Auf die Konglomeratfelsen der Rocche del Reopasso

Für die kurze Kletterstelle am Schluss sind Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit Voraussetzung. Wer sich bereits bei der Besteigung des ersten Gipfels etwas unsicher fühlte, sollte sich mit diesem begnügen. Dafür ist die Tour nicht anstrengend und belohnt mit wunderbaren Ausblicken. (Autor: Michael Pröttel)
Die Wanderung beginnt in der schönen, verkehrsberuhigten Hauptgasse von Crocefieschi. Sie zweigt neben einer Pizzeria bzw. Telefonzelle von der Hauptstraße ab; Parkplatz wenige Meter in Richtung Norden. Hier ist der Monte Reopasso auch schon angeschrieben (Markierung: gelbes Quadrat).
Wir erreichen den Dorfplatz mit der Dorfkirche, gehen an einem Brunnen rechts vorbei und die »Via della Chiesa« gerade hinauf. Auf flachem Teerweg geht man weiter und hat einen schönen Blick auf Crocefieschi. Wir kommen rechts an einer weiteren Kirche vorbei, die einen netten Vorplatz hat. Nun leicht bergab und an einer Gabelung rechts gelangen wir auf einen Fahrweg in lichtem Kastanienwald.
Nach einem kurzen Anstieg verlassen wir den Fahrweg, indem wir bei einer Kurve geradeaus einem Fußweg folgen. Nach Haselbüschen geht es leicht bergab, unser Weg quert zum ersten Mal die Südseite der Konglomeratfelsen.
An einer Brotzeitbank gabelt sich der Weg: Rechts zweigt eine Klettersteigvariante ab, für deren Begehung allerdings entsprechende Ausrüstung und Erfahrung unabdingbar sind.
Wir gehen daher links weiter und folgen weiter den gelben Quadraten. Der Weg verläuft zum Teil etwas ausgesetzt über die felsige Südflanke. Wir erreichen einen Rücken, wo sich zwei Wege kreuzen. Hier wenden wir uns nach rechts, um den ersten Gipfel zu besteigen. Beim Anstieg auf dem Felsrücken nimmt man auch die Hände zu Hilfe und steht nach kurzer Zeit am Gipfelkreuz des südlichen Reopasso-Felsen (1:20Std). Direkt gegenüber liegt der Vorgipfel, an dem der Klettersteig endet. Dazwischen ist ein kleiner Sattel, an dessen Nordseite eine kleine Hütte liegt, die wie ein Schwalbennest am Felsen klebt. Nach einer ausgiebigen Rast wenden wir uns nach Westen und steigen der Markierung folgend zwischen ein paar Büschen hinab.
Sogleich wandern wir über einen felsigen Rücken, der den soeben bestiegenen Gipfel mit dem vor uns liegenden Reopasso-Hauptgipfel verbindet. Der Weg quert zunächst unter dem Gipfelaufbau hindurch und macht dann in einem Wäldchen eine scharfe Kehre nach rechts.
Über erodierten Pfad erreichen wir die Felsen. Zum Schluss müssen wir eine kurze Kletterstelle im unteren zweiten Schwierigkeitsgrad meistern, wobei eine befestigte Eisenkette behilflich ist. Am Gipfel macht ein kleiner Betonblock darauf aufmerksam, dass wir die Costa del Reopasso (1:45Std.) erreicht haben. Er ist der Nord- und zugleich Hauptgipfel des Massivs. Zurück nach Crocefieschi wandern wir auf dem gleichen Weg (3Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied290 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktCrocefieschi
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterInmitten dicht bewaldeter Berge liegt hoch über dem Vobbia Tal der bizarre Felskamm der Rocche del Reopasso. Sie sind ein weiteres Beispiel dafür, wie nahe landschaftliche Gegensätze in Ligurien beieinander liegen. Für die Besteigung des Hauptgipfels ist eine kurze Klettereinlage notwendig.
Beste Jahreszeit
KartentippCarta dei Sentieri e Rifugi Appennino Ligure Nr. 5, 1:25000, Edizioni Multigrafic Florenz
Markierungengelbes Quadrat
VerkehrsanbindungA7 Ausfahrt »Isola del Cantone«, dann weiter über Vobbia nach Crocefieschi
GastronomieCrocefieschi
Tipps
Das Castello Pietra. Bei der Anfahrt lohnt es sich, das Castello Pietra zu besichtigen. Man hält an der Ponte di Zan, einer mittelalterlichen Brücke, die der Legende nach der Teufel in nur einer Nacht errichtet hat. Von hier aus wirkt die Burg wie ein Schwalbennest, das an zwei steile, 200 m hohe Konglomeratfelsen geklebt wurde. Nach einigen 100 m weist ein Schild auf den Weg zu dem legendenumwobenen Gemäuer (geöffnet nur Sonntags 13–18 Uhr!). Von allen Entstehungsgeschichten, die sich um die Burg ranken, ist eine Version aus dem Jahr 1000 am wahrscheinlichsten. Danach haben die Bischöfe von Tortona das Kastell zur Verteidigung gegen die Sarazeneneinfälle errichten lassen. Nachdem im Laufe der Jahrhunderte der Besitz von einer Adelsfamilie zur nächsten wechselte, wurde die Burg im 1979 schließlich der Gemeinde Vobbia übereignet, die das Bauwerk vor wenigen Jahren restaurierte.
Tourismusbüro
Keine

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Michael Pröttel

Cinque Terre und Ligurien

Auf 40 Wanderungen die ganze Schönheit der drittkleinsten Region Italiens erleben

Jetzt bestellen
Region:
Italien
Mehr zum Thema