Auf die Ellmauer Halt

Anstieg von der Seilbahnbergstation auf das Stanser Joch 2.30 Std., Überschreitung des Kammes zum Kaserjoch 2 Std., Abstieg durchs Nauderer Kar ins Falzthurntal 2–2.30 Std.; insgesamt 6.30–7 Std. (Autor: Michael Pröttel)
2 km
2700 m
10.00 h
Freitag 4 km 2 Std. ’600 HmHüttenzustieg StripsenjochhausGemütlicher Einstieg mit zusätzlicher GipfelmöglichkeitGriesener Alm – StripsenjochhausWegverlauf Man geht vom Parkplatz an der Griesener Alm (988 m) vorbei, links über eine Brücke und auf gutem Weg zunächst recht an-genehm bergan. Der bequeme Fußweg quert ein kurzes Waldstück und wird dann an einem großen Weidehang allmählich steiler. Nachdem man ein längeres Stück im Wald aufgestiegen ist (beim Linksabzweiger zur Fritz-Pflaum-Hütte folgt man weiter dem Hauptweg nach rechts), erreicht man in wieder freierem Gelände den Kessel unterhalb der Steinernen Rinne. Dieser wird gequert. Nun noch einmal etwas steiler hinauf zu den schönen Wiesen des Wildangers. Man sieht das Stripsenjoch bereits deutlich vor sich, kommt an einem gelben Schild »Ellmauer Tor« vorbei, das wir uns schon für den nächsten Tag merken können, und folgt dem nach wie vor guten Weg in Serpentinen bis zum Stripsenjochhaus (2 Std., 1577 m).Zusatzgipfel Wer möchte, kann vom Stripsenjoch aus noch auf den sehr aussichtsreichen Stripsenkopf weitersteigen. Man bleibt einfach am Bergrücken nach Norden. Vor einem Felsturm hält man sich links (hier ist der Weg zum Teil recht erodiert) und steigt dann weiter ohne Orientierungsprobleme den Kamm bis zum höchsten Punkt hoch, an dem ein Pavillon steht (0.75 Std., 1807 m).Samstag 9 km 4.30 Std. ’ 750, ‘710 HmÜber das Ellmauer Tor zur GruttenhütteEinzigartige Gebirgsüberschreitung mit tollen Tiefblicken von der Hinteren Goinger HaltStripsenjochhaus – Ellmauer Tor – Hintere Goinger Halt – Ellmauer Tor – Jubiläumssteig – GruttenhütteWegverlauf Vom Stripsenjoch (1577 m) steigen wir zunächst auf dem Weg vom Vortag zum Wildanger ab und folgen dort (von oben gesehen) rechts dem gelben Schild zum »Ellmauer Tor«. Kurz wei-ter bergab und dann den Wildanger querend wieder bergauf. Bald beginnen die ersten Drahtseilversicherungen. Auf dem sogenannten »Eggersteig« erleben wir sogleich auch erste ausgesetzte Stellen. Leicht absteigend quert der Pfad in die beeindruckende Steinerne Rinne hinein. Von hier folgt man immer den Wegspuren, Drahtseilen, roten Markierungen oder Pfeilen. Achtung: Ein roter Pfeil, der am Beginn der Steinernen Rinne nach rechts weist, kann leicht übersehen werden. Zwischen den steilen Felswänden des Predigtstuhls und der Fleischbank geht es nun recht steil hinauf, und man muss oft die Hände zu Hilfe nehmen. Wo sich die Steinerne Rinne etwas zurücklegt, erreicht man in wieder reinem Gehgelände das Ellmauer Tor (2.30 Std., 2006 m). Hier wendet man sich links und steigt zunächst weglos einen felsigen Bergrücken nach Osten bergan. Man stößt auf eine von rechts her kommende Wegspur und folgt dieser nach links in einigen Serpentinen aufwärts. Der schmale Weg biegt nach Norden ab und führt zuletzt flacher auf den Gipfel der Hinteren Goinger Halt. Er wird zuletzt über ein paar unschwere Felsblöcke erreicht (3 Std., 2192 m).Nachdem man sich hoffentlich genug Zeit genommen hat, um die wirklich sehr eindrucksvolle Aussicht auf die steilen Felswände des Wilden Kaisers zu genießen, steigt man zunächst auf bekanntem Weg wieder zum Ellmauer Tor (3.20 Std., 2006 m) hinab. Von dort folgt man den Wegspuren nach Süden ins Kübelkar. Hinter einem rechts vom Weg liegenden Felsblock geht man nach rechts zu einem Steinmann – nicht den Spuren geradeaus folgen! – und ignoriert einen weiteren Abzweiger nach links. Drahtseile erleichtern den kurzzeitig steileren Abstieg. An der folgenden Weggabelung hält man sich rechts (Schild »Gruttenhütte« und »Jubiläumssteig«) und