Auf die Kampenwand

Von der Seilbahn-Bergstation Wanderung auf zunächst breitem, gut ausgebautem Weg, bis zur Steinlingalm einfach. Aufstieg zum Gipfel auf schmalen Bergpfaden mit leichten Kletterstellen, mit Drahtseilen gesichert. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich. Bergab wieder mit der Seilbahn (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
Nachdem uns die nostalgische Kampenwandbahn gemütlich von Hohenaschau im Tal in die Almregion der Kampenwand hinauf befördert hat, beginnt unsere eigentliche Wanderung an der Bergstation (1460m).Wir gehen auf dem breiten Weg durch Latschenfelder und über Almwiesen in einer knappen halben Stunde bequem zur Steinlingalm (1473m) hinüber, die sich zwar Almhütte nennt, sich jedoch inzwischen zu einer beliebten Berggaststätte entwickelt hat. Jetzt müssen wir eine Entscheidung treffen - Wer sich auf steilen Berghängen unsicher fühlt, bleibt lieber hier auf dem bereits 1460 in Urkunden erwähnten Almboden und lässt sich eine Brotzeit schmecken. Wer aber keine Schwindelgefühle kennt, steigt das breite Geröllfeld aufwärts.
Der Pfad wird immer steiler, bis er am Fuß der Kampenwandfelsen angekommen ist. Dann muss man kurzzeitig die Hände zu Hilfe nehmen, doch nach ein paar Kraxelmetern kann man normal weitersteigen. Der Pfad windet sich durch mächtige Felsblöcke, und wir erreichen die sogenannten Kaisersäle, einen von fast allen Seiten von Felsen umschlossenen Platz, den man sich, wäre er überdacht, gut als großen Saal vorstellen könnte. Am östlichen Ende der Kaisersäle hilft uns ein Drahtseil über die steilste Stelle nach oben. Ein zweites Seil führt uns um einen Felsblock herum, dann stehen wir am Gipfel der Kampenwand (1669m). Er besteht aus zwei Steinblöcken, die durch eine Eisenbrücke verbunden sind. Sie erleichtert den Übergang zum mächtigen Gipfelkreuz, das knapp drei Tonnen wiegt und zwölf Meter hoch ist – das größte Kreuz in den Bayerischen Voralpen. Ein Schreiner und ein Schmied aus dem Chiemgau beschlossen nach ihrer Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft, ein neues Kreuz aufzustellen, denn das alte war durch Blitzschlag zerstört worden. Sie sammelten Alteisen, Panzerteile, alte Gasflaschen und ein paar Eisenträger; daraus schweißte der Schmied die Teile des Kreuzes zusammen. Im Sommer 1949 brachte man sie mit der Bahn nach Aschau und schaffte sie mit zwei Mulis und einigen Helfern bis zu den Felsen über der Steinlingalm. Von hier zerrte man die Stücke mit Muskelkraft auf den Gipfel. Im Jahr darauf schafften freiwillige Helfer nicht weniger als 20Tonnen Baumaterial nach oben: Zement, Kies und Wasser für den Beton des Fundaments und die schweren Spannseile, die das Kreuz stabilisieren sollten. 1951 wurde das Kreuz schließlich eingeweiht. Die 360°- Aussicht von hier oben erstreckt sich über den gesamten Chiemgau bis weit nach Österreich zu den Hohen Tauern und ins Salzkammergut hinein.
Nach der Gipfelrast steigen wir vorsichtig auf dem Anstiegsweg zurück zur Steinlingalm. Dort werfen wir vielleicht noch einen Blick in die kleine Kriegergedächtniskapelle ganz in derNähe und wandern dann wieder zur Bergstation der Seilbahn hinüber.

Gute Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen-Personen-Nahverkehr (Bus/Bahn)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied200 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortHohenaschau
AusgangspunktHohenaschau, Talstation der Kampenwandbahn
EndpunktHohenaschau, Talstation der Kampenwandbahn
TourencharakterAm Morgen lange ausschlafen und trotzdem noch einen der Bestseller-Gipfel des Chiemgaus »mitnehmen« – das schließt sich nicht aus.Wir verdanken es der Kampenwandbahn, die seit 1957 zwar langsam, aber sicher Gäste auf die Almwiesen unterhalb der Felszacken der Kampenwand bringt.
Auf dem breiten Panoramaweg zur Steinlingalm sind dann viele Sandalisten und Halbschuhgeher unterwegs, aber bei der eigentlichen Gipfelbesteigung trennt sich die Spreu vom Weizen, denn der Gipfel erfordert Trittsicherheit – und feste Bergschuhe.
Hinweise
Gute Erreichbarkeit mit Bussen/Bahnen
KartentippKompass 1 - 50 000, Blatt 10 Chiemsee
Markierungen
VerkehrsanbindungAuto. Über die A 8 München– Salzburg bis zur Ausfahrt Frasdorf, weiter nach Hohenschau und zur Seilbahn (ab Autobahn beschildert) Bahn. Mit der Bahn nach Prien und mit der Chiemgau- Bahn weiter zum Bhf. Aschau, von dort zu Fuß zur Talstation in Hohenaschau (1,5 km) oder mit dem Bus
GastronomieSonnenalm; Steinlingalm
Tipps
Verleih
Informationen
Höchster Punkt
Unterkunft
Tourismusbüro
Tourist-Info Aschau, Kampenwandstr. 38, 83229 Aschau, Tel. 08052/90 49 37, www.aschau.de

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