Aus der Eng zum Mahnkopf, 2094 m

Vom Großen Ahornboden über die Falkenhütte hinauf - Unschwierige Wanderung in eindrucksvoller Berglandschaft. An- und Abstiegsroute sind gut markiert, aber etwas weit, weshalb man ordentliche Kondition mitbringen sollte. (Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
1070 m
6.00 h
Über den Großen Ahornboden und zum Hohljoch hinauf Vom Parkplatz in der Eng geht man am asphaltierten Wanderweg am Engergrundbach entlang zu den Engalmen. Hinter den Almhütten und der letzten Wirtschaft biegt man auf ein Weglein rechts ab und folgt den Markierungszeichen, die zwischen Ahorn-, Vogelbeer- und Fichtenbäumen bergwärts leiten. Die Route führt durch felsdurchsetztes Gelände in Weidewiesen hinein. Neben den hoch aufragenden Felsengipfeln von Spritzkarspitze, Plattenspitze und Gumpenkarspitze läuft sie auf die Wandausläufer der Dreizinkenspitze zu und in das Hohljoch, 1795 m, hinein. Dort stößt das Weglein auf eine Fahrstraße. Durch die Laliderer Reißen durchs Spielissjoch und zur Falkenhütte Am Fahrweg geht es nun gegen Westen hinab, doch schon bald muss man links auf einen schmalen Steig abbiegen. Er führt unter den Laliderer Wänden über ausgedehnte Geröllfelder (Laliderer Reißen) abwärts, quert das Geröll ziemlich eben und steigt dann in das Spielissjoch, 1773 m, an. Bitte nicht wundern, wenn man dort Mountainbikern begegnet, die ihre Stahlrösser schieben oder tragen - Eine große Karwendeldurchquerung verläuft auf eben dieser Strecke, die nur auf diesem kurzen Abschnitt nicht befahrbar ist. Hinter den Reißen wird im Spielissjoch wieder ein Fahrweg erreicht, auf dem man rechts zur Falkenhütte aufsteigt. Auf den Mahnkopf Von der Hütte am Wanderweg gegen Norden westlich um das Ladizköpfl herum und durch Latschenkrummholz in das Ladizjöchl, 1825 m. Den Gipfelanstieg vor Augen wird der Wanderweg, der am Mahnkopf westlich vorbeiführt, nach rechts verlassen. Steil und mitunter etwas felsig steigt man zum Grasgipfel des Mahnkopfs hinauf. Rückweg Entweder entlang der Aufstiegsroute oder vom Mahnkopf nach Norden hinunter über weite Almwiesen, bis man etwas links haltend zum Wanderweg stößt, der westlich des Mahnkopfs vom Steinfalk herunterkommt. Auf ihm nach links in das Laditzjöchl zurück und entlang der Aufstiegsroute zum Ausgangspunkt hinaus. Der Große Ahornboden in der Eng ist eine Touristenattraktion ersten Ranges. Ab Anfang Mai, wenn die mautpflichtige Straße geöffnet wird, kommen Auto-, Motorrad- und Radfahrer in Scharen. Im Mai sind unter ihnen auch noch viele Skitourengeher, die ihre Brettl ins Hochglückkar hinaufschieben oder -tragen. Einige etwas verwegenere Skitouristen steigen auch durch das Gumpenjöchl aufs Gamsjoch hinauf und fahren steil in das Laliderer Tal ab, um von dort ins Hohljoch wieder aufzusteigen, von dem sie über lawinengefährdete Steilhänge unter der Spritzkarspitze durch den Enger Grund wieder in die Eng hinunterwedeln. Wenn sie zu Mittag ins Tal kommen und – oft in kurzen Hosen – ihre Ski zum Wirtshaus tragen, müssen sie bisweilen den erstaunten Touristen umfangreiche Interviews geben. Die Ahornbäume in der Eng wurden vor mehreren hundert Jahren gepflanzt (wie in vielen anderen Alpenbereichen auch), um dem Weidevieh auf den gerodeten Almflächen Schutz vor allzu greller Sonne zu gewähren. Inzwischen sind sie sehr marode geworden und eigentlich sieht man fast nur noch Baumleichen. Es wird verzweifelt versucht, neue Bäume großzuziehen, doch scheint das nur schwer zu gelingen. Jedenfalls müssen sie mit Bretterverschlägen vor dem Weidevieh und dem Rotwild geschützt werden, damit sie nicht vorzeitig verspeist werden. Der Umgang mit dem Naturschutzgebiet Karwendel in der Eng ist im Grunde ein Trauerspiel. Sieht man einmal davon ab, dass die vielen Touristen, die mit stinkenden Motorfahrzeugen in den Talschluss kommen, der Umwelt nicht gut tun, so trägt auch die Land- bzw. Almwirtschaft zur Vernichtung der Natur bei. Auf dem Weg vom Lalidersalm-Hochleger zum Gumpenjöchl sieht man beispielsweise, dass das Weidevieh, das zwei- bis dreimal so viel wiegt wie noch vor 100 Jahren, Trittschäden im weichen Lehmboden verursacht. Diese sind inzwischen so groß, dass man auch in Trockenzeiten dem Wanderweg nicht mehr folgen kann. Auch den Blumen geht es nicht besser. Bis vor einigen Jahren war Anfang Mai am Ahornboden noch eine Blumenpracht zu bewundern, wie es sie nur selten gibt. Den weiß und lilafarben blühenden Krokuswiesen folgte die tiefblaue Blütenpracht der Enziane. Damit ist es aber nun endgültig vorbei. Unvernünftige Almbauern streuen selbst in diesem einmaligen Naturreservat Kunstdünger aus und haben der Alpenblumenpracht damit den Garaus gemacht. Außer ein paar Schlüsselblumen, denen das stickstoffhaltige Düngemittel nicht so viel ausmacht, sind noch Ampfer, Frauenmantel und Brennnesseln übrig geblieben. Der weniger natursensible Tourist wird davon nicht viel mitbekommen, denn er lenkt seine Aufmerksamkeit vielleicht noch auf die hohen, eindrucksvollen Felsen ringsum oder auf den Almkäse, die Souvenirs, das Kaffeehaferl und die Sahnetorte …