steigt ein kurzes Stück bergauf. Sogleich hat man eine gute Aussicht auf den nun folgenden Jubiläumssteig. Der zum Teil ausgesetzte und recht erodierte Weg ist mit vielen Drahtseilen gesichert. Gute Tritt-sicherheit ist hier dennoch erforderlich. Sobald man einen natür-lichen Tunnel und ein Felstor durchquert hat, geht es über zwei Stahlleitern steil in den Kessel einer tief eingeschnittenen Rinne hinab. Auf der anderen Seite steigt man ein letztes Mal auf sehr erodiertem Steig bergan (unten in der Rinne nicht nach links gehen) und erreicht schließlich einen Absatz. Auf nun wieder gutem Weg wandert man um eine Ecke und sieht plötzlich die schön gelegene Gruttenhütte direkt vor sich liegen (4.30 Std., 1620 m).Sonntag 15 km 7.45 Std. ’ 1350, ‘2000 HmÜber die Ellmauer Halt zurück zur Griesener AlmAusgedehnte Bergtour auf den höchsten Gipfel des Wilden KaisersGruttenhütte – Jägerwand – Ellmauer Halt – Rote-Rinn-Scharte – Hans-Berger-Haus – Stripsenjoch – Griesener AlmWegverlauf Von der Gruttenhütte (1620 m) gehen wir gerade den Hang nach Norden hinauf und kommen schnell zu einer Gabelung. Man nimmt den linken Weg in Richtung »Ellmauer Halt«. Der Weg quert zunächst flach nach Nordwesten, um dann in einem Anstieg das weite Hochgrubachkar zu erreichen. Über ein Blockfeld geht man flach auf den Wandfuß unter dem Köpftörlgrat zu. Sobald man diesen erreicht hat, wird es steiler. Bald schon erwarten uns die ersten Drahtseile. Man kommt an eine weitere Verzweigung, die man sich für die unten beschriebene »Kürzere Abstiegsvariante« merken kann. Wir halten uns hier links und folgen dem zum Teil ausgesetzten Steig, der über ein Band zu einer senkrechten Felsplatte, der sogenannten Jägerwand, führt. Diese wird mithilfe von Stahlstiften überwunden. Danach erreicht man eine Gabelung, an der ein Wegweiser in Richtung »Hinterbärenbad« zeigt (1.45 Std.). Wir steigen aber weiter nach rechts den Drahtseilen folgend dem Gipfel zu. Schließlich teilt sich die Route: Entweder man überwindet einen dunklen Kamin mittels leicht überhängender Leiter, oder man hält sich rechts über eine ausgesetzte, aber gut versicherte Platte. An einem breiten Schuttband kommen die beiden Varianten wieder zusammen. Dann geht es in leichterem Gelände an der Babensteiner Hütte (offene Notunterkunft ohne Heizmöglichkeit) vorbei, hinter der man schnell den Gipfel der Ellmauer Halt (2.30 Std., 2344 m) erreicht.Abstieg: Man steigt zunächst auf demselben Weg zur Gabelung oberhalb der Jägerwand ab. Hier geht man – in Laufrichtung gesehen – nach rechts und folgt den Drahtseilen zur Rote-Rinn-Scharte. Danach erwartet uns ein ziemlich unangenehmer Abstieg durch eine Schotterrinne, die zunächst noch drahtseilversichert ist. Vor einem Felskopf hält man sich links und gelangt so in ein breites Kar. Indem man wieder links bleibt (hier ist der Weg teilweise schlecht aus-zumachen), gelangt man schließlich in flacheres Gelände und hat den Oberen Schärlinger Boden erreicht. Von da an ist der Weg wie-der besser. Er führt in Serpentinen zum Unteren Schärlinger Boden hinab. Ohne Orientierungsprobleme geht es, nachdem man zweimal einen Bach gequert hat, zum Talboden hinab. Hier quert man, indem man sich links hält, noch einmal den Bach und erreicht den Wald. Bei einer Gabelung geht man rechts über eine Holzbrücke und folgt dem Waldweg über eine zweite Brücke zum Kaisertalhaus (auch Hans-Berger-Haus, 4.30 Std., 936 m). Hinter dem Haus weist ein Wegweiser nach rechts zum »Stripsenjoch«. Der gute Fußweg führt nun im Bergmischwald in angenehmer Steigung nach Osten, quert eine Forststraße und einen Bach. An einer Lichtung wandern wir in gleicher Richtung weiter, ignorieren zweimal die von rechts her einmündenden Anstiege aus dem Hohen Winkel und stehen bald danach am Stripsenjoch (6.15 Std., 1577 m). Von hier auf bekanntem Weg