Auf reizvollen Uferpfaden

Streckenwanderung auf breiten Wegen, schöne Aussichten zum Griebnitzsee und der Havel. (Autor: Tassilo Wengel)
6 km
70 m
2.00 h
Am Griebnitzsee entlang zum Park Unsere Wanderung beginnt beim S-Bahnhof Griebnitzsee, wo wir die Rudolf-Breitscheid-Straße überqueren. Über eine Treppe gelangen wir abwärts zum Uferweg an der Schiffs-anlegestelle. Hier wenden wir uns nach links und folgen der Markierung roter Querstrich am Ufer des Griebnitzsees entlang. Wir bewegen uns unterhalb der Villenkolonie Neu Babelsberg und kommen am Truman-Haus vorbei, in dem während der Potsdamer Konferenz 1945 der amerikanische Präsident Truman residierte. Auf festem Kiesweg, dann Asphalt kommen wir an Wiesenflächen und Wäldchen vorbei, die sich am Ufer entlangziehen und gelegentlich den Blick über den See zu den Villen auf Berliner Seite freigeben. Wir stoßen auf die Wasserstraße, wenden uns rechts und gehen zur Allee nach Glienicke. Dort folgen wir dem Wegweiser Schloss und Park Babelsberg nach links und erreichen den Haupteingang des Parks am Pförtnerhaus.Spaziergang durch den Park Wir folgen dem Hauptweg zum Schloss und kommen oberhalb des Dampfmaschinenhauses vorbei zu Schloss Babelsberg. Über die Wiese mit einer großen Blutbuche und anderen schö-nen Gehölzen reicht der Blick bis zur Glie-nicker Brücke. Der Hauptweg führt uns zur Gerichtslaube, einem Backsteinbauwerk und an der folgenden Gabelung nach rechts zum Flatowturm. Hier führt ein schmaler Weg abwärts zum Havelufer, auf dem Uferweg gehen wir nach links und kommen zur Generalseiche mit Sitzplatz. Der Blick schweift nach Pots-dam zur Nikolaikirche, die an der runden Kuppel erkennbar ist. Auf einem Pflasterweg geht es abwärts bis zum Asphaltweg, hier wenden wir uns nach links (rechts ist das Freibad zu sehen) und biegen beim Weg-weiser Großer See, Pförtnerhaus, Haupteingang Lange Sicht nach links ab. Ein breiter Weg führt zum Ausgang Grenzstraße (Allee nach Glienicke). Geradeaus durch die Grenzstraße kommen wir zur Karl-Liebknecht-Straße und erreichen in 15Minuten wieder den S-Bahnhof Babelsberg.Kleines Schloss im Park Babelsberg Schloss und Park Babelsberg sind eng mit Kaiser WilhelmI. und seiner Gattin Augusta verbunden, die als junges Paar hier lebten. Als ihr Sohn Friedrich Wilhelm größer wurde, beauftragte Augusta den Hofarchitekten Ludwig Persius damit, am Ufer des Tiefen Sees ein kleines Gartenhaus für ihn zu bauen. In diesem 1841/1842 im englischen Tudorstil errichteten »Kleinen Schloss« verbrachte Friedrich Wilhelm seine Jugend, hier verlebte er nach der Heirat mit der englischen Prinzessin Viktoria die Flitterwochen. Nachdem WilhelmI. 1871 deutscher Kaiser geworden war, nutzte man das Gartenhaus als Gästehaus und Herberge für Hofdamen.Nach dem Tod von Kaiser WilhelmI. 1888 wurde Babelsberg vernachlässigt und hatte keine Bedeutung mehr. Seit 1990 ist das Kleine Schloss jedoch wieder ein viel be-suchtes Ausflugsziel. Das »Café und Res-taurant Kleines Schloss im Park Babelsberg« lädt mit seinem historischen Ambiente zum Verweilen ein. Neben Salaten und Vorspeisen stehen auch Suppen zur Auswahl, unter denen die Kartoffelsuppe à la Kaiser Wilhelm nach einem überlieferten Berliner Rezept hergestellt wird. Die Speisekarte bietet im Sommer unter anderem Gerichte wie Glasierte Kalbsbrust mit Mangold-Stielgemüse, Kotelett vom Saalower Kräuterschwein mit Kartoffelpüree oder Regenbogenforelle aus der Müritz.Die Medienstadt Babelsberg Der Filmpark Babelsberg in der Großbeerenstraße bietet eine Fülle von Attraktionen rund um die Welt des Films. Ab 1912 entstanden hier – nach dem ersten Streifen »Der Totentanz« mit Asta Nielsen – über 3000 Kino- und Fernsehfilme, viele große Schauspieler begannen hier ihre Karriere und auch berühmte Märchenfilme entstanden in aufwändigen Kulissen in Babelsberg. Ein Gang durch die Medienstadt Babelsberg bietet faszinierende Außenkulissen, Originalrequisiten und Kostüme aus den Babelsberger Werkstätten, Filmtiershows, Stuntshows, eine Sandmannausstellung und vieles mehr. Einzuplanen sind für den Besuch 5 bis 6 Stunden (Informationen 0331/7212755, Besucherservice 0331/7212750, www.filmpark.de).

