. Das Weglein wendet sich in die Nordflanke, umgeht den Gipfel. Über leichte Felsen (Drahtseile) steigt man ab in die Scharte vor dem dritten, recht felsigen »Kopf«, er wird – wie auch der vierte (1682 m) – überschritten, wobei Sicherungen die Route entschärfen. Knapp unterhalb des Rotohrsattels (ca. 1670 m; 2.45 Std.) stößt man auf den vom Längental heraufkommenden Weg. Zum Gipfel Oberhalb der Scharte geht’s in die von unzähligen Gipfelstürmern glatt polierten Felsen. Am dicken Drahtseil überwindet man den Aufschwung problemlos. Dann nimmt die Steilheit ab; die Wegspur taucht ein in die ausgedehnten Latschenfelder, die den lang gestreckten Rücken der Benediktenwand (1800 m) bedecken. Zuletzt kurz hinauf zum Kreuz (3.30 Std.). Ins Tal der Großen Laine Der Abstieg führt schon bald wieder ins Latschendickicht. Eine Abzweigung zur Tutzinger Hütte (ca. 1560 m) bleibt rechts, im Wald leitet die Zickzackspur hinunter in die Glaswandscharte. Hier setzt ein seichter, steiniger Graben an, durch den der weitere Abstieg verläuft. Dabei kreuzt man eine neue, brutal aus dem abschüssigen Gelände gebaggerte Forstpiste. Was für ein (schöner) Kontrast dann der Glasbach, der oberhalb der Petereralm (1086 m) über eine Riesentreppe herabstiebt! Noch mehr Wasser spiele gibt’s weiter talauswärts zu besichtigen: den Lainl-Wasserfall. Der Weg läuft von der Alm – leicht steigend – hinaus auf eine Geländeschulter und steigt dann im Zickzack ab, packende Bilder der stürzenden Wasser bietend. Zurück in die Jachenau Bei der Lainlalm (906 m) wird aus dem Wanderweg eine breite Sandstraße. Man folgt ihr etwa einen Kilometer weit, verlässt sie dann nach rechts (Wegweiser). Eine solide Brücke führt über die Große Laine; rechts des Wassers geht’s talabwärts zur Ascherwiese. Hier kurz auf einer breiten Piste, dann links (Tafel) in den schön angelegten Fußweg, der mit dem Bach hinausläuft nach Jachenau (790 m; 6.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1530 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortLenggries (679 m)
AusgangspunktBergstation der Brauneck-Seilbahn (1510 m)
EndpunktJachenau (790 m)
TourencharakterDie Frage nach dem schönsten Höhenweg des Isarwinkels lässt sich leicht beantworten: Es ist die Höhenroute vom Brauneck über nicht weniger als fünf (!) Gipfel(chen) zur Benediktenwand. Sie beginnt mit viel Aussicht und hat ihren Höhepunkt – 1800 Meter über dem Meeresspiegel und 1216 Meter über jenem des Starnberger Sees – vor dem altberühmten Gipfelpanorama. Man tut allerdings gut daran, unterwegs nicht nur in die Ferne zu schauen, sondern sich auf das Nächstliegende, den Weg, zu konzentrieren. Der weist nämlich zahlreiche felsige, da und dort auch etwas ausgesetzte Passagen auf. An den Achselköpfen und im Schlussanstieg zum lang gestreckten Rücken der Benediktenwand (1800 m) sind längere Passagen gesichert. Das erhöht die Spannung, macht aber klar, dass der (recht weite) Weg zum »Rigi Oberbayerns« kein Spaziergang ist.
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt 1:50000, Blatt UK 50-52 »Bad Tölz – Lenggries «
MarkierungenTeilweise etwas sparsam markierte Wege, trotzdem kaum Orientierungsprobleme
VerkehrsanbindungLenggries erreicht man von München via Bad Tölz mit der BOB oder über gute Straßen. Die erste Seilbahn zum Brauneck fährt um 8.20 Uhr, zurück ab Jachenau mit dem Bus; www.rvo-bus.de
GastronomieBrauneckhaus, ganzjährig (Dienstag Ruhetag); Tel. 08042/87 86, www.brauneckgipfelhaus. De
Tourismusbüro
Gästeinformation, Rathausplatz 2, 83661 Lenggries, Tel. 08042/501 80, info@lenggries. de, www.lenggries.de

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