Aus dem Tal der jungen Fils zum Reußenstein

Steiler, schattiger Anstieg zu Beginn und weiterer kurzer Anstieg; ansonsten bequem; Wald- und breite Forstwege, kurzzeitig auch auf Asphalt. (Autor: Peter und Ute Freier)
12 km
210 m
4.00 h
Parkplatz – Reußensteiner Hof (ca. 1 Std.) – Burgruine Reußenstein (20Min.) – Bahnhöfle (knapp 30Min.) – Schertelshöhle (11/4 Std.) – Filsquelle (45Min.) – Parkplatz (30Min.). Aus dem Filstal zum Reußenstein: Vom Wanderparkplatz bei einer ehemaligen Papiermühle im Filstal folgen Sie der Zufahrtstraße zurück in Richtung Wiesensteig, überqueren die junge Fils und biegen nach 150Metern links ab auf einen Waldweg (Markierung: rote Raute). Im engen, bewaldeten Autal führt der Weg auf die Albhochfläche zum Ziegelhof. Sie gehen zwischen den Gebäuden des Bauernhofs hindurch, unterqueren die Straße Wiesensteig/Neidlingen–Schopfloch und folgen einem Fußweg neben der Straße. Anschließend gehen Sie auf einem Sträßchen weiter zum Reußensteiner Hof, einem großen Gehöft mit Vesperwirtschaft. Rechts um das Gehöft herum (Markierung: rotes Dreieck) und entlang des Albtraufs erreichen Sie auf einem schattigen Weg die hoch über dem Neidlinger Tal auf einem massigen Schwammriff sitzende Burgruine Reußenstein. Der großartige Ausblick umfasst das Neidlinger Tal mit dem Felsen Heimenstein an der gegenüber liegenden Talkante und dem hellen Felsband der Weißen Wand im Talschluss. Im Albvorland sieht man die Limburg, einen Vulkankegel, auf dem im 11. Jahrhundert das Adelsgeschlecht der Zähringer ihre erste Burg errichtete. Durch den tiefen Burggraben kehren Sie auf den Wanderweg zurück und erreichen – vorbei an einer Lichtungmit einemGrillplatz – eine Felskanzel, von der aus die Kletterer am Reußenstein-Fels gut zu beobachten sind. Über das Bahnhöfle zur Schertelshöhle: Ein asphaltierter Fußweg führt zur Straße Wiesensteig/Neidlingen–Schopfloch, aber schon nach 250Metern biegen Sie rechts ab (Markierung: rotes Dreieck) und erreichen entlang der Talkante, nur wenige Meter neben der Straße, bequem den Parkplatz Bahnhöfle (709m); von der Grillstelle bietet sich nochmals ein schöner Blick auf den Reußenstein. Im19. Jh. Bezeichnete man mit dem Begriff »Bahnhöfle« eine Stelle, an der wichtige Wege zusammenliefen. Sie kreuzen die Straße und folgen einem bequemen Weg (Markierung: rote Raute) entlang des Waldrands, der das flache Hasental begrenzt. Nach knapp 30Minuten wenden Sie sich nach rechts und gehen auf der Talsohle weiter talabwärts, biegen nach 500 Metern an einer Wegkreuzung rechts ab (Markierung: rote Raute, rote Gabel) und folgen einem leicht ansteigenden Wald weg. An einer Weggabelung wenden Sie sich nach links (Markierung: rote Gabel) und gelangen schließlich in ein sehr enges Trockental. Talaufwärts (Markierung: rote Gabel) passieren Sie wenig später die zur Felsgrotte Steinernes Haus führenden Treppenstufen und erreichen das Rasthaus und den Rastplatz vor der Schertelshöhle. Die kleine Tropfsteinhöhle besteht aus zwei Gängen und einer 15Meter hohen Halle mit einer Öffnung im Höhlendach. Den Namen verdankt die Höhle ihrem Entdecker, dem Freiherrn von Schertel (geöffnet Palmsonntag bis 15. Nov. nur So; 15.Mai.– 1. Okt. täglich). Zum Quelltopf der Fils: Von der Höhle kehren Sie auf dem gleichen Weg zurück und gehen weiter talabwärts (Markierung: roter Balken, Wiesensteig) auf der Sohle des engen Trockentals, das in das Hasental einmündet. Talabwärts führt ein breiter Wirtschaftsweg zum Filsursprung, einem stark schüttenden Quelltopf mit Rasthütte und Grillstellen. Wenige Meter oberhalb der Fils führt der breite Weg, vorbei an einem Grillplatz, zurück zum Ausgangspunkt. Kurzweiliger, allerdings nach Niederschlägen nicht zu empfehlen, ist ein Wiesenweg bzw. Pfad am anderen Flussufer. Am Filsursprung gehen Sie am linken Bachufer (keine Markierung) zum Talhang und unmittelbar am Bach entlang. Bei der ehemaligen Papiermühle erreichen Sie die Parkplatz-Zufahrtstraße und gelangen zurück zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied210 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz im oberen Filstal bei Wiesensteig.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterDiese abwechslungsreiche Rundwanderung führt aus dem hier engen, bewaldeten Filstal auf die Albhochfläche und bietet gleich mehrere der für die Schwäbische Alb ganz typischen Erscheinungen: eine Burgruine auf steil abfallendem Fels, Wacholderheide, eine Tropfsteinhöhle und eine Karstquelle.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte des LVA B-W, Blatt 524 (Bad Urach) 1:50000.
