Auf des Königs Haupt

Aufstieg zur Nördlichen Linderspitze 30 Min., Höhenweg bis zum Brunnensteinanger 3 Std., Abstieg ins Tal 2 Std.; insgesamt 5.30–6.30 Std. (Autor: Michael Pröttel)
25 km
2800 m
10.00 h
Freitag 7 km 5 Std. ’ 1200 HmÜber den Grünstein zum WatzmannhausUngebräuchlicher Hüttenzustieg mit herrlichem WatzmannblickParkplatz Hammerstiel – Grünstein – Kührointalm – WatzmannhausWegverlauf Direkt am Parkplatz Hammerstiel (750 m) folgt man rechts neben der Nationalpark-Infotafel einem deutlichen Weg in den Wald hinein. Dieser führt zuerst eben, dann steiler einem kleinen Bach folgend bergan. Nach knapp 15 Minuten verzweigt sich die Route. Hier nimmt man am besten den linken Weg, der als schöner, schmaler Steig durch den Bergwald weiter bergan führt. Später trifft man wieder auf den breiteren Weg, auf dem man bis zur Grünsteinhütte (1.15 Std., 1220 m) bleibt. Man geht rechts an der Hütte vorbei und steigt weiter aufwärts, bis man aus dem Wald heraustritt und sogleich am Gipfel des Grünsteins (1.30 Std., 1303 m) steht. Von hier aus bietet sich eine grandiose Aussicht auf das Watzmannmassiv. Man geht zur Grünsteinhütte zurück und von dort weiter nach Süden einen schönen Waldkamm entlang. Nach einiger Zeit trifft man auf eine breite Forststraße, die man zu einem Pfad auf der an-deren Seite überquert und auf diesem eine weite Kehre der Forststraße abkürzt. Schließlich trifft man wieder auf die Forststraße und folgt ihr nun ganz flach nach rechts bis zur ebenfalls bewirteten Kühroint-alm (3.30 Std., 1420 m). Hinter der Kührointalm geht man an einer Gabelung weiter in Richtung Westen (Wegweiser »Watzmannhaus«) und somit noch ein Stück lang am Rande der Almwiese weiter. Bald befindet man sich wieder in lichtem Wald, wo der Weg einen weiten, sanft ansteigenden Bogen unterhalb des Watzmannkares zur Falzalm ausführt. Auf dem sogenannten »Falzsteig« (Drahtseile) geht es nun steiler und felsiger bergauf, und man trifft auf den von der Wimbachbrücke her kommenden üblichen Hüttenanstieg. Man folgt diesem nach links auf vielen Serpentinen über die steilen Hänge des Falzköpfls empor. Schließlich sieht man das große Gebäude des Watzmannhauses (5 Std., 1930 m) vor sich stehen.Samstag 7 km 8 Std. ’ 800, ‘1400 HmWatzmannüberschreitungAnspruchsvolle Gratwanderung mit weitem Abstieg ins WimbachtalWatzmannhaus – Hocheck – Mittelspitze – Südspitze – WimbachgrieshütteWegverlauf Vom Watzmannhaus (1930 m) steigt man zunächst noch angenehm nach Südwesten, dann zunehmend steiler die anfangs noch breite Nordflanke hinauf. In einigen Serpentinen geht es durch schrofiges Gelände weiter empor. An einem steilen Aufschwung erleichtern erste Drahtseile den Aufstieg. Der Steig führt westlich des Kammverlaufs weiter und zuletzt über eine leichte Felspassage zum Gipfel des Hochecks (2.30 Std., 2651 m), wo eine kleine Holzhütte Unterschlupf bei Regen und Gewitter bietet. An dieser Hütte nun weiter Richtung Süden vorbei und über eine griffarme Passage hinab (Drahtseile). Bis zum markanten Aufschwung der Mittelspitze bleibt man weiter auf der westlichen Gratseite. Den steileren Anstieg zur Mittelspitze (3.30 Std., 2713 m) erleichtern einmal mehr Versicherungen. Von diesem höchsten der drei Watzmanngipfel folgt man weiter den roten Markierungen, steigt einen kurzen Kamin ab und befindet sich am tiefsten Punkt im Gratverlauf. Der folgende Grataufschwung wird auf der Westseite umgangen. Dann verläuft der zunehmend ausgesetzte Steig an der Ostseite und schließlich