Auf der Reiter Alm

Die Anstiege von Oberjettenberg, vom Wachterl und von Reit sind relativ leicht, wenngleich auch sie Trittsicherheit voraussetzen; der Anstieg von Hintersee über den Böselsteig erfordert unbedingt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
15 km
9.00 h
Doch es gibt auch die Neue Traunsteiner Hütte dort oben, die ihre Existenz den politischen Querelen zwischen Deutschland und Österreich in den 1930er-Jahren verdankt. Die Alte Traunsteiner Hütte, knapp hinter der Grenze in Österreich erbaut, war plötzlich nicht mehr zugänglich. Die Sektion Traunstein erbaute daraufhin in den Jahren 1936–38 eine neue, größere Hütte auf der deutschen Seite. Diese große Alpenvereinshütte ist nun Dreh- und Angelpunkt unserer Tourenplanung. Am Rand des Bergstocks gibt es nämlich einen Kranz von Gipfeln, die alle der Entdeckung harren und von denen die meisten leicht oder unschwierig zu ersteigen sind. Und die Aussicht von den schroff abfallenden Gipfeln ist natürlich fan-tastisch! Wir quartieren uns also für ein paar Tage dort oben ein und wandern die reizvollsten Gipfel sternförmig ab.Der Anstieg von Oberjettenberg Vom Wanderparkplatz am Ende der Fahrstraße gehen wir zuerst auf breiter Forststraße (Mark.-Nr. 474) hinauf zur Holzstube. Kurz dahinter verzweigt sich der Weg: Wir halten uns links und verlassen die Forststraße (beide Wege treffen sich wieder). Dann steigen wir durch Mischwald wei-ter bergan, queren unter den Felsen des Wartsteins und gelangen zur Schreckwiese und hinauf zum Schrecksattel, der den Durch-stieg durch die steil abfallenden Felsmauern vermittelt. Rechts haltend über die wellige Hochfläche hinüber zur Neuen Traunsteiner Hütte.Der Anstieg vom Wachterl (Schwarzbachwacht) Vom Wanderparkplatz zunächst eben durch Wald (Mark.-Nr. 470), dann in Serpentinen auf dem Wachterlsteig höher, vorbei am Bärenkareck, zu den verfallenen Oberen Schwegelalmen (1438m). Über die un-übersichtliche, baum- und latschenbedeckte Hochfläche weiter und zuletzt durch die Saugasse zum Unterkunftshaus.Der Anstieg vom Hintersee (Böselsteig) Vom großen Wanderparkplatz am Ende der Fahrstraße nach fünf Minuten rechts ab (Weg-weiser) und durch Wald hinauf zur Halsgrube (rechts geht es zur Halsalm); dort links haltend auf schmalem Weg direkt auf die Felsen zu und zum Beginn des steilen Böselsteigs, der mit einigen Sicherungsseilen, Holztreppen und künstlichen Tritten aufwartet. Über diesen hinauf zum Rücken des Reiter Steinbergs; jenseits auf bezeichnetem Weg (Mark.-Nr. 472) hinab zu den Reiter Almen und rechts zur Neuen Traunsteiner Hütte.GipfelabstecherGroßer Weitschartenkopf, 1979m: Der Weg beginnt direkt bei der Hütte (Wegweiser). Auf schmalem Pfad wandern wir zuerst hinüber zur alten Grenzerhütte, dann über die weiten und freien Südosthänge hinauf bis in den Gipfelbereich; dort schlängelt sich der Pfad durch dichtes Latschengebüsch zum höchsten Punkt.Großer Bruder, 1864m: Der größte der Drei Brüder (die beiden kleineren sind reine Kletterziele); Randgipfel mit großartiger Aussicht nach Norden. – Von der Neuen Traunsteiner Hütte in südwestlicher Richtung über die Berghänge bis zum Latschengürtel und durch diesen bis zur Reichenlahnerscharte. Von dort über den