Auf der Wetterstein-Südseite

Die Südseite des Wettersteingebirges ist seit alters her ein bevorzugtes Weidegebiet der Tiroler Bauern. (Autor: Heinrich Bauregger)
34 km
1931 m
10.00 h
Der Routenverlauf 1. Etappe - Leutasch – Hämmermoosalm – WettersteinhütteVom Wanderparkplatz am Eingang ins Gaistal folgen wir zunächst dem breiten Talweg (Mark.-Nr. 801 A). Nach der Überquerung des Salzbachs bietet sich ein Abkürzer zur Hämmermoosalm an. Wir folgen jedoch weiter dem Talweg und schlendern gemütlich, bald rechts abzweigend, auf dem Almfahrweg hinauf zur Hämmermoosalm. Wir folgen dem jenseits der Alm weiterführenden Fahrweg, der bald in einen Bergsteig übergeht (Mark.- Nr. 41). Wir steigen weiter bergan durch Wald, queren dann den Salzbach und einige seiner Nebenbäche. Nach einigen Sitzbänken (Einmündung eines Bergsteigs aus dem Tal von rechts) bergwärts, bis rechts der »Wurzige Steig«, der seinem Namen alle Ehre macht, anzweigt. Auf diesem weiter zu einem Aussichtspunkt und steil bergan, bis der Steig sich in Richtung Osten wendet und ohne größere Steigung zur gemütlichen Wettersteinhütte führt. Eine großartige Aussicht und nette Wirtsleute erwarten uns dort oben. 2. Etappe: Wettersteinhütte – Wangalm – RotmoosalmVon der privaten Unterkunftshütte folgen wir dem bergwärts führenden breiten Weg hinab zum Klammbachgraben, queren diesen und steigen jenseits des Baches auf dem neuen Fahrweg zur Wang-alm an (auch hier können wir übernachten). An der Alm dann vorbei und über Serpentinen (Mark.-Nr. 817) die freien Weidehänge hinauf, weiter am Klammbach entlang, bis in das Kar des Oberreintalschrofens. Dort treffen wir auf den Südsteig (Wegweiser). Wir wenden uns links und folgen diesem hinauf zum Rossbergsattel. Dann durch karges Gelände auf dem aussichtsreichen Höhenweg durch die Kare der Wettersteinsüdseite und über einige Serpentinen hinab zur Rotmoosalm, unserer nächsten Übernachtungsstation. Von hier könnten wir zum Ausklang des Tages den Predigtstuhl besteigen. 3. Etappe: Rotmoosalm – Steinernes Hüttl – HochfeldernalmVon der Rotmoosalm auf undeutlichem Steig (mehrere Varianten) zum Sattel nördlich des Predigtstuhls, dann weiter dem Südsteig folgend in einem Linksbogen zum Mitterjöchl (schöner Blick auf die Mieminger Berge) hinauf. Zum Steinernen Hüttl fällt der Steig dann wieder etwas ab und führt uns in Kehren hinab in einen Graben und jenseits wieder hinauf zu dieser kleinen Einkehrstelle. Unser Weiterweg steigt wieder an (Mark.-Nr. 816) und führt uns durch ein weites, von steilen Felsen eingefasstes Kar hinauf zu einem namenlosen Joch. Zwischen Hochwannigkopf und Hohem Kamm geht es dann am Rande einer weiten Grasmulde weiter, anschließend queren wir auf einem schmalem Pfad einen arg steilen Geröllhang (unangenehm) und erreichen das Feldernjöchl (2045 m). Dort halten wir uns links und folgen dem nun wieder angenehm zu begehenden Steig hinauf zu einem Geländevorsprung. Dann geht es in einer langen Querung abwärts zur bereist sichtbaren Hochfeldernalm. 4. Etappe: Hochfeldernalm – Feldernalm – Gaißtalalm – LeutaschVon der Hochfeldernalm bringt uns ein Alm-fahrweg in Kehren durch Bergwiesen und Wald hinab zur Feldernalm. Von dort auf Wander-weg über steile Serpentinen durch Wald abwärtszum Talweg im Gaisbachtal. Nun links weiter und auf dem breiten Talweg durch das Gaißtal (Nordalpenweg; Nr. 7 bzw. Mark.-Nr. 801 A) hinab zur Tillfußalm (die links oberhalb liegt), entlang der Leutascher Ache durch Wald und stellenweise freies Gelände, vorbei an der Gaißtalalm, in der wir noch ein letztes Mal nächtigen können, zurück zu unserem Ausgangspunkt Leutasch bzw. hinaus zu den Dörfern der Leu-tasch.GIPFELABSTECHERPredigtstuhl, 2234 mFelsige Erhebung des Rückens, der vom Hochwanner in Richtung Süden zieht. Großartiger Tiefblick ins Geißtal. Von der Rotmoosalm (bzw. von der Höhenroute) wandern wir auf markiertem Weg zum Sattel zwischen Predigtstuhl und Hochwanner. Dort wenden wir uns links und halten auf den felsigen Nordgrat des Predigtstuhls zu. Links des Grats folgen wir dem markierten Steig durch eine Felsrinne und gelangen so auf den aussichtsreichen Gipfel mit Kreuz.

Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour34 km
Höhenunterschied1931 m
Dauer10.00 h
AusgangspunktLeutasch (1150 m) oder Ehrwald (994 m)
EndpunktLeutasch (1150 m) oder Ehrwald (994 m)
TourencharakterDie Südseite des Wettersteingebirges ist seit alters her ein bevorzugtes Weidegebiet der Tiroler Bauern. Die Bergweiden reichen hoch hinauf bis an die Kare unter den steil abfallenden Bergspitzen, wie der Hohe Kamm, der Hochwanner oder die Reintalschrofen. Die Almhütten waren damals sehr einfach ausgestattet, sind jedoch heute zum Teil gut ausgebaut und einige verfügen sogar über Nachtlager für Bergwanderer, so die Hochfeldernalm, die Wangalm oder die Rotmoosalm, die allesamt hoch über dem Talboden liegen. Das Steinerne Hüttl liegt ebenfalls auf der »Höhe«. Es ist zwar zu klein fürs Nächtigen, aber sehr beliebt als Raststation. All die eben genannten Almhütten sind durch den so genannten Südsteig verbunden. Er verdankt seine Existenz nicht einer touristischen Planung, sondern wurde als Verbindungsweg zwischen den Almen von Mensch und Almvieh hoch über der Baumgrenze »ausgetreten«. Wir neuzeitlichen Bergwanderer sind dankbar für diese Vorarbeit, denn dieser »Weg« offeriert ein außergewöhnliches Bergerlebnis mit fantastischen Ausblicken. Die Feldernalm, die Tillfußalm und die Geißalm sowie die Hämmermoosalm hingegen liegen im Geißtal, das das Wettersteingebirge von den Mieminger Bergen trennt. In einer von ihnen – der Gaistalalm – können Wanderer Unterschlupf finden. Da dieses Gebiet keine ständigen Wohnsiedlungen aufweist, hat sich auch das Wild ausgebreitet. Ein ideales Revier also für Jäger. Nicht von ungefähr hat sich dort auch Ludwig Gang-hofer – der ein passionierter Jäger war – lange Jahre häufig in einem Jagdhaus aufgehalten (siehe Tipp!).
Beste Jahreszeit
KartentippTopographische Karte 1 - 50000 »Werdenfelser Land« (LVG)
VerkehrsanbindungAuto Auf der A 95 München – Garmisch, dann über Garmisch nach Mittenwald; am südlichen Ortsende rechts ab in das Leutaschtal (Grenzübergang). Über die Ortsteile Leutasch, Platzl und Klamm in das Gaißtal (Ausschilderung) bis zu den Parkplätzen Stopper oder Salzbachbrücke (Tagesgebühr). Einstieg in die Tour auch von der Ehrwalder Seite möglich. Anfahrt über Garmisch und Griesen nach Ehrwald. Ausschilderungen zur Ehrwalder-Alm-Bahn folgen. Dort großer Parkplatz. Von der Bergstation der Bergbahn auf breitem Wanderweg hinauf zum Pestkreuz, dort links zur Hochfeldern-alm oder rechts weiter zur Feldern, wo wir jeweils Anschluss an unsere große Runde haben. Bahn/Bus Mit der Bahn über Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald; von dort mit dem Bus in die Leutasch. Von der Bushaltestelle in Obern weiter zu Fuß ins Gaißtal. Anfahrt auch mit der Außerfernbahn von Garmisch-Partenkirchen möglich. Haltepunkt-Ehrwald-Zugspitze. Bus von dort bis Talstation der Ehrwalder-Alm-Bahn.
GastronomieHämmermoosalm (1400 m), privat, während der Weidesaison bewirtschaftet Steinernes Hüttl (1925 m), privat, von Mitte Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet; Tel. 0043/676/6306470 Berggasthof Alpenglühn (1540 m), privat, bewirtschaftet von Mitte Juli bis Mitte Oktober; Tel. 0043/5673/2349 Feldernalm (1518 m), während der Weidesaison bewirtschaftet Tillfußalm (1382 m), privat, von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet; Tel. 0043/5214/6297
Tipps
Nach der Tour Entspannen im Alpenbad Leutasch
Unterkunft
Wettersteinhütte (1700 m), privat, von Pfingsten bis Mitte Oktober, 30 Lager; Tel. 0043/5214/6688 Wangalm (1753 m), privat, von Mitte Juni bis Anfang Okto-ber bewirtschaftet, 44 Lager; Tel. 0043/664/3330611 Rotmoosalm (1834 m), privat, von Juni bis Anfang Oktober bewirtschaftet; einige Lager für Übernachtungen; Tel. 0043/664/4226149 Hochfeldernalm (1732 m), privat, von Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet, 8 Betten; Tel. 0043/699/12360458 Ehrwalder Alm (1502 m), Berggasthaus, privat, Ende Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet, 38 Betten; Tel. 0043/5673/2534 Gaißtalalm (1350 m), privat, von Mitte Mai bis Mitte Oktober und von Weihnachten bis Ostern bewirtschaftet, 15 Betten; Tel. 0043/5214/5190

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