S-Bahnhof Griebnitzsee – Park Babelsberg 0.45Std. – Karl-Liebknecht-Straße 1.15Std. – S-Bahnhof Babelsberg 0.15Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied70 m
Dauer2.00 h
AusgangspunktS-Bahnhof Griebnitzsee.
EndpunktS-Bahnhof Griebnitzsee.
TourencharakterDer Park von Babelsberg zwischen Tiefen See und Glienicker Lake gehört zu den sehenswerten Landschaftsparks am südlichen Stadtrand von

Berlin. Prachtvolle Aussichten auf die Weite der Landschaft, die Potsdamer Nikolaikirche, zum Pfingstberg und zur Glienicker Brücke gehören ebenso zu den Erlebnissen eines Parkspazierganges wie zahlreiche Bauten

und Baumgruppen im Park. Es war im Jahre 1833, als Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser WilhelmI. den Architekten Karl Friedrich Schinkel beauftragte, hier am Babelsberg ein Schloss zu bauen. Es wurde im Stil der Neogotik mit Türmen und vortäuschenden Zinnen erbaut und lehnt sich an das englische Windsor Castle an. Während dieser gelbe Backsteinbau von Südosten wie ein mittelalterliches Kastell wirkt, präsentiert sich nach Nordwesten eine reich geschmückte Schaufassade. Ein feinfühlig geführtes System von Wegen erschließt dem Besucher nicht nur das bewegte Gelände, sondern führt zwischen Baumgruppen und Blumenbeeten zu zahlreichen Gebäuden und reichen Aussichtspunkten. So bietet sich vom Flatowturm eine der schönsten Aussichten über die Potsdamer Kulturlandschaft.
KartentippFahrradkarte Berliner Umland Südost, 1:60000, Ampel Verlag Berlin.
VerkehrsanbindungAuto: Autobahn A10 (Berliner Ring) bis Autobahndreieck Drewitz, dann auf A115, Abfahrt Potsdam-Babelsberg, über Nuthestraße, Wetzlarer Straße, August-Bebel-Straße, Rudolf-Breitscheid-Straße zum S-Bahnhof Griebnitzsee. Bahn/Bus: S-Bahn S7 Richtung Potsdam bis S-Bahnhof Griebnitzsee.
GastronomieGriebnitzsee: Hotel am Griebnitzsee, Rudolf-Breitscheid-Straße 190–192. Babelsberg: Restaurant Kleines Schloss, im Park Babelsberg, Montag Ruhetag.
Tipps
Seenrundfahrt Von der Schiffsanlegestelle Griebnitzsee bietet sich eine 7-Seenrundfahrt an, die über den Kleinen Wannsee, Stölpchensee, Pohlesee, Griebnitzsee, Glienicker Lanke, Jungfernsee und über die Havel nach Wannsee führt. Täglich jede Stunde 11:10 –17:10Uhr, im Juli und August auch 18:10Uhr, Dauer 2Std. Exploratorium Potsdam Seit 2006 lädt auch das Exploratorium Potsdam in der Wetzlarer Straße 46 zum Besuch ein. In dieser wissenschaftlichen Mitmach-Welt platzen Schokoküsse im Vakuum, irren Mäuse durch ein Labyrinth oder man kann seinen Schatten ein- frieren. Viele Exponate aus den Bereichen Akustik, Biologie, Chemie, Geologie, Optik oder Mechanik laden zum Mitmachen und Experimentieren ein (Tel. 0331/8773628, www.exploratorium-potsdam.de).
Unterkunft
Griebnitzsee: Hotel am Griebnitzsee, Tel. 0331/70910.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Tassilo Wengel

Genusswandern Berlin und Umgebung

35 abwechslungsreiche Wanderungen, von der historische Stadtmitte bis zu reizvollen märkischen Dörfern. Mit zahlreichen Tipps zu Kultur und Kulinaria.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema