Auf den Spuren des Tiroler Freiheitskämpfers

Einfache Rundwanderung auf Wiesen-

und Waldwegen sowie asphaltierten Wirtschaftswegen; Themenweg mit eigener Ausschilderung, der Rückweg folgt der allgemeinen Wanderwegbeschilderung (Wege 2, 3 St. Leonhard, Sandhof). (Autor: Peter Mertz)
6 km
150 m
2.00 h
Vom Sandhof nach St Leonhard Am Sandhof in St. Leonhard, der engsten Heimat des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer (1767–1810), wurde das MuseumPasseier als architektonisch beeindruckender moderner Bau errichtet. Es besteht auch noch aus einem Freilichtbereich, der sich mit dem historischen Passeiertal beschäftigt. Denn dieses Tal war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein von Bergbauern geprägtes, extremes Siedlungsgebiet. Um 1960 begannen die ersten Erschließungen und brachten einschneidende Veränderungen in Richtung Tourismusindustrie. Die volkskundliche Sammlung erzählt ohne nostalgische Beschönigungen vom alten Passeier Andreas Hofer. Dies versucht auch der Andreas-Hofer-Gedenkweg, der unmittelbar beim Sandhof beginnt und als ca. sechs Kilometer langer Rundweg verschiedene historische wie auch in Zusammenhang mit dem Freiheitskämpfer stehende Stationen der Region berührt. Dabei erleben wir eine gemütliche Wanderrunde im Umkreis von St. Leonhard. Wir wandern zuerst nordwärts aus dem Museumsgelände und kommen an der zum Ensemble gehörenden Andreas-Hofer-Kapelle vorbei. Dann queren wir die Passeierstraße und folgen einem Wiesenweg, der bald von einer schattigen Allee und alten Steinmauern begleitet wird. Die Stationen entlang dieser Passage beschäftigen sich mit den Gantellen – den aus Stein gebauten Begrenzungsmauern –, dem Hexenstein, dem Kummersee und der Kirche von St. Leonhard. Knapp vor St. Leonhard unterqueren wir wieder die Hauptstraße und gelangen nach links zum Eckpunkt der Themenwegrunde, dem Franzosenfriedhof. Dieser stammt von 1809, als etwa 1200 französische Soldaten nach der Schlacht am Bergisel bei Innsbruck über den Jaufenpass ins Passeiertal vorrückten. Die Talbewohner widersetzten sich ihnen, und es kam zu erbitterten Kämpfen, die bis zum 22. November 1809 dauerten. Neben 22 Passeiern verloren 230 Franzosen ihr Leben und wurden auf diesem Grundstück am Westrand des Dorfes begraben. Wir wandern ein kurzes Stück zurück, um bei der nächsten Kreuzung nach links auf eine Dorfstraße einzubiegen, die uns ins Zentrum des kleinen Ortes am Fuße der Jaufenpassstraße bringt. Dort befindet sich eine Station unmittelbar auf einer Holzterrasse über dem Rasimbach und zeigt uns alte Bilder vom Ort und der Jaufenburg.Hinauf zur Jaufenburg Wir folgen der Wegweisung nach links und beginnen den Aufstieg zur Jaufenburg, wozu wir schmale, asphaltierte Dorfstraßen wie zum Beispiel den »Gerichtsweg« (Station) benützen. Am Weg dorthin kommen wir noch an zwei weiteren Stationen des Themenwegs vorbei, die sich mit dem Mairhof, einem Erbhof, sowie dem Heilig-Kreuz-Kirchlein befassen. Schließlich erreichen wir nach mehr als einer Stunde Gehzeit ab dem Ausgangspunkt die Jaufenburg (803 m), die oberhalb von St. Leonhard als imposante Ruine auf einem aussichtsreichen Hügel liegt. Sie war bereits in vorgeschicht-licher Zeit ein Siedlungsplatz, was anhand von Tonscherben nachgewiesen werden konnte. Im Bergfried geben reich bebilderte Schau-tafeln Auskunft zu den Themenbereichen Burggeschichte, Gericht der Passeier, Schildhöfe, Herren von Passeier und Grafen Fuchs. In den obersten Stockwerken beeindrucken Wandmalereien aus dem Jahre 1538 und eine einmalige Aussicht über das Passeiertal (Öffnungszeiten: 1.5.–1.11. Di 10–12 Uhr, Do und So 16–18 Uhr).Zurück zum Sandhof Der Rückweg zu un-serem Ausgangspunkt ist zurzeit noch nicht als Themenweg ausgebaut, eine Planung liegt aber bereits vor. Daher müssen wir verschiedene Wanderrouten benützen, um die Wegrunde zu schließen. Wir kehren von der Ruine zum Fuß des Hügels zurück, folgen der Asphaltstraße nach rechts, um wenig später auf einen alten Saumpfad abzuzweigen. Dieser bringt uns mit schattigem Verlauf und einigen Serpentinen zum Rasimbach hinab, den wir auf einem Eisensteg überqueren. Gegenüber führt eine Asphaltstraße abwärts in Richtung St. Leonhard, die mit Wanderweg 2 markiert ist. Bei einer Weggabelung innerhalb des Siedlungsgebietes biegen wir nach links auf den Wanderweg 3 ab, der uns vorbei an der Volksschule in die Wiesenhänge an der östlichen Talseite bringt. Ein herrlicher Wiesenweg, gesäumt von Laubgehölzen und alten Steinmauern (Gantellen), zieht in einen Wald hinein, in dem wir nach rechts auf einen abwärts führenden Waldweg wechseln. Wenig später erreichen wir bei einem Rastplatz die Abzweigung des Weges zur Pfandleralm, bei der Andreas Hofer im Januar 1810 von den Franzosen gefangen genommen wurde (1350 m, 1.30 Std. Aufstieg, Heustadel mit dem Andreas-Hofer-Denkmal, der Weg kommt am beeindruckenden Gilf-Wasserfall vorbei). Wir halten uns rechts, wandern bald an Obst-kulturen vorbei, um über einen schmalen, befestigten Wiesenpfad hinunter zu einer Fahrstraße zu gelangen. Auf dieser kehren wir nach rechts zum Sandhof zurück, wobei die letzten paar Hundert Meter entlang der Pas-seierstraße zurückzulegen sind.

Sandwirt – Jaufenburg 1.15 Std.,

Jaufenburg – Sandwirt 1.15 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied150 m
Dauer2.00 h
AusgangspunktMuseumPasseier beim Sandwirt südlich von St. Leonhard im Passeiertal (635 m).
EndpunktMuseumPasseier beim Sandwirt südlich von St. Leonhard im Passeiertal (635 m).
TourencharakterAuf sonnigen Wegen spazieren und flanieren Das Passeiertal, das bei Meran seinen Ausgang nimmt und tief in die Bergwelt zwischen Sarner

Alpen und Texelgruppe eindringt, gehört zu den traditionsreichsten Süd-

tiroler Tälern. Dazu tragen einerseits die Waalwege bei, die am Talausgang bei Meran in sonnigen Höhen die Hänge entlangziehen, andererseits aber auch das MuseumPasseier, das zu Ehren Andreas Hofers in St. Leonhard

errichtet wurde. Dieses Museum bildet den Ausgangspunkt zu dieser gemütlichen Wanderung im Talbecken rund um St. Leonhard.
KartentippFreytag & Berndt, Blatt WKS 8 Passeiertal, 1:50 000.
MarkierungenWanderwegnummern, Wegweiser zu den Wanderwegen; Infosäule zum Kulturdenkmal Jaufenburg.
VerkehrsanbindungVon Meran über die Passeirerstraße nach St. Leonhard, von Sterzing über den Jaufenpass, vom Tiroler Ötztal über das Timmelsjoch nach St. Leonhard. Anfahrt mit dem Bus Wanderbus Passeiertal im Sommer, Bus- verbindung von Meran nach St. Leonhard.
GastronomieGasthöfe und Geschäfte in St. Leonhard, Gasthof Sandwirt am Start- und Zielpunkt der Tour; Jausenstation Pfeiltal am Weg zur Pflandleralm.
Tipps
Themenweg Kummersee Die Straße Richtung Timmelsjoch kommt in dem immer schroffer werdenden Tal am Talkessel des ehemaligen Kummersees vorbei, der bei Rabenstein im Hinterpasseier von 1401 bis 1774 existierte. Um die Geheimnisse dieses sagenumwobenen Gewässers ein wenig zu lüften, hat man einen rund 5 km langen Rundweg mit 8 Stationen eingerichtet, der mit rund 150 Hm Unterschied rund um das ehemalige Seebecken führt. Die historischen und sinnbildlich als Boot gestalteten Stationen sind in zeitlicher Abfolge aufgestellt und liefern Informationen zu den verschiedenen Facetten des Kummersees. Der nicht einfache und teils als steiler Bergpfad angelegte Rundweg kann in rund 2 Std. absolviert werden (festes Schuhwerk erforderlich). Die Themenwegroute ist durchgehend markiert und einfach zu finden. Der See (1340 m hoch, 2 km lang, 300 m breit, 40 m tief) bildete sich 1401 durch einen Felssturz südlich von Rabenstein. 1774 wurde der Damm im Zuge von Sicherungsarbeiten beschädigt, und der See lief innerhalb von 12 Std. völlig aus. Wanderbusanschluss in den Sommermonaten.
Informationen
Wissenswertes Das MuseumPasseier hat von Mitte März bis Anfang November tägl. von 10–18 Uhr geöffnet, Montag ist Ruhetag, ausgenommen Ostermontag, Pfingstmontag sowie im August und September. Täglich findet um 16 Uhr eine Führung ohne Voranmeldung statt.

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