Dauer - ges. 6 Std. Großer Ahornboden – Hohljoch 11/2 Std., Hohljoch – Laliderer Reißen – Spielissjoch – Falkenhütte 1 Std., Falkenhütte – Mahnkopf 1 Std., Abstieg auf gleicher Route 21/2 Std. Höhenunterschied: ?? 1070 m Engalm – Hohljoch ? 570 m, Hohljoch – Falkenhütte ? 100 m ? 150 m, Falkenhütte – Mahnkopf ? 250 m, Abstieg ? 100 m ? 1070 m

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1070 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGroßer Ahornboden in der Eng, 1227 m
TourencharakterZwischen dem Großen und dem Kleinen Ahornboden, zwischen den felsigen Falken und den noch wilderen Laliderer Wänden, liegt oberhalb der Falkenhütte ein unbedeutender, aber aussichtsreicher und leicht zu erreichender Grasgipfel - der Mahnkopf. Seine Besteigung lohnt sich als kurzer Abstecher von der Falkenhütte aus, aber auch als eigenes, selbstständiges Gipfelziel. Bei dieser Tour kann man interessante Eindrücke von den markanten Felsenbergen des Karwendels gewinnen, ohne selbst besonders anspruchsvolle Routenabschnitte begehen zu müssen. Die Route führt ein gutes Stück unter den scharf geschnittenen Laliderer Wänden entlang.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte, 1 - 50000, Blatt 26 (Karwendelgebirge), oder Wanderkarte Freytag & Berndt, 1:50000, Blatt 322 (Wetterstein–Karwendel–Seefeld– Leutasch–Garmisch-Partenkirchen)
VerkehrsanbindungVon Fall am Sylvensteinsee nach Vorderriß und durch das Rißtal über Hinterriß auf mautpflichtiger Straße in die Eng. Bergsteigerbus ab Bahnhof Lenggries.
GastronomieFalkenhütte, 1848 m
Tipps
Steinfalk, 2347 m Wer gute Kondition hat und absolut trittsicher und schwindelfrei ist, kann auch dem Steinfalk, 2347 m, seine Aufwartung machen. Ganz einfach ist diese Tour nicht, doch die Route ist gut markiert und bei guter Sicht nicht zu verfehlen.
Höchster Punkt
Mahnkopf, 2094 m
Unterkunft
Falkenhütte, 1848 m
Tourismusbüro
Vomp, Tel.: 0043/(0)5242/62616; Internet: www.tirol.at/vomp
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