zur Griesener Alm zurück (7.45 Std., 988 m).Kürzere Abstiegsvariante Nach Besteigung der Ellmauer Halt kann man auch auf dem gleichen Weg zunächst wieder zum Wand-fuß unterhalb des Kopftörlgrats absteigen. An der dortigen Weg-gabelung geht man dann weiter geradeaus (östlich) und gelangt somit zu dem Steig, der von der Gruttenhütte zur Scharte des »Kopftörl« hinaufleitet. Dieses wird über drahtseilversicherte Stellen und nach Durchquerung eines markanten Felseinschnittes erreicht. Auf der anderen Seite steigt man nun steil in das Kar des Hohen Winkels ab. (Auch hier können sich bis in den Sommer hinein Schneefelder halten.) Der Weg führt parallel zum Wandfuß des Totenkirchls nach Norden abwärts. An einer Gabelung am Waldrand hält man sich rechts und quert, zuletzt ansteigend, zum Stripsenjoch hinüber. Man spart sich auf dieser Variante 500 Höhenmeter Gegenanstieg.Zweitagesvariante Für Bergwanderer mit guter Kondition ist es durchaus möglich, die Runde in zwei Tagen zu bewäl-tigen. Man steigt dann natürlich nicht zum Stripsenjoch auf, sondern zweigt am Gamsanger gleich in Richtung der Steinernen Rinne ab. Je nachdem, wie fit man ist, kann man am Ellmauer Tor die Hintere Goinger Halt noch mitnehmen oder aber direkt wie oben beschrieben zur Gruttenhütte weiterwandern.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied2700 m
Dauer10.00 h
AusgangspunktKössen/Griesener Alm (988 m).
TourencharakterUnter den vielen Gebirgsstöcken der Bayerischen und Nordtiroler Kalkalpen ist der Wilde Kaiser vielleicht das markanteste Bergmassiv. Denn ganz im Gegensatz zu seiner relativ geringen Ausdehnung und den alles andere als rekordverdächtigen Gipfelhöhen beeindruckt der zwischen den Kitzbüheler Alpen im Süden und dem Zahmen Kaiser im Norden gelegene Felskamm mit besonders steilen Wänden, aus-gesetzten Pfeilern und schwindelerregenden Graten. All das macht den Wilden Kaiser zu einem Eldorado ambitionier-ter Felskletterer. Auch als Wanderer wird man schnell in den Bann dieser ein-maligen Gebirgslandschaft gezogen. Besonders beeindruckend ist der Aufstieg durch die Steinerne Rinne zum Ellmauer Tor, die von nahezu senkrechten Felswänden eingerahmt ist.Auch den Anwohnern war die Bedeutung und die Schutzwürdigkeit ihres Kaiser-gebirges frühzeitig bewusst: 1961 wurde nach einer Volksbefragung beschlossen, ein Naturschutzgebiet im Kaisergebirge einzurichten, welches zwei Jahre später eröffnet wurde. Dieses Naturschutz-gebiet beinhaltet alle Gipfel des Wil-den und des Zahmen Kaisers und hat eine Größe von 102 Quadratkilometern. Als einzige künstliche Aufstiegshilfe existiert im ganzen Naturschutzgebiet nur ein Sessellift zum Brentenjoch. Alle weiteren Liftprojekte wurden wegen des Schutzstatus zum Glück nicht realisiert.So ist der Wilde Kaiser bis heute wirklich wild geblieben. Der nun folgende Routenvorschlag ist meiner Meinung nach für erfahrene Bergwanderer die empfehlenswerteste Möglichkeit, in den schroffen Charme dieser Felswildnis einzutauchen.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte Nr. 8 »Kaiser- gebirge« 1:25000.
VerkehrsanbindungAuf der Salzburger Autobahn (A 8) bis zum Inntaldreieck und weiter auf der A 93 in Richtung Kufstein bis zur Ausfahrt Oberaudorf. Von hier über Niederndorf und Walchsee nach Kössen. Dort rechts in Richtung St. Johann und bis Griesenau. Hier wieder rechts und über die Mautstation bis zum Ende der Straße zum großen Parkplatz an der Griesener Alm.
Unterkunft
Stripsenjochhaus (ÖAV, 1577 m) geöffnet von Mitte Mai bis Ende Oktober, Tel. 0043/5372/62579, Internet: www.stripsenjoch.at; Gruttenhütte (ÖAV, 1620 m), geöffnet von Anfang Juni bis Mitte Oktober, Tel. 0043/5358/2242, Internet: www.gruttenhuette.at, sowie das Kaisertalhaus (Hans-Berger-Haus, TVDN/Naturfreunde, 936 m), geöffnet von Anfang Mai bis Mitte Oktober, Tel. 0043/5372/62575.