Badesee und Heidelandschaft

(Autor: Tassilo Wengel)
20 km
135 m
4.00 h
Durch die ehemaligen Rieselfelder Wir starten am S-Bahnhof Zepernick, wenden uns nach rechts und überqueren auf der Schönower Straße die Panke. Dieser Bach entspringt auf der Barnimplatte bei Bernau und fließt in die Spree.Nun wandern wir auf dem Fußweg neben der Straße in Richtung Schönow und biegen bei der Gaststätte Zepernicker Hof nach links/rechts in die Wandlitzstraße und folgen der Markierung grüner Querstrich. Zunächst führt unser Weg an Grundstücken mit Einfamilienhäusern vorbei, dann auf einem Pfad durch ein kleines Waldstück. Wir stoßen nach dem Waldstück auf einen Sandweg, wenden uns hier nach links und wählen an der folgenden Gabelung mit kleiner Insel den rechten Weg. Es ist der Bernauer Heerweg (Wegweiser Gorinsee), dem wir durch den Hobrechtswald im Bereich der einstigen Rieselfelderlandschaft folgen. Seitdem die Rieselfelder nicht mehr zu diesem Zweck genutzt werden, hat sich eine grasreiche Landschaft entwickelt, in der sich unter anderem Pappeln, Birken und Linden angesiedelt haben. Wir überqueren eine Kreuzung, wandern weiter und überqueren eine Kopfsteinpflasterstraße am Rande von Hobrechtsfelde. Mit der Markierung grüner Querstrich geht es auf schönem Wanderweg weiter durch die einstigen Rieselfelder, bis wir zu einer Kreuzung gelangen. Hier wenden wir uns nach rechts (Markierung gelber Querstrich) und wandern an einigen Granitstelen, die hier als Kunstwerke aufgestellt sind, zu einer Informationstafel.An dieser Stelle überqueren wir den Lietzengraben, folgen dem Weg an Wohngrund-stücken vorbei und durch ein Laubwald-gebiet, bis wir die Straße am Gorinsee überqueren. Wir haben die schöne Badestelle am See erreicht und können hier verschnaufen oder im Gasthaus Am Gorinsee einkehren.Durch die Bernauer Heide Unser Weg führt nun am See entlang, wo sich weitere Badestellen befinden. Nach dem See folgen wir dem Waldweg nach rechts (Markierung gelber Querstrich) durch die Bernauer Heide und erreichen bei Schmetzdorf die Straße Bernau – Wandlitz. Nun wenden wir uns nach rechts und folgen der Markierung roter Punkt zum S-Bahnhof Bernau.Hier beginnt ein lohnender Rundgang durch die Stadt, die mit einer bemerkenswert gut erhaltenen Stadtmauer aufwarten kann. Sie besteht aus Feldsteinen und umgibt den Stadtkern ringförmig. Zusätzlich schützte ein dreifaches Wall- und Grabensystem vor Angreifern wie den märkischen Raubrittern der Quitzows oder den Hussiten, noch erkennbar nördlich der Mühlenstraße. Die erfolgreiche Abwehr der Hussiten im Jahre 1432 führte dazu, dass Bernau den Beinamen »Hussitenstadt« erhielt. Daran erinnert jedes Jahr am zweiten Juni-Wochenende das Hussitenfest, ein Mittelalterspektakel mit Henkern, Raubrittern und Hexen.Über die Stadtgeschichte informiert das Museum im Steintor, das von den einstigen drei Stadttoren als Einziges erhalten ist. Über die Bahnhofstraße und an der katholischen Herz-Jesu-Kirche vorbei sind es nur wenige Minuten bis zum Steintor. Es stammt aus der zweiten Hälfte des 15.Jh. und beherbergt seit 1882 das Museum. Zu sehen sind auch Waffensammlungen und Exponate der Handwerkskunst. Gleich daneben steht der ältere, sogenannte Hungerturm, der bestiegen werden kann. Über die Berliner Straße führt der Weg an der historischen Gasstätte »Schwarzer Adler« vorbei, bis bald nach rechts die Bürgermeisterstraße abzweigt. Sie ist eine Fußgängerzone und führt am Marktplatz vorbei zur beeindruckenden Marienkirche mit Flügel-altar aus der Schule von Lucas Cranach dem Älteren. Über die Mühlenstraße kommt man zur Stadtmauer und dem Henkerhaus mit historischen Foltergeräten, zum Pulverturm und dem Kantorhaus an der Tuchmacherstraße. Dieser Fachwerkbau stammt aus den Jahren1582/1583 und ist das älteste Haus von Bernau.Vom Rieselfeld zur Waldsteppe Als die Einwohnerzahl von Berlin Anfang des 19. Jh. mit der zunehmenden Industrialisierung sprunghaft anstieg, ergoss sich immer mehr Abwasser in die Spree. Als Folge der Verschmutzung kam es zu Fischsterben und – da viele Ber-liner ihr Trinkwasser aus den Gewässern be-zogen – zu Epidemien von Cholera, Ruhr und Typhus. Obwohl der Cholera-Erreger erst 1883 von Robert Koch entdeckt wurde, vermutete man einen Zusammenhang zwischen den Epidemien und den hygienischen Verhältnissen. Man beauftragte James Friedrich Ludolf Hobrecht (1825–1902) mit dem Bau einer Kanalisation zur Verrieselung der Abwässer. Mit dem »Hobrechtplan« besiegelte Hobrecht 1873 die Geburtsstunde der Rieselfelder. Inzwischen ist die Zeit der Berieselung durch den Bau von Klärwerken längst Geschichte. Der Wandel vom Feuchtgebiet zur Waldsteppe mit kleinen Feuchtbiotopen veränderte auch Flora und Fauna, entstanden ist ein Refugium für viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten.

