Aus dem Höllental über die Riffelscharte

Tagesfüllende, anstrengende Tour für erfahrene Bergsteiger. Der Abstecher zur Riffelspitze und der Abstieg von der Riffelscharte verlangen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Neben dem Hammersbach anfangs fast eben, später auf grobem, steilem Weg – wie bei Tour 3 oder 7 – zur Höllental-Eingangshütte und durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte hinauf. (Alpenvereinsmitglieder genießen eine Ermäßigung beim Eintrittsgeld für die Klamm. Deshalb Ausweis mitnehmen!) Vom Unterkunftshaus gegen Südwesten durch das Höllental weiter. Im Steilaufschwung unter der Hühnerleiter zweigt nach rechts an beschilderter Stelle die Route zur Riffelscharte ab. Den Markierungszeichen folgend zunächst ziemlich stark ansteigend nach Norden dahin, später links abdrehend gegen Westen weiter. An zwei Stellen kommt man ans Drahtseil, und dann zweigt nach rechts der Querweg zu den Waxensteinen ab. Zur Riffelscharte geht es nach links weiter, über einen kargen Geröllhang und in ein weites Kar. Dann wendet sich der Bergweg nicht zu steil zur Riffelscharte hinauf. Dort muss man sich ggf. entscheiden, welchem der beiden benachbarten Gipfel man seine Aufwartung machen will. Bergsteiger der etwas verwegeneren Art gehen natürlich zur Südlichen Riffelspitze. Der Anstieg verläuft über griffige Felsen zu einer Graskante, schwenkt links ab und führt über steilen Fels zum Gipfel hinauf. Weitaus einfacher ist der kurze Aufstieg von der Riffelscharte zur Hohen Riffel. Dazu braucht man nur aus der Scharte nach links (gegen Südwesten) abzubiegen und in knapp 10 Minuten ohne Weg, aber leicht, über steinige Grashänge zum unscheinbaren Gipfel anzusteigen.
Auch der Abstieg fällt zunächst ein längeres Stück ein wenig aufregend aus. Von der Scharte geht man zunächst auf einem kleinen Weg gegen Westen etwas bergauf und kommt anschließend in sehr steil abbrechende Felsenhänge hinein. Die Route verläuft zwar nun fast durchgehend am soliden Drahtseil, doch muss man trotzdem sehr vorsichtig sein. Schließlich findet man sich in einer schmalen Lawinenrinne wieder. Oft ist dort ein Altschneefeld zu queren. Das kann heikel werden, wenn der Firn hart ist. Mit größter Vorsicht quert man diese rutschige Stelle und dreht darunter rechts ab, um steil durch ein langes Geröllfeld auf den Stiefelsohlen abzufahren (wenn man sich traut und seinen Schuster gut leben lassen will). Der Abstiegsweg schwenkt etwas nach links und fällt unter der Zugspitzbahn in unzähligen Kehren durch Krummholz und lichten Wald ab. Auf einer Höhe von etwa 1680m verzweigt er sich. Dort rechts halten und nahe der Seilbahnkabel auf der Trasse des Abwasserkanals hinabgehen. Auf ihr kommt man zur Zahnradbahn. Dort hält man Ausschau nach einem alten Steig, der durch den Wald steil talwärts führt und zu einem Fahrweg stößt. Auf diesen rechts abzweigen, die Gleise queren und am Sträßchen lange durch den Riffelwald hinab. Es quert eine breite Fahrstraße, und von dort geht es auf einem gut beschilderten Wanderweg zunächst Richtung Höllental, später Richtung Hammersbach hinaus.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1695 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHammersbach.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterIm Vergleich zu dem Rummel, der um die und auf der Zugspitze veranstaltet wird, geht es in der Riffelscharte und auf den beiden benachbarten Gipfeln ausgesprochen ruhig zu. Dabei ist diese Bergtour auch ein durchaus ernstes Unternehmen, das neben Trittsicherheit und Schwindelfreiheit einwandfreie Kondition und Durchhaltevermögen verlangt.
Während der Aufstieg durch die spannende Höllentalklamm, dann über verwegene Felsenbereiche zur Riffelscharte und – je nach Lust und Laune – auf einen oder beide der benachbarten Gipfel führt, gibt sich der Abstieg auf einer Klettersteiganlage und anschließend in steilem Geröll ebenfalls recht pfiffig. Und der anschließende Rückmarsch durch den Zugwald und den Riffelwald zieht sich ziemlich in die Länge.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land«, 1:50000, Bayer. Landesvermessungsamt; Kompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 5; Freytag & Berndt Wanderkarte, 1:50000, Blatt 322.
MarkierungenRote Punkte.
VerkehrsanbindungZugspitzbahn bis Hammersbach ab Bahnhof Garmisch-Partenkirchen. Mit dem Auto ab dem Autobahnende bei Eschenlohe durch das Werdenfelser Land und durch Garmisch-Partenkirchen in Richtung Reutte. Nach Grainau links abzweigen bis zum Parkplatz kurz vor Hammersbach.
GastronomieHöllental-Eingangshütte, Höllentalangerhütte.
Tipps
Alternativer Abstieg. Wer steile, ausgesetzte Felsensteige gar nicht mag, steigt entlang der Aufstiegsroute ab und hat somit Gelegenheit, sich auch noch den Stangensteig (siehe Tour 7) als Alternative zur Höllentalklamm anzusehen.
Unterkunft
Höllentalangerhütte.
Tourismusbüro
Grainau.
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