Baba Grande, 2160 m

Recht lange Tour auf überwiegend ordentlichen Wegen; Trittsicherheit und Ausdauer erforderlich. Im Frühsommer üppige Flora. Der Abstecher zum Monte Guarda kann auch ausgelassen werden (Autor: Eugen E. Hüsler)
7 km
1550 m
7.00 h
Aufstieg Erstes Zwischenziel der Gipfeltour sind die Almhütten von Coot (1190 m; 1 Std.), wo die Sandpiste endet. Hier beginnt ein markierter Weg, der – nur sanft steigend – den bewaldeten Hang hinüber zur Alm Berdo di sopra (1281 m) quert. Mit der Markierung 731 geht’s in einen Graben, dann rechts von ihm in Serpentinen bei angenehmer Steigung bergan gegen den Felsfuß der Baba Piccola (Quelle), wo der Weg sich gabelt (1624 m). Links kommt man rasch zum Bivacco CAI Manzano (1679 m; 2.15 Std.). Es steht am Fuß des Mulaz (1804 m). Der Weiterweg führt unter der Felsnadel hindurch, steigt dann im Zickzack durch den felsigen Graben an zur Scharte Infrababa Grande (2038 m), wo links die »Alta Via Resiana« abgeht (Tafeln). Zum Gipfel der Baba Grande (2160 m; 3.30 Std.) hält man sich am »Edelweißjoch« rechts. Über leichte Felsstufen und Geröll (einige Steinmännchen) ist der Gipfel rasch gewonnen. Er bietet bei klarer Sicht ein großes, kontrastreiches Panorama. Nach Süden reicht die Schau über die grünen Bergketten der Julischen Voralpen bis zur Adria, am östlichen Horizont stehen die großen Gipfel der Julier, angeführt vom Triglav (2864 m). Ganz nahe ist das »Tote Gebirge« des Kaninplateaus: wüst und grau, nur hie und da ein grüner Fleck. Was für ein Kontrast dazu der Blick durch die lang gestreckte Talmulde des Val Rèsia hinaus zum Tagliamento und zu den Karnischen Alpen! Zum Monte Guarda Vom Gipfel geht’s auf dem Anstiegsweg zurück bis zur Verzweigung unterhalb des Biwaks. Hier biegt man in den alten Militärsteig ein, der fast eben die Westflanke der Piccola Baba (1977 m) quert, dann sanft gegen den Grenzkamm ansteigt. Über einen steilen Grashang gewinnt man den Gipfel des Monte Guarda (1720 m; 5.15 Std.), der seinem Namen alle Ehre macht, auch wenn sich das Mittelmeer nicht zeigt. Umso schöner ist die Aussicht über die (heute weitgehend unter Naturschutz stehenden) Voralpenketten der Julier. Abstieg Am Westgrat, nur wenig unterhalb des Monte Guarda, zweigt rechts (Hinweis) ein schön angelegter Serpentinenweg ab. Er zieht an der licht bewaldeten Bergflanke hinunter zur Casera Coot (1190 m; 6.15 Std.). Hier links und auf dem Sandsträßchen zurück zum Ausgangspunkt der Tour (7 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1550 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortRèsia (492 m)
AusgangspunktAn der Talstraße, etwa 2 km hinter der Häusergruppe Coritis (641 m). Parkmöglichkeiten links und rechts des Sträßchens (ca. 810 m). Bus nur bis Rèsia
EndpunktAn der Talstraße, etwa 2 km hinter der Häusergruppe Coritis (641 m). Parkmöglichkeiten links und rechts des Sträßchens (ca. 810 m). Bus nur bis Rèsia
TourencharakterJedes Gebirge hat sein End’ der Welt, und so ein malerisch-weltabgeschiedener Ort ist das Val Rèsia. Obwohl an seiner Mündung der Autobahnverkehr vorbeirauscht und eine gute Straße taleinwärts bis zur einzigen Gemeinde führt, lassen fast alle diesen schönen Flecken Erde links liegen – auch Bergsteiger. Fast öfter noch als Alpinisten begegnet man im Südwesten der Julischen Alpen Höhlenforschern; der Karst insgesamt, aber auch die Dolomitstöcke des Kanin und des Rombon gelten als besonders reich an kleinen und großen Höhlen. Einige sind bis über einen Kilometer tief, den Rekord hält das Höhlensystem Ceki 2 unter dem Rombon mit 1370 Metern (Nummer 14 unter den tiefsten Höhlen der Erde!), fast so tief ist die Crnelsko-Höhle mit 1250 Metern. Ähnlich große und verzweigte Höhlensysteme kennt man auch aus nordalpinen Kalkgebirgen (Dachstein, Totes Gebirge). Die Verkarstung hat zur Folge, dass Oberflächenwasser selbst nach schweren Niederschlägen umgehend im Bergesinneren verschwindet, was wiederum die Bildung weitgehend vegetationsfreier Plateaus begünstigt. Das größte der Julischen Alpen liegt auf der slowenischen Südseite des Kanin, ist vom Gipfel der Baba Grande aus gut einzusehen.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 027 »Canìn – Valli di Rèsia e Raccolana«
Markierungen731, 741
VerkehrsanbindungVon Resiutta (315 m) im Canal del Ferro führt eine gute Straße nach Rèsia, dann schmaler und teilweise recht kurvenreich weiter taleinwärts
GastronomieKeine Einkehr unterwegs
Tourismusbüro
Pro Loco Val Rèsia, Via Roma 21, I-33010 Rèsia; Tel. +39/0433/53 353, www.prolocofriulinordest.it

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Italien