Zepernick – Lietzengraben 1.30St. – Gorinsee 0.30Std. – Bernau 2.30Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied135 m
Dauer4.00 h
AusgangspunktS-Bahnhof Zepernick.
EndpunktS-Bahnhof Bernau.
TourencharakterDie Graslandschaften rund um die Schönower Heide sind ideal für gemütliche Wanderungen geeignet. Als reizvolles Wanderziel lädt der Gorinsee mit seinem schönen Badestrand, aber auch verschwiegenen Buchten

zum Rasten und Baden ein. Wer Hunger und Durst hat, kann im Gasthaus »Am Gorinsee« einkehren. Vor allem Wildgerichte wie Wildschweinbraten, Wildmedaillons, Wildpfeffer oder Hirschbraten stehen auf der Speisekarte, aber auch Fisch wie Gebratenes Zanderfilet oder Forelle »Müllerin Art«. Bei schönem Wetter lädt der Biergarten am See zum Verweilen ein.
KartentippFahrradkarte Berliner Umland Nordost, 1:60000, Ampel Verlag Berlin.
VerkehrsanbindungAuto: Autobahn A10, Ausfahrt Berlin-Weißensee, auf der B2 bis Panketal, OT Zepernick. Autobahn A11, Ausfahrt Bernau Süd, auf B2 bis Panketal, OT Zepernick. Bahn/Bus: S-Bahn S2 Bernau-Blankenfelde bis Zepernick. Busverbindung mit Bernau und Berlin-Buch.
GastronomieZepernick: Leo’s Restauration mit Biergarten, Schönower Straße 59. Schönow: Zepernicker Hof, Schönower Straße 147. Gorinsee: Gasthaus Am Gorinsee. Bernau: Zahlreiche Gaststätten.
Tipps
Gasthaus »Am Gorinsee« Beim Badestrand mit Liegewiese lädt das Gasthaus zum Genießen ein. In der kühlen Jahreszeit kann man den Blick auf den See vom Wintergarten aus genießen. Die märkische Küche bietet vor allem Spezialitäten vom Wild, das aus den Wäldern um den Gorinsee stammt. Auf der Speisekarte findet man zum Beispiel Wildmedaillons, Wildschweinbraten, Hirschbraten und Wildpfeffer. In der Gaststätte kann man zu jeder Jahreszeit Wildprodukte aus eigener Produktion erwerben. Außerdem findet man auf der Speisekarte Fischgerichte. Gaststätte Waldkater Auf der Wandlitzer Chaussee sollte man der Gaststätte »Wald- kater« (Wandlitzer Chaussee 10) einen Besuch abstatten. Reich ist das Angebot an leckeren Suppen, Vorspeisen und Hauptgerichten. Neben Spezialitäten wie die »Waldkaterpfanne« mit Schweine- filet, Kassler, Kalbsleber, Hühnerbrust, Röstwürstchen und Bouletten sowie Champignons, Gemüse und Bratkartoffeln oder Bernauer Schwarzbiergulasch findet man leckere Gerichte vom Wild aus dem Bernauer Forst auf der Speisekarte. Außerdem gibt es Geflügel, Fisch und vegetarische Gerichte. Besonders beliebt sind auch Desserts wie hausgemachte Waldbeerengrütze, Eiswindbeutel oder Schlemmerteller mit Eis und Früchten. Die große Terrasse bietet bei schönem Wetter den richtigen Platz für eine ausgiebige Erholung. Für kunstinteressierte Gäste bietet seit über 25 Jahren die »Waldkater-Galerie« in der Gaststätte ständig wechselnde Ausstellungen von Malerei, Plastik, Fotografie und Kunsthandwerk bekannter und junger, noch unbekannter Künstler.
Unterkunft
Zepernick: Hotel »Zur Panke«, Tel. 030/94590910; Leo’s Restauration & Pension, Tel. 030/9450090.

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