Beatushöhlen und Beatenberg, 1173 m

Historisch-naturkundliche Exkursion, verbunden mit einem recht steilen Anstieg nach Beatenberg. (Autor: Eugen E. Hüsler)
7 km
500 m
3.00 h
Vom Parkplatz an der Uferstraße (621 m) führt ein schön ausgebauter Zickzackweg durch den gepflegten Höhlenpark, vorbei am Museum, zu dem malerischen Gebäudekomplex vor dem Eingang der Beatushöhlen. Ganz in der Nähe liegen auch die Mauerreste der ehemaligen Pilgerherberge, die als »viel rych Wirtshus« eine reichlich sprudelnde Einnahmequelle für das Kloster Interlaken war.
Nach dem (kühlen!) Abstecher ins künstlich erhellte Bergesinnere folgt man kurz dem historischen »Pilgerweg«, bis rechts eine Wegtafel nach Beatenberg weist. Der Pfad steigt in Serpentinen an dem licht bewaldeten Steilhang bergan, schwindelt sich dann über die Felsbarriere zu einem »Guck-ins-Land« mit Prachtblick auf den Thuner See, das Morgenberghorn und den Niesen. Angenehm schattig, aber für eine Weile ohne Aussicht geht es anschließend hinauf zur Sonnenterrasse von Beatenberg (1173 m; 1:30 Std.). Über dem langgestreckten Rücken des Därlinggrats zeigen sich nun die »großen Drei« des Oberlands: Eiger, Mönch und Jungfrau.
Auf der Dorfstraße spaziert man, vorbei an der Architektursünde des Dorint-Hotels, zur Bergstation der vom Thuner See heraufkommenden Bahn (1121m) im Ortsteil Schmocken. Wer sich nicht dem Drahtseil anvertrauen mag, steigt auf dem markierten Pfad ab zum See. An der Verzweigung oberhalb von Äbnit hält man sich links, und wenig später ist der von Merligen kommende »Pilgerweg« erreicht. Er führt in leichtem Auf und Ab durch das Naturschutzgebiet des Balmholzes hinüber zu den Beatushöhlen, umgeht dabei einen riesigen Steinbruch auf der Bergseite. Durch den Höhlenpark steigt man hinunter zur Straße (3 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied500 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBushalt bzw. Parkplatz »Beatushöhlen« an der Thuner-See-Norduferstraße (621 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterEin Besuch der Beatushöhlen führt nicht nur ins Bergesinnere, sondern auch weit zurück in die Geschichte. Die Höhle am Fuß der Gsteigleflue diente nachweislich Steinzeitmenschen als Behausung, ob allerdings der irische Mönch und Drachenbändiger Beatus im 6. Jahrhundert hier lebte, ist historisch nicht belegt. Begründet wurde die Wallfahrt, die im 15. Jahrhundert ihre Blütezeit hatte, von Augustinern aus Interlaken. Nach der Reformation verbot die Berner Regierung alle Pilgerfahrten – mit nur mäßigem Erfolg. Heute pilgern vor allem Touristen nach St. Beatus und lassen sich vor Ort von der phantastischen Szenerie mit ihren Tropfsteingebilden und Tümpeln verzaubern. Insgesamt wurde das verzweigte Höhlensystem bis heute auf einer Länge von 14 Kilometern erforscht; rund ein Kilometer ist als gut beleuchteter Höhlenweg allgemein zugänglich. Am Weg zum Eingang kommt man am besuchenswerten Höhlenmuseum vorbei.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:25 000, Blatt 2519 »Thuner See«; Kompass 1:50 000, Blatt 84 »Jungfrau-Region«.
MarkierungenGelb, weiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungDie Beatushöhlen erreicht man über die Thuner-See-Norduferstraße, 6 km von Interlaken. Gute Bus- und Schiffverbindungen.
GastronomieAm Eingang zu den Beatushöhlen, Beatenberg.
Tipps
Wer das ganz große Panorama der Berner Hochalpen genießen will und mühelos dazu, fährt mit der Gondelbahn hinauf zum Niederhorn (1950 m). Gemütliche Bergabwanderung über Flösch und Vorsess (1581 m) nach Beatenberg/Schmocken (1 3/4 Std.).
Informationen
Kleine Variante: Talfahrt zur Beatenbucht mit der Standseilbahn; Gehzeit dann 2 1/2 Std.
Tourismusbüro
Beatenberg Tourismus, CH-3803 Beatenberg; Tel. +41(0)33/841 18 18, Fax 841 18 41, E-Mail info@beatenberg.ch, Internet www.beatenberg.ch

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eugen E. Hüsler

Berner Oberland

Wander-Wunderland – Das Berner Oberland zählt zu den schönsten Urlaubsregionen der Schweiz. 40 Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema