Auf sonnigen Höhen über dem Binntal

Abwechslungsreiche Gipfel- und Höhenwanderung an der Sonnseite des Binntals. Besonders schön während der frühsommerlichen Bergblumenblüte und im Herbst, wenn die hohen Gipfel bereits ihre weißen Schneekappen tragen. Der Sännewäg verläuft abschnittweise durch sehr steile Grashänge. Hier ist Trittsicherheit unbedingt nötig. Vom Fäldbach kann man alternativ auch zum Weiler Fäld (1547m) absteigen. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Die gelben Wegweiser leiten vom Parkplatz bzw. der Bushaltestelle durch den Ort hinauf zu den Wiesen über dem Dorf, den Waldachere. Im Wald stößt man auf eine Sandstraße, die bis zu den Lawinenverbauungen unter dem Kamm ansteigt. Der Wanderweg nimmt einen direkteren Verlauf, kürzt ihre weiten Schleifen ab. In der Straßenkehre (2040m) unter dem Grasrücken von Burstini gabelt er sich: Geradeaus zweigt der Sännewäg ab, halblinks geht's über einen Wiesenhang hinauf ins Sattulti (2128m), wo sich ein erster grandioser Blick über die Rhonetalfurche auf die Berner Hochalpen ums Finsteraarhorn (4274m) auftut (2:15Std.).
Der Gipfelweg steigt in weiten Schleifen an der Südflanke des Eggerhorns an. Unter dem Gipfel quert man flach hinüber in die weite Wiesensenke der Schafgale. Hier am Wegweiser links und über den Ostrücken zum Eggerhorn (2503m; 3:30Std.). Der Abstieg führt zunächst hinunter zu der bereits genannten Verzweigung (2040m). Hier biegt man ein in den aussichtsreichen »Sännewäg« (Sennenweg). Er quert im Bereich der Waldgrenze die steilen Sonnenhänge über dem Binntal, Aussicht auf das Ofenhorn (3253m), das massig den Talschluss von Binn überragt. Im Tielöüwigrabe beginnt der Abstieg ins Tal, über die Stafeulstatt (1928m) läuft die schmale Spur hinunter zum Fäldbach (1820m; 4:45Std). Hier biegt man ein in den spitzwinklig rechts abgehenden, schmalen Weg.
Er führt oberhalb der schroffen Felsabbrüche der Flüetosse (teilweise mit einer alten Suone) schräg hinunter zum Tielöüwigrabe. In ihm steil bergab zu seiner Mündung, wo man auf den Talweg stößt. Er führt in leichtem Auf und Ab zurück nach Binn (5:45Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied890 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBinn (Schmidigehirschere, 1400m), Hauptort des gleichnamigen Tals
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDass es im Oberwallis auch Landstriche gibt, die so ganz anders sind als das Klischee von Zermatt und seinem Horn, beweist das Binntal eindrücklich: keine Gletscher, keine Viertausender, auch keine Seilbahnen und breit gewalzte Skipisten.
Dafür finden Besucher hinter der wilden Mündungsklamm viel Bauernland. Auf den Wiesen blüht es im Frühsommer bunt und artenreich, an einigen Stellen glitzert es geheimnisvoll. Das Binntal ist für seine Mineralien bei den Geologen (fast) so berühmt wie das Matterhorn bei den Bergsteigern. Über 160 verschiedene Arten sind hier entdeckt worden, viele erstmals (und einmalig) im Binntal. Ursache ist die Gesteinvielfalt in diesem Teil des Oberwallis: Serpentin, Dolomit, Gneise und Schiefer bauen den bunten Gebirgsrahmen auf. Die ergiebigste Fundstelle (Lengenbach) liegt oberhalb von Fäld am Weg zum Geisspfadsee, selbst die frei zugängliche Abraumhalde liefert immer wieder das eine oder andere Stück.
Das Binntal ist uraltes Siedlungsgebiet, Bedeutung gewann es im Spätmittelalter durch seine Grenzpässe zur italienischen Nachbarschaft. Über den Albrunpass (Bocchetta d'Arbola, 2409m) zogen die Walser einst ins Pomat, wo heute noch einige ihrer Nachfahren leben. Der Pass ist heute ein beliebtes Wanderziel, auch weil auf der Schweizer Seite ein gastliches, im Sommer bewirtschaftetes Haus steht, die Binntalhütte (2269m) des SAC.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blatt 265 T »Nufenenpass«; Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 2516 »Aletschgebiet«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungLax/Fiesch – Ernen – Binn, Straße 12km. Postbuslinie
GastronomieIn Binn
Tipps
Binntalhütte (2267m). Beliebte Hüttenwanderung ins innerste Binntal, markierter Zustieg ab Binn bzw. Fäld (1547m), 3:45Std. bzw. 3Std. Von der Hütte steigt man in 30Min. auf zum Albrunpass (2409m), einem seit alters her begangenen Weg ins benachbarte Pomat. Das Haus ist von Mitte Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftet.
Tourismusbüro
Binntaltourismus, Dorfplatz, 3996 Binn; Tel. 027/9 7145 47, Fax 9 7145 78, tourismus@binn.ch, www.binn.ch

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