VerkehrsanbindungPKW: A 8 Stuttgart–München, Ausfahrt 59 (Mühlhausen) und 4 km bis Wiesensteig; geradeaus durch den Ort in Richtung Neidlingen/ Weilheim a. d. Teck und kurz vor der Brücke über die Fils links abbiegen in Richtung Freibad; nach 1,5 km ein Wanderparkplatz bei der ehemaligen Papiermühle.
GastronomieMehrere Gaststätten in Wiesensteig; Vesperwirtschaft Reußensteiner Hof mit Garten (nur Sa und So geöffnet); Rasthaus an der Schertelshöhle (15.Mai–1. Okt. täglich geöffnet, ansonsten nur So).
Tipps
URWELT-MUSEUM HAUFF IN HOLZMADEN: Seelilien, Fischsaurier, Flugsaurier – etwa 500 außergewöhnliche Fossilien aus den Schiefern von Holzmaden sind im Urweltmuseum in Holzmaden, 3 Kilometer von Weilheim/Teck entfernt, zu bewundern. Zudem sind auf dem Freigelände des Museums lebensgroße Nachbildungen einiger Saurier aufgestellt. Schaubilder, Modelle und ein Videofilm informieren über das Leben im einstigen Jurameer (ganzjährig Di–So 9–17 Uhr; www.urweltmuseum. de). DAS HARPPRECHTHAUS BEI SCHOPFLOCH: Das einzeln am Waldrand stehende Wanderheim des Deutschen Alpenvereins ist ganzjährig bewirtschaftet und bietet in gemütlichen Gasträumen und auf der Gartenterrasse schwäbische Gerichte an. Im Obergeschoss befinden sich mehrere Zwei- und Mehrbettzimmer (Ruhetag Mo und Di; Tel. 07026/2111; www.harpprechthaus.de). Anfahrt: Von der Ortsdurchfahrt Schopfloch abbiegen und der Ausschilderung ca. 1 km weit folgen.
Informationen
NATURSCHUTZGEBIET SCHOPFLOCHER MOOR Ein Bohlensteg führt durch das einzige Hochmoor auf der Albhochfläche. Die in einem Maar auf mehrere Meter Stärke angewachsene Torfschicht wurde zwischen dem 17. und 20. Jh. abgebaut, weshalb das Moor auch heute noch »Torfgrube« genannt wird. Um die letzten Reste des Moores zu retten, kaufte der Schwäbische Albverein das Gelände auf und sorgte dafür, dass es im Jahr 1942 unter Naturschutz gestellt wurde. Am interessantesten ist ein Besuch zwischen Mitte Mai und Mitte Juni, wenn Gelbe und Blaue Iris, Orchideen und Trollblumen blühen.
Unterkunft
InWiesensteig u. a. Hotel Am Selteltor (Tel. 07335/183–0).
Tourismusbüro
Stadtverwaltung, Hauptstr. 25, 73349Wiesensteig, Tel. 07335/9620-0, www.wiesensteig.de

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