Auf König Laurins Spuren durchs Gebirge

Mittelschwere Bergwanderung auf Forst- und Waldwegen, durchwegs markiert und gut begehbar; Rückweg teilweise etwas steil. (Autor: Peter Mertz)
7 km
400 m
3.00 h
Die Sagenwanderung Mit dem Ausgangspunkt im oberen Tiersertal am Weg zum Karerpass folgt diese Wanderung einer Route, die besonders familienfreundlich ist und ohne Felspassagen oder ausgesetzte Stellen auskommt. Darüber hinaus erleben wir die blühenden Berghänge am Westabfall des Gebirges, die im Frühsommer reich an Feuerlilien, Orchideen und zahlreichen Alpenblumen sind.Zu König Laurins Felsenschloss Wir starten am Nigerpass unmittelbar an der Straße von Tiers zum Karerpass und wählen den Weg 1 bzw. 7, der in östlicher Richtung sofort in einsames Berggelände führt und mit »Sagenwanderung« gekennzeichnet ist. Das Ziel ist die paradiesische Almlandschaft zu Füßen der Vajolettürme. Tief im Innern soll König Laurins Schloss mit prunkvollen Sälen und kristallenen Wänden verborgen gewesen sein. Der schönste Stolz des Königs waren aber seine duftenden und blühenden Rosengärten, die auf den Almwiesen zu Füßen der Felstürme wuchsen. Doch vorerst durchqueren wir auf breitem Forstweg Fichtenwaldungen, bis wir nach 30 Minuten bei einer markanten Rechtskurve nach links abbiegen und nun auf Weg 7 in nördlicher Richtung wandern. Nach Querung des Breibachgrabens und später weiterer Seitengräben kommen wir in leichtem Auf und Ab immer näher an die prächtige Landschaft heran, in der die Sage spielt. Knapp vor der Hanicker Schwaige erreichen wir die Angelwiesen, die mit ihren Alpenblumen zu den Juwelen der Berglandschaft zählt. Zuletzt stehen wir bei der Hanicker Schwaige (1904 m) zu Füßen der mächtigen König-Laurin-Wand und können nirgends besser die Sage des Königs Laurin in unserer Fantasie erleben:Laurin war ein tapferer Kämpfer, der sich trotz seiner geringen Größe von keinem Gegner einschüchtern ließ. Zudem verliehen eine Tarnkappe und ein Kraftgürtel dem König übermenschliche Kräfte. Dann geht es in der Sage um eine Prinzessin mit Namen Similde, um deren Hand Laurin anhält. Er blitzte bei ihrem Vater ab und plante, die Prinzessin zu rauben. Er hielt sie in seinem geliebten Rosengarten gefangen. Alle Ritter der Umgebung zogen aus, um Similde zu finden. Als sie den blühenden Rosengarten mit den goldglänzenden Seidenfäden sahen, waren sie zutiefst erstaunt. Weil sie beim Befreiungsversuch den Garten beschädigten, entflammte ein hef-tiger Kampf zwischen Laurin und dem Ritter Dietrich. Laurin verlor trotz magischem Gürtel und Similde konnte fliehen. Von nun an hatte Laurin keine Freunde mehr in der Bergwelt und schrie: »Nie wieder sollen diese Rosen blühen, weder bei Tag noch bei Nacht.« Doch er vergaß die Dämmerung, und deshalb leuchten die kahlen Zinnen des Rosengartens bei Sonnenuntergang in unvergleichlicher Schönheit.

Nigerpass – Abzweig Weg 1 Std., Hanicker Schwaige 1 Std., retour 1.45 Std.; Rückwegvariante 2.15 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied400 m
Dauer3.00 h
AusgangspunktParkplatz beim Gasthaus am Nigerpass (1668 m); Tierser Straße (1500 m).
EndpunktParkplatz beim Gasthaus am Nigerpass (1668 m); Tierser Straße (1500 m).
TourencharakterDie majestätische Felsenbastion Die Westhänge des Rosengartens sind Ziel dieser Wanderung, die dem sagenumwobenen König Laurin gewidmet ist. »In den Bergen östlich von Bozen«, so heißt es in der Sage, »lebte einst ein kleines, durch den Bergbau jedoch sehr reiches Zwergenvolk«. Die hier vorgeschlagene Wanderroute bewegt sich genau in der Landschaft dieser Sage, obgleich es viele andere Möglichkeiten gäbe, die Hoch-

gebirgswelt des Rosengartens zu erleben. Doch die körperlich nicht anstrengende Route bietet uns Blicke, die über Latemar hinüber zur Texelgruppe, dem Rittner Horn und bis zum Schlern reichen.
KartentippTabacco, Blatt 06 Fassatal, 1:25 000.
MarkierungenRote Markierung, Wanderweg-Wegweiser.
VerkehrsanbindungBei Blumau im Eisacktal Richtung Tiers, von dort auf der Panoramastraße zum Karerpass bis zum Waldsattel Nigerpass. Anfahrt mit Bus/Bahn Wanderbus im Sommer von Tiers zum Karerpass mit mehreren Haltestellen entlang der Fahrtroute.
GastronomieGasthaus am Nigerpass (Juni–Mitte Oktober), Jausenstation Hanicker Schwaige mit Heu- lager im Sommer (Ende Mai–Allerheiligen).
Informationen
Von der Hanicker Schwaige wandern wir entweder am selben Weg zum Nigerpass zurück oder können weiterhin am Weg 7 in 1.45 Std. zur Plafötschalm (1570 m) und in 30 Min. durch dichten Wald immer leicht bergab nach St. Zyprian absteigen.

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