Bäuerliche Idylle im Eglinger Land

Vom Isarlauf bei Geretsried breitet sich nach Osten ein Hügelland aus, in dem scheinbar die Zeit stehen geblieben ist - Bäuerliche Impressionen und keine Spur von touristischer Betriebsamkeit. Dabei kann die Gegend nicht nur mit reizvoller Landschaft und zahlreichen Aussichtspunkten aufwarten, sondern auch mit kunstgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten. (Autor: Armin Scheider)
5 km
55 m
1.00 h
Anfahrt nach Egling. Das Gebiet um Egling war schon in früher Zeit besiedelt und wurde später in seiner Entwicklung besonders von den Klöster Schäftlarn und Tegernsee beeinflusst. Die ältesten Dörfer dieses Raumes, nämlich Deining und Thanning, wurden bereits Mitte des 8. Jh. urkundlich erwähnt. Heute zeigt die Gegend vorwiegend ländlichen Charakter, wobei sowohl Landschaft als auch Lebensart und Traditionspflege ursprünglich geblieben sind. Sichtbare Zeichen alter Siedlungsgeschichte sind Keltenschanzen, zu finden u. a. in Deining, Holzhausen, Neufahrn und Endlhausen. Dabei handelt es sich um viereckige Erdwälle mit umlaufenden Spitzgraben und einem Tor, das nie nach Norden angelegt war. Was es mit den Anlagen auf sich hat, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es könnten religiös genutzte Orte oder Gerichtsplätze gewesen sein, vermutlich aber keine Wehranlagen. Am besten fährt man nach Egling über Holzhausen, denn dort liegen die gut erhaltenen Erdwälle am Südrand des Dorfes an der Straße. Gotische Fresken in Linden. Von Egling aus nehmen wir als Erstes Kurs auf Linden, und zwar über Fraßhausen und Bayernrain. Beachten Sie in Fraßhausen den schönen alten Bauernhof in Holzbauweise und genießen Sie von Bayernrain nach Linden das Bild mit dem Lochener Kirchturm, hinter dem die Alpengipfel aufsteigen. In Linden erwartet uns ein Kunsterlebnis. Wenn wir in die Kirche eintreten (Schlüssel im Hof gegenüber), stehen wir vor einem Gemäldezyklus an Decke und Wänden, der nicht nur ehrfurchtgebietende 600 Jahre alt ist, sondern auch eine große Ausdruckskraft besitzt und zu den vollkommensten seiner Art in Bayern gezählt wird. Themen sind biblische Szenen, so die Anbetung der Hl. Drei Könige, Mariä Verkündigung oder der Tod Mariens. Vergessen Sie nicht, dem freundlichen Schlüsseldienst ein Trinkgeld zu spendieren. Wanderung in Jasberg. Der Wechsel zwischen geistigen Genüssen und körperlicher Aktivität soll auch bei diesem Ausflug gewahrt bleiben. So fahren wir also über Lochen hinauf nach Jasberg. Nachdem wir uns an der schönen Gebirgssicht ergötzt haben, laufen wir los. Erst geht es nach Osten mit anhaltendem Bergblick hinunter und durch Wald bis kurz vor Palnkam. Dann folgen wir den Schildern nach Erlach, wo uns ein Sträßchen wieder hinaufbringt nach Jasberg. Die Anfangs- und die Schlussetappe zeichnen sich durch schöne Alpenbilder aus, sonst bewegt man sich in unberührter ländlicher Gemarkung und kann so richtig entspannen. Nach getaner Arbeit sind rund sechs Kilometer zurückgelegt (Route siehe Karte links). Bäuerlicher Barock in Dietramszell. Wir brechen auf zu neuen Zielen und fahren über Thalham und Dietenhausen nach Dietramszell. Gesagt wird oft, die dortige Klosterkirche sei das bäuerliche Gegenstück zur höfischen Klosterkirche in Schäftlarn. Doch an Pracht braucht der warme und goldstrotzende Innenraum von Dietramszell den Vergleich nicht zu scheuen. Er zählt zweifellos zu den schönsten Kirchenräumen Bayerns, was nicht wundert, wenn man erfährt, dass Johann Baptist Zimmermann (1680 – 1758), der berühmte Maler und Stukkateur aus Wessobrunn, einer der Hauptakteure war. Er zeichnete verantwortlich für Stuck und Deckenbilder, zudem malte er die Altarbilder für Hochaltar und drei Nebenaltäre. Aber auch Franz Xaver Schmädl (1705–1777), der wohl produktivste Rokokobildhauer Oberbayerns, war beteiligt, und zwar mit Monumentalfiguren am Triumphbogen, mit der Kanzel und mit Skulpturen an Seitenaltären. Einkehr beim Moarwirt. Wenn Sie das Gefühl haben - »Jetzt wäre eine Tasse Kaffee richtig!«, sei Ihnen der Moarwirt in Hechenberg anempfohlen. Dort wird nicht nur gepflegte Gastlichkeit geboten, sondern auch ein sehenswertes Gebirgspanorama. Die Auffahrt erfolgt rund drei Kilometer südlich des Klosters. Sollten Sie noch nicht gewandert sein, gibt es oben auch einen schönen Rundweg, der von Hechenberg nach Helfertsried und dann über den Hof Walleiten nach Hechenberg zurückverläuft. Weglänge ca. fünf Kilometer. Harmatinger und Mooshamer Weiher. Verschwiegene Badeplätze, zumal landschaftlich noch schön gelegen, gehören heutzutage zur aussterbenden Gattung. Am Großen Harmatinger Weiher und am Mooshamer Weiher, beide südlich von Egling gelegen, findet man indessen noch einen verträglichen Kompromiss zwischen Badespaß und Besucherandrang. Die beiden Weiher sind relativ abgelegen, verfügen allerdings nur über begrenzte Liegeflächen. Eine günstige Gelegenheit also, wenn Sie an einem heißen Tag unterwegs sind und gerne mal ins Wasser springen möchten. Wandergenuss bei Ascholding. Auf dieser Runde ist Ihnen individuelle Atmosphäre garantiert. Hinaus geht es auf der Feldstraße. Mit herrlicher Alpensicht passiert man später die Anhöhe, auf der das St. Georgkircherl steht. Es ist alljährlich am Ostermontag Ziel des farbenprächtigen Ascholdinger Georgiritts. Kurz danach ein Hof, davor rechts ab und hinüber zu den Isarauen. Von dort wandern wir entlang der Ascholdinger Au über die Reismühle nach Ascholding zurück, macht zusammen rund sechs Kilometer (siehe Karte links). Tafeln in dörflicher Umgebung. Letzte Station des Tages ist Neufahrn, wo wir das Gourmetrestaurant Vogelbauer ansteuern. Na ja, kein hochgestochenes Drei-Sterne-Etablissement, wohl aber ein gediegener Landgasthof mit stilvoller Einrichtung und schönem Wirtsgarten. Der österreichische Maître verspricht eine ehrliche und kreative Küche. Auf den Tisch kommen vorwiegend traditionelle Gerichte in Feinschmeckerart. Ziel des Küchenchefs ist es, dem Gast ein kulinarisches Erlebnis zu vermitteln, egal, »ob es Blutwurst, Kraut oder Kaviar gibt«. Das Restaurant ist unter der Woche ab 17, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr geöffnet.

Länge - Autoroute ca. 55 km (Egling-Dietramszell-Peretshofen-Neufahrn) Wanderung 1 ca. 6 km Wanderung 2 ca. 6 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied55 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEgling, 6 km östlich von Wolfratshausen
TourencharakterVom Isarlauf bei Geretsried breitet sich nach Osten ein Hügelland aus, in dem scheinbar die Zeit stehen geblieben ist - Bäuerliche Impressionen und keine Spur von touristischer Betriebsamkeit. Dabei kann die Gegend nicht nur mit reizvoller Landschaft und zahlreichen Aussichtspunkten aufwarten, sondern auch mit kunstgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten.
Beste Jahreszeit
Verkehrsanbindungauf B 11 über Wolfratshausen oder auf Nebenstrecke über Grünwald-Straßlach-Deining Bahnverbindung keine
GastronomieEgling Gasthaus Zur Post kein Ruhetag Baiernrain Gasthaus Baiernrain Biergarten kein Ruhetag Dietramszell Klosterschänke Di Ruhetag Hechenberg Gasthaus Moar Terrasse, kein Ruhetag Ascholding Landgasthof Lacherdinger Biergarten, Di Ruhetag
Tourismusbüro
Egling Tel. 0 81 76/93 12-0 www.egling.de Dietramszell Tel. 0 80 27/90 58-0 www.dietramszell.de
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