Außerraschötz und Broglessattel

Leichte, wenig anstrengende Höhen- und Aussichtswanderung auf guten Wegen; zum Schluss längerer, aber nur mäßig steiler Abstieg. Von Furnes kann man auch mit der Gondelbahn nach St.Ulrich hinunterfahren. Die Höhenwanderung verläuft innerhalb des Naturparks Puez–Geisler. (Autor: Eugen E. Hüsler)
16 km
1150 m
4.00 h
Kleiner Berg mit großer Aussicht.
Von der Liftstation (2093 m) steigt man kurz zum Hangweg hinauf (Tafeln), der fast eben über die Blumenwiesen der Außerraschötzer Alm zur Raschötzer Hütte (2170 m) führt. Hinter dem Haus geht es über steinige Wiesen, den oberen Höhenweg kreuzend, empor zur Gipfelkuppe der Außerraschötz (2281 m; 45 Min.).
Berggeschichte.
Deutliche Spuren leiten von diesem Logenplatz südlich hinab zur 1755 erbauten Heiligkreuzkapelle (2198 m). Hier biegt man links in den mit Nr.31 markierten Weg ein, der mit herrlich freier Aussicht hinüber zum Langkofel flach durch die Südhänge der Außer-raschötz verläuft, dann nach Norden umbiegt und sich leicht zur Flitzer Scharte (2107 m) senkt. Nun rückt der Seilbahnberg der Seceda (2518 m) allmählich näher. Ihr felsiger Westabbruch zeigt sehr schön den geologischen Aufbau der Dolomiten und gestattet so einen interessanten Blick zurück in längst vergangene Epochen der Erdgeschichte. Deutlich sichtbar liegen hier verschiedene Gesteine übereinander, zuunterst der rötliche Grödner Sandstein. Die Gipfelabdachung wird von Augitporphyr gebildet, einem dunklen Gestein vulkanischen Ursprungs; dazwischen liegen Bellerophonschichten mit weißen Gipseinlagen, bunte Werfener Schichten und heller Sarldolomit: mehr als 50 Millionen Jahre auf einen Blick!
Auf dem Weiterweg über die Almen von Innerraschötz treten die Geislerspitzen mit ihren jähen, dem Villnößtal zugewandten Nordabstürzen immer fotogener ins Bild. Ihr höchster Gipfel, der Sas Rigais (3025 m), ist ein beliebtes Tourenziel für trittsichere Berggänger; die Fermedatürme sind ein traditionelles Kletterrevier.
Rast und Abstieg.
Auf der Brogleshütte (2045 m; 2.45 Std.), die nur ein paar Gehminuten jenseits des Broglessattels (2119 m) liegt, ist dann eine längere Pause fällig, bei Speck und einem Viertel Roten. Hier startet der Adolf-Munkel-Weg, eine Promenade, die vor den Geislerspitzen hinüber zur Schlüterhütte läuft. Etwas anspruchsvoller ist ein anderer Höhenweg, dessen Verlauf man von der Brogleshütte ebenfalls ausmachen kann: der Günther-Messner-Gedächtnissteig jenseits des innersten Villnößtals an den Aferer Geiseln.Ein kurzer Gegenanstieg führt zurück in den weiten Broglessattel, wo der Abstieg nach St. Ulrich beginnt. Aus der Wasserscheide zwischen Villnößtal und Gröden steigt man zunächst über Wiesen ab; dann taucht der Weg in den Lärchenwald ein und folgt dem Ru de Cuecenes, vorbei an der Zwischen-station der Secedabahn (Furnes). Am Grand Puent (1495 m) stößt man auf eine Straße und gelangt auf ihr über Sen Ana hinein ins Zentrum von St.Ulrich (4.30 Std.).

Lift-Bergstation – Außerraschötz 45 Min., Außerraschötz – Brogleshütte 2 Std. Brogleshütte – St.Ulrich 1.45 Std. Insgesamt 4.30 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortSt.Ulrich (1236m), Hauptort des Grödner Tals
AusgangspunktBergstation des Raschötz-Sessellifts (2093m), Talstation in St.Ulrich. Er verkehrt von Ende Mai bis Mitte Oktober 8.30–12, 13–17.30Uhr, im August ohne Mittagspause
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterViel Aussicht bei nur wenig Anstrengung bietet diese beliebte Höhen-wanderung an der Sonnseite des unteren Grödner Tals. Die Mühen des recht langen Anstiegs von St.Ulrich nimmt einem der Raschötz-Sessellift ab. Von seiner Bergstation ist es dann nicht mehr weit zur grünen Kanzel der Außerraschötz mit großem Panorama. Das umfasst nicht nur die Dolomitengipfel um das Villnösser und das Grödner Tal, es reicht auch nach Norden bis zum Alpenhauptkamm und im Südwesten bis zu den Eisgraten des Adamellomassivs. Viel zu schauen gibt’s auch auf der anschließenden Höhenwanderung, und vor dem langen Abstieg lässt man sich auf der Broglesalm gerne zu einer gemütlichen Rast verführen, mit einem Prachtblick auf die Nordabstürze der Geislerspitzen als Zugabe.
Hinweise
Lift-Bergstation – Außerraschötz 45 Min., Außerraschötz – Brogleshütte 2 Std. Brogleshütte – St.Ulrich 1.45 Std. Insgesamt 4.30 Std.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 05 »Gröden–Seiseralm«
VerkehrsanbindungSt.Ulrich erreicht man von der Brenner-Autobahn auf guten Straßen. Linienbusse ab Brixen, Waidbruck und Bozen
GastronomieRaschötzer Hütte, Ende Mai bis Ende Oktober, Tel. 0471/797186. Brogleshütte, Ende Juni bis Mitte Oktober, Tel. 0338/4600101
Tourismusbüro
Tourismusverband Gröden, I-39047 St. Christina, Dursanstr. 80/c, Tel. +39/0471/77 77 77, Fax 49 22 35, info@valgardena.it, www.valgardena.it

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