genau auf dem Grat selbst. Zuletzt wieder auf der Westseite wird das Gipfelkreuz der Südspitze erreicht (5.30 Std., 2712 m).Von der Südspitze steigt man über oder kurz neben dem Grat hinab (Drahtseile). An der von oben gesehen zweiten Gratscharte muss man aufpassen: Hier leiten die Markierungen nach rechts vom Grat weg. Durch eine Schuttrinne kommt man zum großen Geröllhang des Oberen Schönfelds hinunter. Den Steigspuren folgend geht es weiter bergab und weit oberhalb der unterhalb befindlichen Steilabbrüche nach links. Zunächst noch über den Geröllhang erreicht man eine Steilstufe. Wieder helfen Drahtseile über diese und die nachfolgende Felsrinne hinab in das Untere Schönfeld. Hier steigt man in Südrichtung durch einen Graben und dann über einen teils ausgesetzten Pfad, erst den Hang querend, dann wieder durch steile Gräben, weiter bergab. Der Weg verläuft ein Stück lang fast eben, danach steigt man ein letztes Mal steiler in den Talkessel des Wimbachgries hinab. Im lichten Wald des Talbodens wendet sich der Weg nach Westen und stößt bald auf einen breiteren Weg. Auf diesem wandert man nach rechts, zunächst weiter durch den Lärchenwald, quert das Kiesbett noch einmal und gelangt zur schön gelegenen Wimbachgrieshütte (8 Std., 1327 m).Sonntag 10 km 5 Std. ’ 800 Hm, ‘1500 HmÜber den Hirschwiesenkopf nach St. BartholomäBergwanderung vom Wimbachtal zum Königssee mit tollem AussichtsgipfelWimbachgrieshütte – Hirschwiesenkopf – St. BartholomäWegverlauf Von der Wimbachgrieshütte (1327 m, Wegweiser »Trischübel 1 Std.«) geht man auf dem vom Vortag bekannten Weg zurück. Bei der Abzweigung in Richtung Watzmann-Südspitze bleibt man jedoch (geradeaus) auf dem breiteren Fußweg Nr. 412. In lichtem Lärchenwald wird der Weg am Talschluss allmählich steiler. Es folgen ein paar Serpentinen hinauf, bevor eine wieder flachere Querung nach Süden leitet. Eine Felswand wird problemlos mithilfe eines breiten Holzsteges passiert. Schließlich erreicht der Weg den breiten Sattel zwischen den Bergkuppen Hirschwiesenkopf und Rauhe Köpfe. Noch vor der verfallenen Trischübelalm folgt man an einer Gabelung dem Wegweiser »Hirschwiesenkopf«. Zunächst noch in Latschen-gelände passiert man eine schön gelegene Diensthütte (1.15 Std., 1798 m). Hinter dieser wird es steiler, und stellenweise muss man auch die Hände zu Hilfe nehmen. Immer gut auf die Wegspur achtend, gewinnt man schnell an Höhe. Man geht unter einer Felswand vorbei, erreicht eine Schulter und schließlich, indem man sich hier nach links orientiert, den höchsten Punkt des Hirschwiesenkopfes (2 Std., 2114 m). Unbedingt sollte man noch zum nördlich vorgelagerten Gipfelkreuz gehen, da man von hier den besten Blick auf die Watzmann-Südspitze bis hinunter zum Königssee hat.Man steigt zunächst auf dem gleichen Weg wieder ab. Bald nach der Diensthütte (2.30 Std., 1798 m) hält man sich dann aber bei einer Gabelung vor einem großen Felsblock links und gelangt so direkt zum Abstieg in Richtung Königssee. Es geht nun durch ein schönes Tälchen auf zunächst gutem Weg hinab. Dann wird der Pfad schmäler, quert nach Süden, und man muss ein kurzes Stück aufsteigen. Weiter geht es über eine breite Schuttrinne steiler bergab. Dort, wo das Gelände flacher wird, muss man aufpassen. An einer Gabelung geht man nach links in Richtung »St. Bartholomä« (Wegweiser von oben kommend nicht leicht zu sehen). Durch schönen Buchenwald führt der Weg zu einem letzten, etwas ausgesetzten Abschnitt. Nachdem der Steig einen steilen