Auf den Spuren der Walser

Schotter- und Waldwege (bis Hintere Gemstelalpe), alpine Steige (bis Obere Gemstelalpe) (Autor: Martina Gorgas)
10 km
500 m
3.00 h
Seinen Namen verdankt das weite Tal den im 13. Jahrhundert aus der Westschweiz eingewanderten Walsern, die sich dort niederließen. An sie erinnern die typischen Walserhäuser, dunkle Holzhäuser mit grünen Fensterläden und häufig farbenfrohen Blumen. Heute ist das Kleinwalsertal sommers wie winters ein attraktives Urlaubs- und Freizeitziel. Unsere schöne und abwechslungsreiche Bergwanderung startet in Mittelberg, der ältesten Siedlung des Kleinwalsertals.
Vorbei am Walserhaus
Die gut ausgeschilderte Tour beginnt am kostenpflichtigen Parkplatz am Ortsausgang von Mittelberg. Nach einem kurzen Stück auf der Teerstraße folgen wir links dem Weg »Sonnhalde« bergab nach Bödmen und ins Gemsteltal. Auf der Bödmerstraße gehen wir rechts, also taleinwärts, und erreichen nach etwa 250 m linker Hand den Gemstelweg, der über die Breitach zum Gemstelboden führt. Auf der linken Seite sieht man ein altes, unter Denkmalschutz stehendes Walserhaus. Der breite Schotterweg oberhalb der Breitach verläuft gemächlich ansteigend im Halbschatten durch lichten Mischwald, sodass er auch bei Hitze angenehm zu gehen ist. Später führt er über satte grüne Alpweiden, auf denen im Hochsommer zahlreiche Kühe weiden. Das Tal eröffnet Ausblicke auf die vor uns liegenden Gipfel der Allgäuer Hochalpen.
Bergkäse von der früheren Sennalpe
Wenig später kommen wir an der auf 1310 m gelegenen Bernhards Gemstelalpe vorbei. Das verblichene Schild zum ehemaligen Käsekeller weist darauf hin, dass sich hier, am alten Walserweg, früher eine Sennerei befunden hat. Heute kann man hier ausgezeichneten Bergkäse kaufen, was wir uns aber für den Rückweg aufheben. Wir wandern weiter bergauf, begleitet von der rauschenden Breitach unten im Tal und den Glocken der Kühe, deren Weiden wir durchqueren. Es geht gleichmäßig und in sanften Kurven bergauf, daher ist dieser Teil des Weges auch mit kleineren Kindern oder bei mäßiger Kondition gut zu bewältigen. Und schon kommen wir an der nächsten Alpe vorbei, der Hinteren Gemstelalpe auf 1320 m. Für Familien mit kleineren Kindern (bis ca. 6 Jahre) und weniger ambitionierte Wanderer endet die Tour hier mit der Einkehr in der gemütlichen Alpe und anschließendem Rückweg.
Traumhaft, aber alpin: Aufstieg zur Oberen Gemstelalpe
Wer höher hinaus möchte, trittsicher und konditionsstärker ist, dem empfehlen wir unbedingt den weiteren, etwa einstündigen Aufstieg zur Oberen Gemstelalpe. Unterwegs und oben angelangt wird man durch fantastische Ausblicke für den kontinuierlich steilen Aufstieg entschädigt. Ab hier hat der Weg nämlich alpinen Charakter und führt als schmaler Steig über Geröll und Steine bergauf. Rechts und links säumen ihn ausladende Latschen, je nach Jahreszeit blühen Arnika, Knabenkraut und Eisenhut. Nach einer knappen halben Stunde bergauf queren wir ein weites Geröllbett, danach ist der Weg nur schwer zu erkennen. Achten Sie auf die Markierung am Felsen, die allerdings etwas zugewachsen ist. Zahlreiche Alpenrosen wachsen hier oben, sodass diese Tour im Frühsommer (Juni), ihrer Blütezeit, traumhaft schön sein muss. Jetzt, im Hochsommer, machen wir nur noch vereinzelte rote Blüten aus. Das letzte Stück des Aufstiegs ist noch anspruchsvoller, da es zunehmend steil über Geröll und Steine bergauf geht. Einige ausgesetzte Stellen sind hervorragend mit Seilen gesichert, daher kann man den Weg durchaus auch mit größeren Kindern gehen. Sie werden sicher Spaß an den »Abenteuereinlagen« haben, die er mit sich bringt – seien es kleine Felsklettereien oder die Überquerung eines Bachbettes. Zum Abschluss führen uns Stufen bergauf und jetzt endlich sehen wir sie – die Obere Gemstelalpe, das Ziel unserer abwechslungsreichen Bergwanderung.
Der Rückweg führt auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Mittelberg.
Obere Gemstelalpe
Klein und urig ist sie, die Obere Gemstelalpe in 1694 m Höhe. Etwas erschöpft, aber glücklich, lassen wir uns auf den Holzbänken vor der Hütte nieder. Karte gibt es keine, dafür steht auf einer Tafel, was in der winzigen Küche zubereitet wird: Wer warm essen möchte, bestellt die Tagessuppe, ansonsten gibt es kalte Brotzeiten auf Holzbretteln. Besonders gut haben uns die Kaminwurzen geschmeckt, die mit Gurke und Bauernbrot serviert werden. Nach körperlicher Anstrengung weiß man ja bekanntlich die einfachen Genüsse besonders zu schätzen! Dazu ein Glas Holunderschorle, was will man mehr?