Südgrat zum Gipfel.Großes Häuselhorn, 2284m: Großer Felsklotz, der steil nach Süden abbricht; von Norden relativ leicht zu ersteigen. – Von der Neuen Traunsteiner Hütte zunächst zu den Reiter Almen; dort links haltend (südostwärts) weiter, sodann durch die Rossgasse. Bei der Weggabelung rechts und hinauf zur Einschartung zwischen beiden Gipfeln, dann links hinauf zum Gipfel des Großen Häuselhorns.Edelweißlahner, 1953m: Südöstlicher Randgipfel mit steilem Felsabbruch. Wie der Name schon besagt, ein Fundort für das streng geschützte Edelweiß. – Von der Neuen Traunsteiner Hütte auf bezeichnetem Weg über die wellige Hochfläche zum höchsten Punkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Dauer9.00 h
AusgangspunktOberjettenberg (630m); Schwarzbachwacht (868m); Hintersee (802m)
EndpunktOberjettenberg (630m); Schwarzbachwacht (868m); Hintersee (802m)
TourencharakterDas Plateau der Reiter Alm wurde früher extensiv als Weidelandschaft genutzt; davon sind heute nur ein paar unbewirtschaftete Kaser übrig geblieben.
Hinweise
Varianten: Rückkehr durch die Aschauer Klamm: Beim Abstieg über den Schrecksteig sollten wir den Abstecher in die Aschauer Klamm nicht versäumen: Bei der Rastnoch-Diensthütte zweigt links ein Forstweg ab, der uns hinab zur Klamm bringt. Dort machen wir eine Spitzkehre und wandern den Bach entlang talaus. Von der Haidermühle am Klammausgang dann wieder hinauf nach Oberjettenberg und zu unseren Ausgangspunkten. Rückkehr über die Halsalm: Beim Abstieg über den Böselsteig bietet sich ebenfalls eine Alternative an: Bei der Halsgrube zweigt links der Almweg zur Halsalm ab, die im Sommer bewirtschaftet ist. Freier Blick auf den Hintersee. Der Abstieg zum See erfolgt dann direkt auf dem Bergsteig.
KartentippTopografische Karte (LVG) 1:50000, Berchtesgadener Alpen
VerkehrsanbindungAuto: Autobahn A8 bis Ausfahrt Siegsdorf, dann auf der Deutschen Alpenstraße Richtung Berchtesgaden. Oberhalb von Unterjettenberg Abzweigung nach rechts Richtung Oberjettenberg. Nach knapp 2km links zum Wanderparkplatz kurz vor der Schranke. Oder 5km weiter bis Schwarzbachwacht; dort Parkplatz auf der rechten Seite. Man kann auch zum Hintersee fahren; am Eingang ins Klausbachtal befindet sich ein großer Wanderparkplatz (gebührenpflichtig). n Bahn/Bus: Mit der Deutschen Bahn von München über Freilassing und Bad Reichenhall nach Berchtesgaden; von dort weiter mit dem RVO-Bus zum Hintersee bzw. mit dem Almwanderbus bis zur Schwarzbachwacht.
GastronomieNeue Traunsteiner Hütte (1570m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Anfang April bis Ende Okt., 38 Betten, 130 Lager, Tel. 08651/ 1752 n Halsalm (1211m), im Sommer einfach bewirtschaftet n Gasthaus Wachterl (850m), ganzjährig bewirtschaftet n Gasthäuser am Hintersee
Tipps
Vom Bahnhofsplatz in Berchtesgaden verkehrt ein Wanderbus über die Schwarzbachwacht und zum Hintersee.
Unterkunft
Neue Traunsteiner Hütte (1570m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Anfang April bis Ende Okt., 38 Betten, 130 Lager, Tel. 08651/ 1752 n Halsalm (1211m), im Sommer einfach bewirtschaftet n Gasthaus Wachterl (850m), ganzjährig bewirtschaftet n Gasthäuser am Hintersee

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