Felshang gequert hat (Drahtseile), trifft man hinter einem Blockfeld auf einen breiteren Fußweg. Diesem folgt man nun flacher nach links. Oberhalb eines Baches wandert man zur Holzstubenhütte und überquert den Bach. Ein letztes Mal leicht ansteigend, dann in vielen Serpentinen geht es schließlich zum Westufer des Königssees und diesen entlang nach St. Bartholomä (5 Std., 604 m).Von dort fahren wir mit dem Schiff zurück zum Ortsteil Königs-see. (Auf letzte Verbindung achten, Fahrplan im Internet: www.seenschifffahrt.de.) Für den Weg von der Anlegestelle in Königssee zurück zum Ausgangspunkt nimmt man ein Taxi oder muss zu Fuß eine Dreiviertelstunde einrechnen. (Auf Brücke über die Königsseeache, dann über Jodlerweg und Hochlehnerweg immer entlang dem Orts- bzw. Waldrand zu den »Waldhäusern«. Von hier auf der Hauptstraße bis zur Hammerstielstraße und auf dieser steiler zum Parkplatz Hammerstiel.)Zweitagesvariante Wer nur Samstag und Sonntag Zeit hat, der steigt am ersten Tag zum Watzmannhaus auf. Am zweiten Tag folgt die Überschreitung hinunter zur Wimbachgrieshütte. Von dort aus muss man noch etwa 2 bis 2.30 Std. für den Rückweg durch das lange Tal zur Wimbachbrücke einplanen. Keinerlei Orientierungsprobleme. Für diese Variante bietet sich der direkte Hüttenanstieg an (siehe oben), da man so direkt wieder zum Ausgangspunkt zurückkommt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied2800 m
Dauer10.00 h
AusgangspunktSchönau am Königssee/Parkplatz nähe Gasthof Hammerstiel (750 m).
EndpunktKönigssee (605 m).
TourencharakterDie meisten Watzmannaspiranten unternehmen diese einzigartige Überschreitung hoch über dem Königssee als schnelle Zweitages-tour. Wer sich hingegen einen weiteren Tag Zeit nimmt, der muss nach dem langen Abstieg über die Südflanke ins Wimbachgries nicht auch noch das 10 Kilo-meter lange Tal hinaus-latschen, sondern kann gleich auf der netten Wimbachhütte seinen Gipfeltag ausklingen lassen. Als besonderes Schmankerl wartet dann am dritten Tag die wunderschöne Überschreitung über den Hirschwiesenkopf – der noch einmal bestes Watzmannpanorama bietet – hinüber zum Königssee. Eine wunderschöne Bootsfahrt auf dem wohl beeindruckendsten aller bayerischen Seen schließt diese landschaftlich wie bergsteigerisch einmalige Rund-tour ab.Der Hüttenzustieg erfolgt in meiner Beschreibung nicht auf dem üblichen Weg von der Wimbachbrücke, sondern über den Grünstein und die Kührointalm. Der Grünstein als vorgelagerter Gipfel beschert uns eine außerordentlich tolle Sicht auf den langen Watzmanngrat und somit auf das kleine Bergabenteuer, das uns am Folgetag erwartet.
Beste Jahreszeit
KartentippUK 25–1 »Nationalpark Berchtesgaden« 1:25000, Bayerisches Landesvermessungsamt.
VerkehrsanbindungAuf der A 8 bis Ausfahrt »Bad Reichenhall« und weiter auf der B 20 über Bad Reichenhall in Richtung »Berchtesgaden«. Kurz vor Berchtesgaden fährt man rechts in Richtung Ramsau und biegt bei der Abzweigung kurz danach nach Schönau links ab. Der Vorfahrtsstraße folgend bis zu einer Querstraße. Hier rechts und dann gleich wieder links in die »Hammerstielstraße«, die zum Ausgangspunkt führt.
Unterkunft
Watzmannhaus (DAV, 1930 m), geöffnet von Mitte Mai bis Mitte Oktober, Tel. 08652/964222, Internet: www.watzmannhaus.de; Wimbachgrieshütte (Naturfreunde, 1327 m), Tel. 08657/344; Internet: www.naturfreunde-bezirk-muenchen.de/html/wimbachgrieshuette1.html; außerdem Einkehrmöglichkeiten auf der Grünsteinhütte, Kührointalm und in St. Bartholomä.