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied500 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortMittelberg im Kleinwalsertal
AusgangspunktMittelberg im Kleinwalsertal
EndpunktMittelberg im Kleinwalsertal
TourencharakterSüdwestlich von Oberstdorf liegt das langschaftlich besonders reizvolle Kleinwalsertal, das politisch zu Österreich, seit 1891 aber wirtschaftlich zu Deutschland gehört.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 3, Allgäuer Alpen/Kleinwalsertal, 1: 50 000
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 96 München–Lindau bis Autobahnkreuz Memmingen; weiter auf der A 7 Richtung Kempten/Füssen bis Autobahndreieck Allgäu; dort auf die A 980 Richtung Oberstdorf bis Ausfahrt Waltenhofen, dann weiter nach Oberstdorf; in Oberstdorf in Richtung Kleinwalsertal bis Mittelberg, am Ortsausgang parken Bahn. Bahnlinie München– Oberstdorf; vom Bahnhof Oberstdorf mit dem Bus 9742 ins Kleinwalsertal, Haltestelle Mittelberg, Verkehrsamt
GastronomieAlpen im Gemsteltal. Bei dieser Tour haben Sie die Qual der Wahl, was die Einkehr angeht: Entscheiden Sie einfach je nach Lust und Laune und Kondition, welche der Alpen im Gemsteltal Sie bevorzugen – die Walser Käsesuppe oder das Omelett in Bernhards Gemstelalpe, Kaffee und selbst gebackenen Kuchen in der Hinteren Gemstelalpe oder die deftigen Kaminwurzen in der Oberen Gemstelalpe. Bernhards Gemstelalpe, geöffnet vom 3. Mai–31. Okt., tgl. 10–18 Uhr; Hintere Gemstelalpe, geöffnet vom 13. Mai– 17. Okt., tgl. 9–18 Uhr; Obere Gemstelalpe, geöffnet vom 11. Juni–17. Okt., tgl. 9–18 Uhr.
Informationen
Gemeinde Mittelberg/Kleinwalsertal Tourismus, Im Walserhaus, A-6992 Hirschegg/ D 87568 Hirschegg, Tel. 0043/55 17 5 11 40, Fax 0043/55 17 5 11 44 19; info@kleinwalsertal.com, www.kleinwalsertal.com
Tourismusbüro
Gemeinde Mittelberg/Kleinwalsertal Tourismus, Im Walserhaus, A-6992 Hirschegg/D 87568 Hirschegg, Tel. 0043/55 17 5 11 40, Fax 0043/55 17 5 11 44 19; info@kleinwalsertal.com, www.kleinwalsertal.com

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