Aufs Foggenhorn

Gipfelrunde westlich über der Belalp: viel Aussicht, nur wenig Mühen. Trittsicherheit vorteilhaft, bei Nässe sind die zum Teil steilen Grashänge unangenehm (Teleskopstöcke). Der Rückweg folgt ein Stück weit der Nessjeri, einer alten Suone. (Autor: Eugen E. Hüsler)
1 km
570 m
4.00 h
Aussicht und ein Rückblick Schön (bel) ist es hier oben allemal, keine Frage, doch wer seine Wanderschuhe schnürt, kann das Landschaftserlebnis noch wesentlich vertiefen. Etwa bei einer Überschreitung des Foggenhorns (2569 m), das die Belalp nach Westen hin begrenzt und eine bezaubernde Rundschau bietet. Die richtet sich natürlich vor allem nach Süden, reicht weit übers Rhonetal hinweg bis zu den Viertausendern der Walliser Alpen. Packend sind auch die Einblicke in den wilden Graben des Gredetschtals, über dem sich ganz hinten das Nesthorn (3822 m) erhebt. Es wurde im gleichen Jahr wie das Matterhorn (1865) erstmals bestiegen; Vater und Sohn Almer hatten die beiden Engländer B. George und H. Mortimer am Seil. Christian Almer gilt neben Melchior Anderegg als der bedeutendste Schweizer Bergführer des »Golden Age«. Zu seinen vielen Erstbesteigungen zählen Eiger und Mönch, die Jungfrau über die Guggiroute, die Barre des Ecrins im Dauphiné, Aiguille Verte und Grandes Jorasses im Mont-Blanc-Massiv. Seine goldene Hochzeit feierte »Old Christian «, wie ihn die englischen Bergsteiger nannten, auf sehr ungewöhnliche Weise: Zusammen mit seiner Frau, zwei Söhnen und einer Tochter bestieg der damals 70-Jährige am 22. Juni 1896 das Wetterhorn. Ein Jahr zuvor hatte er noch eine Seilschaft über das Bietschhorn (3934 m) geführt, jenen gewaltigen Felsklotz, der auch im Panorama des Foggenhorns nicht zu übersehen ist. Ein weiterer Blickfang ist natürlich der Grosse Aletschgletscher, der größte Alpengletscher überhaupt. Die Nessjeri Der Rückweg tangiert dann – wieder einmal – einen uralten Wasserweg: die Nessjeri, urkundlich 1477 erstmals genannt und mit rund acht Kilometer Länge eine der interessantesten Suonen der Region. Sie bezieht ihr Wasser vom Chelchbach und transportiert es auf die Felder oberhalb von Birgisch. Bevor sie sich steil zum Birgischwald senkt, durchläuft die Wasserfuhre das Alpdörfchen Nessel, eine Bergidylle weitab vom Touristenrummel. Gipfelwärts Von der Seilbahnstation Belalp (2094 m) spaziert man zunächst auf der Sandstraße leicht bergab zur Alpsiedlung Bäll (2010 m). Ein Wegzeiger weist hier zur Brücke über den Chelchbach. Dahinter leiten die Markierungen an dem Grashang aufwärts. Man kreuzt die Nessjeri, die nur wenig weiter nördlich ihr Wasser schöpft, und zickzackt zunehmend steiler bergan bis zum Bälgrat (2572 m), wo sich ein erster packender Tiefblick in den monumentalen Graben des Gredetschtals auftut. Darüber, rechts des Alpjuhorns, ragt die wuchtige Pyramide des Bietschhorns in den Himmel. Nun am Kamm, zuerst ab-, dann wieder ansteigend, hinüber zum Foggenhorn (2569 m; 2.15 Std.) und zum großen Panorama. Abstieg Der Abstieg führt über die felsdurchsetzte Südostflanke des Berges hinunter zur Alp Nessel (2010 m; 3.15 Std.) mit sehenswertem altem Baubestand (Kapelle mit Altar von 1656) – ein idyllischer Platz. Hier stößt man wieder auf die Nessjeri. Der Wanderweg verläuft ein Stück weit parallel zur Wasserfuhre, geht dann rechts ab und steuert die Alpsiedlung von Bäll (2010 m) an. Zuletzt auf der Straße ansteigend zurück zur Seilbahnstation auf der Belalp (2094 m; 4.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied570 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortBlatten (1327 m)
AusgangspunktBergstation der Belalp-Seilbahn (2094 m)
EndpunktBergstation der Belalp-Seilbahn (2094 m)
TourencharakterManchen, die sich mit der Seilbahn zur Belalp hinaufschaukeln lassen, reicht anschließend der Spaziergang hinüber zum historischen Hotel, dessen Terrasse gleichermaßen zu Einkehr wie Aussicht lädt: Basta!
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blätter 264 T und 274 T
MarkierungenWeiß-rot-weiße Markierungen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungBlatten erreicht man von Brig-Naters über eine gut ausgebaute Straße, 9 km; Postbus. Die Seilbahn Blatten–Belalp ist ganzjährig in Betrieb.
GastronomieEinkehrmöglichkeiten auf der Belalp
Tipps
Das Hotel Massa Blatten ist ein günstig gelegener Stützpunkt für Wanderungen in der Region Brig-Belalp. Diese können hinauf oder hinab führen, über Bergwege oder Suonen. Sehr beliebt ist der »Massaweg«, der vom Stausee Gibidum oberhalb der wilden Massaschlucht hinausläuft nach Bitsch und dabei einer alten, aufgegebenen Wasserfuhre folgt. Gut untergebracht ist man im Hotel Massa in Blatten, nur ein paar Minuten von der Talstation der Belalp-Seilbahn: schöne Zimmer und eine Küche, die auch Walliser Spezialitäten bietet. Hotel Massa, CH-3914 Blatten bei Naters, Tel. 027/923 28 88, E-Mail: info@hotelmassa. ch, www.hotelmassa.ch
Informationen
Tourist-Info Brig Belalp Tourismus, CH-3900 Brig, Tel. 027/921 60 30, E-Mail: info@brig-belalp.ch, www.brig-belalp.ch